Mein Nachbar hat mir, bevor er in Urlaub fuhr, auch noch einen Eimer Zwetschen (bei uns im Münsterland früher hießen die schlicht Pflaumen, also die länglichen, dunkellila mit leicht lösendem Stein) aufgedrückt. Leider waren die Dinger noch ziemlich unreif, ich hab sie jetzt fast eine Woche locker ausgebreitet in zwei Auflaufformen im Zimmer nachreifen lassen, so gut das ging, ein paar stippige hab ich aussortiert, den Rest gut kurz heiß gewaschen und gestern entsteint, eigentlich noch ganz planlos, dann hab ich sie erstmal mit Gelierzucker vermischt, dann einfach mit dem Zauberstab püriert, einen Schuß Rotwein zu physikalischen Erleichterung des Prozesses zugefügt, einen ordentlichen Schub aus einem vorhandenen Glas mit Marsala Garam Gewürz dazu und etwas Cayenne-Pfeffer und dann über Nacht stehen lassen.
Heute alles nochmal aufgekocht, die Hälfte in Gläser gefüllt, ich denk da so an eine Grundsauce für gebratene Ente, oder sowas.
Die andere Hälfte hab ich noch mit gehacktem Inwer, vielen gehackten roten Zwiebeln und Knofi-Zehen, einer wilden Mischung aus Balsamico-, Apfel- und anderem Essig, verschiedenen Gewürzen und Salz nochmal eine Weile geköchelt, dann püriert und nochmal aufgekocht, das gibt ein leckeres Ketchup, so bin ich auch die eher unreifen Pflaumen des Nachbarn los, ohne sie wegwerfen zu müssen, der gute Wille zählt! Er kriegt auch ein Glas davon...
Ich kann nur empfehlen, wenn es gegen Winter überall die üblichen "Wintergewürze", wie Lebkuchen oder Spekulatiusgewürz gibt, da was mitzunehmen, diese Mischungen sind eigentlich auch sehr gut, um pikante Chutneys und Ketchups zu würzen.