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Autor Thema: Haus fertig - Garten anlegen  (Gelesen 27433 mal)

Mary R.

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Haus fertig - Garten anlegen
« am: 11. Dezember 2010, 23:39:54 »

Hallo,

unser Haus wird bald fertig und die Gartenplanung beginnt. :D

Das Grundstück wurde aufgeschüttet und etwas verdichtet. Der Boden ist lehmhaltig.
Was mache ich nun? Einfach bepflanzen wird wohl nicht gehen.
Soll man erst einmal Lupinien oder ähnliches zur Bodenvorbereitung pflanzen?

Kann mir jemand einen Rat geben?

VG
Mary
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Treasure-Jo

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #1 am: 12. Dezember 2010, 10:08:06 »

Hallo Mary,

grundsätzlich kannst Du ohne eine Vorkultur von Lupinen o. ä. pflanzen. In der Regel wird sog. Mutterboden aufgeschüttet, der aus den oberen 30 (-max. 50) cm eines Bodens stammen sollte. Manchmal wird aber auch Aushub als Oberboden verwendet, der nahezu kein Humus und kein Bodenleben (Bodenbakterien, Würmer....) enthält.

In beiden Fällen kannst Du den Boden verbessern durch Tiefenlockerung (mind. 50 cm tief). Dies sollte dann durchgeführt werden, wenn der Unterboden, auf den die Muttererde aufgebracht wurde, durch Bauarbeiten stark verdichtet war. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Staunässeschicht entsteht und damit eine häufige Ursache für den Tod gepflanzter Gehölze (und nässeempfindlicher Stauden).

Besonders im zweiten o. g. genannten Fall ist die Verbesserung des Bodens durch Einbringen von Humus und Kompost erforderlich bzw. sehr nutzbringend. Humus kann in Form sog. "Bodenaktivatoren" oder "Humin" (diverse Hersteller) eingebracht werden (Mengenangaben siehe Herstellerhinweise). Zusätzlich reifen Kompost ca. 2-3 cm aufbringen (enthält auch Humus, Bodenlebewesen und org. und anorg. Nährstoffe) und diesen flach (max.! 10-20 cm tief) einfräsen. Schwere Böden (Ton- oder schwere Lehmböden) können (bzw. sollten idealerweise) durch Sand verbessert werden. Ca. 5 - 10 cm Sand aufbringen und einfräsen. Ich mache das in diesen Fällen so, dass ich zuerst den Sand flächig aufbringe, mit dem Rechen verteile, dann kommt der Kompost auf den Sand, dann wird in einem Vorgang alles eingefräst. Damit hast Du optimale Bedingungen für die meisten Gartenstauden geschaffen. Je nach Nährstoffbedarfe der Stauden, sollte mal mehr, mal weniger Kompost verwendet werden. (Beetstauden: eher mehr Kompost, Freifläche oder Steppen eher wenig) Bei der Pflanzung von Gehölzen wird ohnehin das Pflanzloch gezielt vorbereitet bzw. die Pflanzerde ggf. mit Sand und Kompost verbessert.

Bei der Anlage von Rasen verwende ich bei schweren Böden mehr Sand und eine geringere Menge Kompost.

Einige Schattenstauden gedeihen besonders gut auf sog. reifen Böden (reife Waldböden). Da erfordert es einige Jahre Geduld bzw. immer wieder Laubhumus oder Kompost, um mit der Zeit die opt. Standortbedingungen zu schaffen.
« Letzte Änderung: 12. Dezember 2010, 10:14:13 von Treasure-Jo »
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Jo

macrantha

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #2 am: 12. Dezember 2010, 11:16:16 »

Der anstehende Oberboden wurde hoffentlich vor der Auffüllung abgeräumt?
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Starking007

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #3 am: 12. Dezember 2010, 11:44:01 »

Der gleiche Thread zum gleichen Thema zur gleichen Zeit
im Nachbarforum! forum.p..anten.de
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Gruß Arthur

raiSCH

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #4 am: 12. Dezember 2010, 12:26:28 »

Der gleiche Thread zum gleichen Thema zur gleichen Zeit
im Nachbarforum! forum.p..anten.de

und vom gleichen (nein, selben!) User gestartet - doppelt genäht hält besser...
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oile

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #5 am: 12. Dezember 2010, 12:29:53 »

Na und?

