Südbrandenburg hat -10°C und mittlerweile sicher 20 cm Schnee.
Planwerk, normalerweise bringen hier relativ milde Tiefdruckgebiete den Schnee. Dass es bei der Kälte schneit, ist äußerst ungewöhnlich. Gibst Du uns eine kleine meteorologische Erklärung?
Diese Schneelage war eine sogenannte Aufgleitlage. Dh auf die über das Festland eingeflossene Kaltluft arktischen Ursprungs (wäre die über den Atlantik gekommen wäre sie nicht so kalt gewesen), ist das feuchtigkeitsgeladene Tief von der Adria aufgeglitten (kalte Luft bleibt unten, da schwerer). Dieses Aufgleiten hat Hebung hervorgerufen und die Hebung (wie bei einem Gewitter) den heftigen Niederschlag.
Interessant dabei ist, das es in den Alpen wenig geschneit hat, einerseits durch föhnige Effekte (Föhn bedingt Absinken und austrocknen), andererseits war dort in der Höhe (in die die feuchte Luft ja gezwungen wurde) keine Kaltluft arktischen Urprungs vorhanden. So hat zB die private Station von Alex in
Steinhögl ganz in der Nähe, die quasi am Fuß der Berge liegt nur 11 cm Schnee, hier liegen an die 25 cm. Normalerweise hat der Kollege immer die weißen Massen, dann aber immer durch staubedingte Schneefälle, wenn das Tief aus Nordwesten an die Alpen zieht. Bei diesen NW-Lagen heißt es dann im Wetterbericht immer "verbreitet Schneefälle besonders im Stau der Mittelgebirge und der Alpen".
Bei uns war der Wind kein grosses Thema, deshalb hatten wir hier trotz der -4°C auch sogenannten "Toastbrotschneefall", der sich durch einen hohen Wassergehalt auszeichnet, welcher auf Wärme in der Höhe hinweist (bis 4 cm große Flocken). Wenn es aus dder Kaltluft schneit fällt normalerweise das reinste Mehl vom Himmel. In Franken/Nordbayern, Thüringen hat es die großen Flocken durch den Sturm zerlegt, sonst hätte man das auch dort beobachten können.