Also nach meiner Einschätzung werden diese Mehrfamilienhäuser überhaupt nicht angenommen! So schick sie auch fürs Auge sind. Die Grundfläche ist viel zu klein für Haussperlinge, die ja gerne den gesamten Kasten mit Moos vollstopfen.
Hierbei handelt es sich mehr um Schmuckstücke für den Garten, die man rein zu Deko-Zwecken aufhängt. Darauf hoffen, dass da mal ein Vogel reingeht, sollte man aber im Rohbauzustand nicht. Möchte man gefiederte Freunde ansiedeln, kommt man um einen Ausbau nicht herum.
Ich habe auch so einen Doppel-Bungalow mit einer (!) Klappe auf der Rückseite, bei dem es witzigerweise gar keine Zwischendecke gibt. Die beiden Wohnräume sind also im Innern nicht mit einem Brett unterteilt sondern gehen direkt ineinander über.
Wie soll das in der Realität funktionieren? Wenn ein Sperlingspaar in der Erdgeschoss-Wohnung brütet wird das Nest einfach von den Mietern im 2. Stock überbaut und die Jungen sterben?
Haussperlinge sind echte Messies! Sie lieben es, ihre komplette Mietwohnung mit Gras und Bändern zuzumüllen und benötigen daher entsprechend Raum.
Ich habe das untere Einflugsloch mit einem Brett versiegelt so dass nun der gesamte Kasten für
ein Spatzenpaar zur Verfügung steht.
Spatzen haben eine große Fluchtdistanz und bevorzugen daher ruhige Stellen mit freier Einflugschneise. Man muss nur mal im Winter das Fenster öffnen und schon macht die ganze Schar der sonst so frechen Räuber den Abflug.
Ein Reihenhaus habe ich vor 2 Jahren selbst gebaut und hoch oben am Autoschuppen angebracht, ebenfalls mit zwei Öffnungen. Auch dieses Hotel dient im Winter zwar einigen Sperlingen als Nachtverbleib, wird aber im Sommer nicht angenommen.
Dafür gehen die Spatzen mit Vorliebe in einen von mir gebauten Schrottkasten, der ursprünglich mal eine zu groß geratene Halbhöhle war. Diese überdimensionale Wuchtbrumme, die auf einen Vermessungsfehler zurückzuführen ist und bei der ich die Öffnung mit Sperrholzplatten vernagelt habe, wurde im letzten Jahr sehr gut angenommen!
Zu meinem Erstaunen haben die Eltern fünfmal erfolgreich ihren Nachwuchs darin großgezogen, ohne dass ich das Nest zwischendurch reinigen oder entfernen musste. Sie haben es einfach wiederverwendet, und das, obwohl der Kasten gerade mal 1,20 Meter hoch hängt und ich ohne Hilfsmittel hineinschauen kann.
Man darf trotz aller Schönheit oder Hässlichkeit nicht vergessen, dass der Nistkasten vor allem eine Eigenschaft erfüllen muss: Praktisch sollte er sein!