Das ist gar nicht so unüblich. Zweitmeinungen sind immer gut.
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Ich habe Besseres zu tun!

Bis jetzt ist alles  gut gegangen, sagte der Mann, als er am 12. Stockwerk vorbei fiel.

raiSCH

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #6 am: 12. Dezember 2010, 12:35:35 »

Das sollte ja keine Kritik sein, nur die Ergänzung zu starkings Formulierungen. Ich habe das ja auch schon gemacht; früher ohne Foren war eine solche Umfrageaktion ja viel schwieriger.
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wollemia

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #7 am: 12. Dezember 2010, 13:55:35 »

Das wird sich mit den Threads hier und bei planten so entwickeln wie die Wettervorhersage von verschiedenen meteorologischen Zentren: Anfangs sehr ähnlich, mit der Zeit immer weiter divergierend.

Zum Thema: Wenn irgend möglich, würde ich den Boden tiefenlockern lassen, beovor ich den Garten anlege.
Das mag Arbeitszeit und Geld kosten, gemessen an den Kosten des Hausbaus und der Investition in zukünftige Stauden und Gehölze wird das aber nicht nennenswert ins Gewicht fallen.

Diese Maßnahme lässt sich, sollte sich der Boden später - nach Anlage des Gartens - als verdichtet erweisen und zu Staunässe neigen, nicht mehr nachholen. Dann kannst du nur noch punktuell für Verbesserungen sorgen.

Der beste Zeitpunkt zum Tiefenlockern dürfte aber eher der Spätwinter sein, nicht jetzt.
 
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Treasure-Jo

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #8 am: 12. Dezember 2010, 17:02:27 »

"Zum Thema: Wenn irgend möglich, würde ich den Boden tiefenlockern lassen, beovor ich den Garten anlege.
Das mag Arbeitszeit und Geld kosten, gemessen an den Kosten des Hausbaus und der Investition in zukünftige Stauden und Gehölze wird das aber nicht nennenswert ins Gewicht fallen."

JA !!! :D

P.S.: Bin ja mal gespannt wie der "Benchmark" ausfällt, sprich: Wo gibt es die besseren Ratschläge, hier oder anderswo. ;D

« Letzte Änderung: 12. Dezember 2010, 17:20:20 von Treasure-Jo »
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Mary R.

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #9 am: 13. Dezember 2010, 20:58:52 »

Danke für eure Antworten.

Zur Zeit bin ich ziemlich noch mit dem Bauen beschäftigt, werde dann später
ausführlicher antworten.

Ich gehe mal davon aus, dass die Mitglieder der beiden Foren nicht alle die
gleichen sind. ;D Also, habe ich mal in beiden Foren nachgefragt.

Wir konnten den Boden nicht so richtig verdichten, da der Lehm sehr naß war.
Wir müssen damit rechnen, dass der Boden in den nächsten Jahren noch kräftig
absinkt. Es musste halt jetzt gemacht werden.

Ich werde dann demnächst in Ruhe eure Ratschläge durchlesen und dann berücksichtigen.

Gartenneuling bin ich nicht. Normalerweise treibe ich mich im Rosarium bei den
Züchtern herum. ;D
Nur die Neuanlage eines Neubaugarten bin ich etwas ratlos. Ich will ja nicht,
dass meine Rosen wegen Staunässe eingehen.

VG
Mary
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ManuimGarten

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #10 am: 13. Dezember 2010, 21:18:19 »

Hallo Mary,

einen Neubaugarten habe ich auch schon mal angelegt und kann ein bischen berichten. Allerdings werde ich nicht ganz schlau aus deiner Beschreibung. Anfangs schreibst du, der Boden wurde aufgeschüttet und etwas verdichtet. - das klang für mich nach Aufschütten durch die Bauarbeiten und verdichten als Nebeneffekt der Bagger...
Heute schreibst du, ihr konntet nicht richtig verdichten, da der Lehm naß war. ???
Wer will schon verdichteten Boden? ::)

Also meine Erfahrungen: bei mir lag am späteren Standort von Rosen und Gemüsegarten der Aushub der Baugrube, aber es fuhren nicht laufend die Baufahrzeuge drüber. Der Boden war Lehm - steinhart bei Trockenheit, unglaublich zäh bei Nässe. Für den Gemüsegarten habe ich im Herbst grob umgegraben und auf die Kraft des Winters vertraut. Die Geduld zur Gründüngung hatte ich nicht. ;)
Bei den Rosen habe ich nichts besonderes gemacht, nur geschuftet für die Löcher. Dann Rosen aus Töpfen rein, etwas Hornspäne dazu. Die wuchsen sehr schnell an und fühlten sich sichtlich wohl.
Zum Absinken: direkt am Haus entlang, wo die Baugrube war, füllte man Kies rein. Der Boden sank in den Folgejahren vielleicht 5cm ab. Mehr war es nicht.

