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Autor Thema: Winterschutz  (Gelesen 1459 mal)

Paulownia

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Winterschutz
« am: 08. September 2010, 11:54:08 »

Bei diesem miesen Wetter hat man ja schon mal Zeit sich über den kommenden Winter Gedanken zu machen.

Ich möchte diesen Winter einige neu gepflanzten Gehölze etwas vor Frost schützen.
Nun bin ich darin komplett unerfahren.

Reicht den so ein Vlies, wie man es zu kaufen bekommt aus? Und wie handhabt man es bei Immergrünen?
z.B. die Ceanothus, wie und mit was decke ich die denn ab, damit sie auch noch Licht bekommt?
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LG Margrit
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)

wollemia

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Re:Winterschutz von Gehölzen
« Antwort #1 am: 08. September 2010, 12:15:10 »

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten.

Einen Schaden können Gehölze - vereinfacht gesagt - durch zwei Faktoren erleiden (die nicht unabhängig voneinander sind):

a) durch zu niedrige Temperaturen,

b) durch Frosttrocknis. Letzteres schädigt vor allem immergrüne Laubgehölze und nicht ausgereifte Triebe oder Triebspitzen.

Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass die Frosthärte der Gehölze nicht den Winter über gleich bleibt und durch den Witterungsverlauf während der vorherigen Vegetationsperiode und des Winters selbst beeinflusst wird.

Prinzipiell gilt für a), dass du gegen Frostschäden durch zu niedrige Temperaturen eher "vorbeugend" bei der Pflanzung etwas tun kannst: Geschützte Ecken, z. B. nahe am Haus, oder Innenhöfe bieten für empfindliche Gehölze bessere Chancen als freie Stellen mitten im Garten. Dito sind Hanglagen, an denen die Kaltluft abfließt, besser als enge Täler, in denen sich ein Kaltluftsee bildet.

Die absoluten Minima kannst du mit Vlies, Matten, Säcken, Styroporkisten etc. nur sehr bedingt beeinflussen. Im Großen und Ganzen nimmt die Pflanze die Temperatur der Umgebung an.

Bleibt Punkt b): Durch Vlies etc. kann man um ein Gehölz eine windstille oder zumindest windarme Zone schaffen und so die Verdunstung reduzieren. Das gleiche gilt, wenn die Wintersonne drauf scheint - die Schattierung hilft, die Verdunstung zu mindern und schnelle Temperaturänderungen abzupuffern.

Lichtmangel durch solche Schutzvorrichtungen ist bei der ohnehin geringen Lichtmenge im Winter und den kühlen Temperaturen kein kritischer Punkt. Der Schutz darf aber nicht luftundurchlässig sein, da sich dann Fäulnisgefahr besteht. Außerdem werden im Spätwinter in diesem Schwitzkasten Temperaturen erreicht, die den Austrieb anregen - mit dem Ergebnis, dass die Pflanze beim nächsten Frost Schaden nimmt.

Vorbeugend wirkt auch, wenn die Pflanzen gut gewässert in den Winter gehen und ggf. bei Tauwetter auch mal gewässert werden. Ebenso wirkt sich eine dicke Mulchdecke günstig aus, da sie bewirkt, dass der Frost langsamer in den Boden eindringt und so die Wurzeln schützt und die Wasseraufnahme ermöglicht.

Vom Witterungsverlauf her sind milde Herbsttage günstig, die das Holz noch gut ausreifen lassen, gefolgt von einer längeren kühlen, aber noch nicht zu kalten Phase, die die Gehölze auf die Kälte vorbereiten.


Winterschutz in Form einer Reisigmatte bekommt meine noch junge Hanfpalme. Außerdem binde ich die Blätter nach oben hin zusammen, damit das Herz der Palme etwas vor Nässe geschützt ist.
Andere Pflanzen wie junge Kamelien, Daphne odora etc. stehen geschützt vor Wind und Sonne, speziellen Schutz durch Vlies gibt es nicht.
 
« Letzte Änderung: 08. September 2010, 12:19:23 von wollémia »
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Paulownia

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Re:Winterschutz
« Antwort #2 am: 08. September 2010, 13:27:40 »

Danke für die ausführliche Antwort.

Demnach wären ja in meiner Südhanglage erstmal eine einfache Schattierung gegen Wintersonne um vorzeitigen Ausstrieb und Temperaturschwankungen zu vermeiden das Sinnvollste, neben einer dicken Mulchschicht.
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LG Margrit
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ManuimGarten

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Re:Winterschutz
« Antwort #3 am: 08. September 2010, 20:09:02 »

Super erklärt! :D Da gibts wenig hinzuzufügen.
Bei mir gibts auch keinen Winterschutz mit Vlies etc., bestenfalls etwas Laub übers Blumenbeet wegen der Kahlfroste. Abschneiden tu ich alles erst im Frühjahr, die Ausnahme sind nur Astern (bitte keine weiteren Sämlinge!).

Und die Obstbäume werden mit Kalk bestrichen, das soll an sonnigen Standorten das Reissen der Rinde durch schnelle Erwärmung nach frostigen Nächten verhindern.
« Letzte Änderung: 26. September 2010, 23:55:51 von ManuimGarten »
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agathe

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Re:Winterschutz
« Antwort #4 am: 08. September 2010, 20:54:22 »

für mich ist das auch hilfreich, ich hätte aber noch ein spezielles problem-
2 immergrüne schneebälle
bis ende des winters sind die blätter alle weg, sie treiben aber jedesmal gut nach. wäre das durch ein vlies zu verhindern?
(ich meine natürlich das abfallen der blätter)

dass sich vorigen winter auch die rehe daran gütlich getan haben ist eine andere sache, aber auch das haben sie überstanden bzw von unten wieder neu ausgetrieben.
« Letzte Änderung: 08. September 2010, 20:55:16 von agathe »
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wollemia

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Re:Winterschutz für Gehölze
« Antwort #5 am: 08. September 2010, 21:05:43 »

2 immergrüne schneebälle

Weißt du, welche Arten oder Kreuzungen das sind?

