Es wird oft gesagt, dass der Kundenwunsch entscheidend für Rosenneuzüchtungen sei. Nur, wer fragt die Kunden? Die Rosenneuheiten werden den Kunden präsentiert und viel Auswahl hat man - zumindest hier - wahrlich nicht. Und wer nach Katalog bestellt, der orientiert sich an den verkaufsfördernden Aussagen der Züchter, wo bitte, ist da der Kundenwunsch. Dieser wird m.E. in die "richtige" Richtung geschoben.
Und im stillen stelle ich mir die Frage, warum jedes Jahr X Neuheiten auf den Markt kommen. Es ist so viel Potential aus älteren Züchtungen vorhanden, die man ohne weiteres wieder aufleben lassen könnte oder sich unter de Hobbyzüchern umsieht. Wenn eigene Züchtungen so viel Geld kosten, wäre dies auch ein gangbarer Weg.
Kundenwunsch, Kunden
Wer sind eigentlich die Kunden die das wirtschaftliche Überleben der grossen Betriebe sichern? Ganz sicher nicht solche wie ich, die jedes Jahr von maximal 10 Sorten 3 Stück kaufen!
Jedes Jahr X Neuheiten
Man frage doch ‚junge Züchter’ wie Wänninger warum sie immer weiter züchten. Oder Hobbyzüchter wie Wüest in der Schweiz. Die haben Vorstellungen, Ziele, Träume und die wollen die verwirklichen.
Erhaltung der eigenen älteren Züchtungen
Auch da frage man die oben genannten: einem Franz Wänninger ist es nicht möglich alle seine bisher getauften – an die 50! - Züchtungen aufgepflanzt zu erhalten. Er müsste das Züchten einstellen und Arbeitskraft, Zeit und Platz nur für die Erhaltung verwenden.
Und wie soll das etwa Kordes schaffen, das sind doch Hunderte, vielleicht über 1000 Sorten?
Anekdote am Rande: Hr.Weihrauch hat mich kürzlich angerufen mit der Frage, ob ich noch die 5 Sorten in der Sammlung hätte, die er mir vor 15 Jahren geschickt hat.
Als Sammler und Kleinstkunde wäre es aber doch möglich sich einen Überblick über die Entwicklung zu verschaffen jenseits von Katalogen und Online-Shops. Viele Rosenprüfungen werden an einem Termin auch öffentlich abgehalten. Meine Erfahrung bei der ÖRP-Prüfung in Baden war halt, dass sich in 10 Jahren nicht ein Interessent zu den mit der Prüfung befassten Personen gesellt hat! Scheidet jemand aus diesem Kreis aus ist kaum Ersatz zu finden. Kaum jemand nimmt es auf sich 3x im Juni und 3x im September jeweils 2-3 Stunden Rosen zu bewerten und dann noch an einer halbtägigen Abschlussbesprechung teilzunehmen.
Ich würde es auch vermeiden Fronten zwischen einzelnen Rosengruppen, etwa historisch gegen modern, kommerziell gegen Hobby, aufzurichten. Es sollte doch um die Rosen in ihrer Vielfalt, in ihrer historischen, symbolischen Bedeutung und auch in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gehen. Man sollte sich da an Persönlichkeiten wie dem heuer leider verstorbenen Prof.Fineschi orientieren, der sowohl als Hochgeachteter inmitten von Züchtern über deren Neuheiten seine Meinung äusserte und sich andererseits über eine Rosa pendulina die ich ihm mitbrachte riesig freute.