Bei dir wäre jetzt wichtig zu wissen, mit welcher Erde ihr angeschüttet habt. Mutterboden oder aus den unteren Schichten?
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Treasure-Jo

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #11 am: 14. Dezember 2010, 08:40:14 »

Wie hoch wurde der Boden aufgefüllt? Wie wurde der Boden verdichtet? Wer hatte dazu geraten?

Ich bin sehr skeptisch, was die Verdichtung des Bodens betrifft!

Bodenverdichtung
Jegliche Art von Bodenverdichtung schadet. Denn sie sperrt den Ausgleich des Wassers zwischen Bodenoberfläche und Grundwasser, zu viel Gieß- und Regenwasser staut sich im Bereich der Wurzeln und löst Fäulnis aus, bei Trockenheit kann kein Grundwasser aufsteigen.
Deshalb Baustellen-Grundstücke vorher mit Bodenmeißel aufreißen lassen, kleinere Flächen mindestens zwei Spaten tief per Hand umgraben.
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2010, 08:47:21 von Treasure-Jo »
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Jo

Mary R.

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #12 am: 14. Dezember 2010, 20:41:04 »

Wir haben mit dem Aushub das Grundstück aufgefüllt. Vorher wurde der
Mutterboden entfernt und seitlich gelagert.
Am unteren Rand des Grundstücks sind ca. 1,5-2 m aufgeschüttet.
Der Bagger fuhr über das Grundstück, als es aufgefüllt wurde. Mit der
Grabenwalze wurde vorallem in Hausnähe/Baugrube gearbeitet.
Die Baugrube wurde auch mit dem Aushub verfüllt.

Wir haben das ganze jetzt Ende November durchführen müssen. Vorher hatten
wir den Aushub mit Planen abgedeckt, dass er nicht so naß wurde.
LKW oder ähnliches fuhr nicht über das Grundstück.


Der Frost wird die Erde wohl auch etwas auffrieren.

Mehr später...
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Käfermama

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #13 am: 16. Dezember 2010, 08:11:09 »

Wir hatten vor zwanzig Jahren auch die Aufgabe, einen Neubau-Garten anzulegen. Die Erde hier ist sehr schwer und lehmig, außerdem hatte ein Bagger längerfristig auf dem Grundstück "geparkt".

Um den Boden wieder aufzulockern und vor allem Staunässe zu verhindern, haben wir uns im örtlichen Baumaschinen-Verleih einen Bohrer ausgeliehen und mehrere tiefe Röhren in den Boden gebohrt, unten mit Kies aufgefüllt und wieder mit Mutterboden bedeckt. Das hat ganz gut geklappt.

Außerdem habe ich die obere Bodenschicht etwa 50 cm tief umgegraben, bis ich auf eine Gasmaske stieß. Um nicht auch noch den Besitzer derselben auszubuddeln, habe ich meine Umgrabe-Aktion dann eingestellt. :-X

Alles in allem sind wir ganz zufrieden mit unseren Buddel-Aktionen gewesen. Die Staunässe hält ich sehr in Grenzen.
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Starking007

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Re:Haus fertig - Garten anlegen
« Antwort #14 am: 17. Dezember 2010, 21:48:34 »

Bodenverdichtung ist manchmal auch sehr wichtig!
Z.B. in der Baugrube am Haus. Vielleicht war`s das.

Setzung in solchen Fällen:
Ich rollte damals Lehmbrocken in die Baugrube und hab ein bißchen rumverdichtet.
Nun, 30 Jahre später, senkt es sich leicht, kein Problem, kaum befestigt, alles bepflanzt.

Der feste Lehm brauchte offensichtlich so lange, um zu zerfallen.
Man muss die Senkung nur einplanen (so wie die Falten im Gesicht....).
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Gruß Arthur
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