Trügt der Eindruck, daß die bisherige Wahl eng an die Veröffentlichung von Ergebnissen der Staudensichtung geknüpft war?
Da (hohes) Sedum gerade in der Vorsichtung hängt, droht also spätestens 2015 erneut die Ernennung zur Staude des Jahres?
Ich habe nichts gegen die Gattung und setze sie auch gerne ein, aber daß die Wahl schon wieder auf sie fiel, finde ich ernüchternd und einfallslos.
Hier ist es aber so, dass die Staudengärtnereien da gar nicht mehr mitziehen, mit der Begründung dass es die Staude des Jahres ohnehin dann in jedem Baumarkt und eben bei diesen Versendern gibt.
Diese Beobachtung kann ich zumindest für die örtlichen Baumärkte mitnichten bestätigen. Deren Pflanzensortiment schaue ich mir im Jahresverlauf genau an und achte auch darauf, was gekauft wird (dieses Jahr vor allem Wagenladungen von Lupinen und Cosmeen im Solitärtopf für 13,99 €

), um Trends zu erkennen und im eigenen Garten notfalls rechtzeitig entgegensteuern zu können.
Es gibt noch immer das übliche Hosta-Sortiment, überwiegend HVX-befallen, aber keine Spur von Nepeta. Helenium: schon seit Jahren wenn überhaupt, dann nur 'Kanaria'.
Geranium:
G. macrorrhizum & Co bis dato unbekannt, aber mit sechsjähriger Verspätung kam 2010 'Rozanne' als erste ihrer Gattung in die Regale, landete vertrocknet und wohl komplett unverkauft im Ramschregal und blieb selbst dort liegen.
Ein mir bekannter Gärtner und Staudenzüchter meinte kürzlich, daß letztendlich der mangelnde Abverkauf -wie immer- in der Unwissenheit des Gros der deutschen Gartenbesitzer begründet liegt. Helenium etwa wird, wenn tatsächlich gekauft, oft derart unpassend plaziert/umpflanzt/gepflegt, daß der Staude gar nichts anderes übrig bleibt, als erbärmlich auszusehen - bleibt demzufolge unpopulär und wird entfernt oder durch Lupinen ersetzt. Daß falsche Standortwahl und schlechte Pflege bei den bisherigen Stauden des Jahres mitunter verheerend sein können, ist den meisten von uns sicher klar, nicht aber der Mehrheit der Gartenbesitzer.
Insofern brächte die Wahl von Sedum immerhin den Vorteil, eine fast unkaputtbare Staude bekannter zu machen. Trotzdem: Es bleibt ernüchternd und einfallslos