Die gängigen sind oft nur wintergrün, es ist somit nicht ungewöhnlich, wenn die sich im Laufe des Winters entblättern.
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agathe

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Re:Winterschutz
« Antwort #6 am: 08. September 2010, 21:17:34 »

leider weiss ich nix genaues dazu
aber wenn das blätter-verlieren dazugehört bin ich schon beruhigt, vielen dank!

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wollemia

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Re:Winterschutz
« Antwort #7 am: 08. September 2010, 21:24:28 »

P.S. Mit "den gängigen" meinte ich jetzt die wintergrünen Schneebälle mit auffallenden und duftenden Blüten.

Nicht Viburnum rhytidophyllum, ein immergrünes Monster mit wenig auffallenden Blüten, das nicht so dekorativ ist.
Der ist in den meisten Gegenden so hart, dass er richtig immergrün ist.
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agathe

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Re:Winterschutz
« Antwort #8 am: 08. September 2010, 21:33:53 »

also bodnantense ist es nicht-
die blätter sind ledrig/runzlig + blühen tut er anfang sommer soweit ich mich erinnere-
dieses jahr war nämlich nix, den rehen sei dank

vielleicht wäre es schon deshalb sinnvoll etwas drumherum zu tun, dann fressen sie nur an der hamamelis 8)
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pearl

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Re:Winterschutz
« Antwort #9 am: 08. September 2010, 22:45:33 »

auch keine Alternative. 8) Ich kenne das. Viburnum tinus wirst du nicht haben. Den fressen die Rehe nicht, aber er ist auch nirgendwo in Deutschland ausgepflanzt eine Freude. Die Blüten frieren regelmäßig ab und den Fruchtschmuck kann man sich abschminken. Ich hab das Ding dieses Jahr so leid gehabt, dass es auf den Kompost kam.

 Unter der Haustraufe an geschützter Stelle vor warmer Mauer könnte es gehen.
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wollemia

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Re:Winterschutz
« Antwort #10 am: 25. September 2010, 14:06:55 »

also bodnantense ist es nicht-
die blätter sind ledrig/runzlig + blühen tut er anfang sommer soweit ich mich erinnere-
dieses jahr war nämlich nix, den rehen sei dank

vielleicht wäre es schon deshalb sinnvoll etwas drumherum zu tun, dann fressen sie nur an der hamamelis 8)

Das klingt schon nach Viburnum rhytidophyllum.

Als "Opferstrauch" für Hamamelis mag er seine Berechtigung haben.
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wollemia

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Re:Winterschutz
« Antwort #11 am: 25. September 2010, 14:10:37 »

Noch etwas zum Thema Winterschutz:

In kalten, sternklaren, trockenen, windstillen Winternächten können Blätter und Zweige durch Ausstrahlung ein paar Grad unter die Lufttemperatur abkühlen.
Dagegen helfen Schutzmaßnahmen, die die freie Abstrahlung verhindern: dichte Baumkronen, nahestehende Gebäude, lockere "Schutzzelte" aus Vlies oder Sackleinen u. Ä.
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agathe

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Re:Winterschutz
« Antwort #12 am: 25. September 2010, 14:38:07 »

Zitat
Das klingt schon nach Viburnum rhytidophyllum.
ja, das ist er!

aber geopfert wird diesen winter hoffentlich nix mehr-
zum einen sind rehe abgeschossen worden + zum anderen habe ich mich mit wintervlies eingedeckt
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Paulownia

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Re:Winterschutz
« Antwort #13 am: 25. September 2010, 20:32:07 »

Ja Agathe, ich habe mich auch mit Vlies eingedeckt. ;)

Ich hatte vor, die jungen Pflanzen beim ersten stärkeren Frost als so um die 8-10 Grad Minus einzudecken und wollte das Vlies dann lassen bis zum Frühjahr. Ist das in Ordnung oder muss ich ständig auf und zudecken? Verweichlichenwollte ich sie ja nicht.

Zu der Paulownia gleich auch nochmal eine Frage. Ich habe dieses Jahr einen schönen geraden Stamm gezogen und hätte nicht gerne, wenn er nochmal zurückfriert. Jetzt habe ich gedacht, das ich den Stamm mit dem Vlies einwickele. Nützt das etwas?
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LG Margrit
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anfänger

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Re:Winterschutz
« Antwort #14 am: 27. September 2010, 14:26:41 »

auch keine Alternative. 8) Ich kenne das. Viburnum tinus wirst du nicht haben. Den fressen die Rehe nicht, aber er ist auch nirgendwo in Deutschland ausgepflanzt eine Freude. Die Blüten frieren regelmäßig ab und den Fruchtschmuck kann man sich abschminken. Ich hab das Ding dieses Jahr so leid gehabt, dass es auf den Kompost kam.

 Unter der Haustraufe an geschützter Stelle vor warmer Mauer könnte es gehen.

Komisch bei mir blüht er eigentlich immer ohne Winterschaden. Steht ganz normal im Garten. Nur letzten Winter hat es die Blüten ausgefroren. Zur Zeit fängt er gerade wieder an zu blühen! ;D
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