Evi, ich greife einfach ein paar deiner Sätze heraus, weil du m.E. zwei wichtige Punkte sehr gut gesehen hast, aber ganz anders bewertest als ich:
Der Brückenpfeiler erschlägt mich,
Es ist vermutlich auch die Absicht des Fotografen gewesen, dieses Wuchtige, ja Brutale ins Bild zu setzen.
Und deshalb ...
Der Pfeiler und die darüberliegende Straße klebt am rechten Bildrand. Ich würd das Motiv am liebsten weiter nach links schieben.
... darf man die Bildkomposition auch nicht verändern. Der Weg ist von dem Betonmonstrum eben an den Rand gedrängt.
Bildthema ist dieses Betonmonstrum in belangloser, eher trister Landschaft. Solche Brückenpfeiler gibt es unendlich viele. Aber Schink ist es sehr gut gelungen, dieses Thema hochverdichtet umzusetzen.
Noch ein Kommentar zu deiner technischen Anmerkung:
die Ecke rechts oben ist ohne Zeichung, also nur schwarz.
Möglicherweise ist dies Absaufen erst bei der Digitalisierung entstanden. Aber selbst wenn nicht: Es würde an der Aussagekraft des Bildes wenig ändern.
...alarmierend, sich beschäftigen, nachdenken, es nicht vergessen...
... ist doch nicht schlecht, wenn ein Bild so viel bewirken kann
Exakt!
Ich finde, dass auch dies ein wichtiger Aspekt ist:
Es bleibt fuer mich aber immer noch wie "dahingerotzt".
Fotografen wie Schink wollen vielleicht vermeiden, dass ihre Fotos technisch perfekt oder gar ästhetisch wirken. Denn das könnte ja von der Bildaussage ablenken.
Generell stimme ich jedenfalls zu, dass das Foto wie auch andere Schinks eine gewisse Trostlosigkeit oder gar Depressivität vermitteln. Dass man das nicht mag, kann ich verstehen.
Wie findet ihr denn
Fotos von Bernd und Hilla Becher?
Liebe Grüße
Thomas