Danke Euch alle für Euer Mitfühlen!
Ich muss ehrlich gestehen, es ging mir schon lange nicht mehr so mies wie gerade, aber es tut wirklich gut, Euch zu haben. Man fühlt sich weniger allein.
Mir ist noch keine gute Idee gekommen, wie ich das hier verarbeiten kann.
Das erste schreckliche Ereignis dieses Jahres kam am 16. April zusammen mit einem Brüderchen hier im Haus auf die Welt. Nachwuchs von unserer Lotti Frechgesicht, die nicht rollig wurde und prompt aber trächtig. (Ihr habt teilweise damals auch Einwände geäussert, da unser TA uns ja riet, nicht vor der Rolligkeit zu kastrieren, Ihr erinnert Euch?) Mir selbst war ja auch nicht wohl dabei. Kurioserweise bestand ich irgendwann darauf, das Mädel kastrieren zu lassen (GG wollte ja lieber auf TA hören), und da war es dann schon zu spät.
Es kamen also ein Bubchen und ein Mädchen zur Welt. Wir konnten sie quasi ab dem ersten Tag betüdeln, die Lotti war eine lausige Mami, sehr nervös und unbeholfen, selbst ja noch nicht einmal ein Jahr alt. So wogen wir die Mäuse täglich ab zur Sicherheit und eines Tages nahmen sie nicht wie gewohnt zu, sondern ab und das Mädel bekam etwas Husten.
Einen weiteren Tag wartete ich noch ab, dann aber zum TA. Sonntagsdienst, was sonst. Aber, keine aussergewöhnlich gefährlichen Symptome, vielleicht ein wenig Schnupfen und halt der Husten. Es gab ein homöopathisches Mittel und Baytril zur Sicherheit, Dienstag sollten wir wieder hin.
Montags dachte ich, ich geh zur Sicherheit noch zu unserem TA; der, der uns die Kellergeister gerettet hat, aber gleichzeitig auch die Meute nicht zu vorzeitig kastrieren wollte.
Aber auch er empfand nichts aussergewöhnlich, er bestätigte die Therapie mit Baytril und der Homöopathie.
Ich war wahnsinnig angespannt, aber dann doch etwas beruhigt, dass unser TA nicht ausserordentlich besorgt klang.
Dienstags kam ich von der Arbeit, holte sofort die Kleine (sie waren grad sechs Wochen alt) und merkte, dass sie sich deutlich kühler und schwächer anfühlte. GG kam auch gerade und wir fuhren sofort los (eine Wärmflasche machte ich noch schnell und legte die kleine Maus da drauf) Wir hatten ja eh den Termin bei dem Sonntagsdienst-TA also konnten wir sofort hin, Wir gingen dann ins Behandlungszimmer und konnten dort auf die TÄ warten. Kurz bevor sie rein kam, die Sprechstundenhilfe war bei uns, merkte ich, wie das Kleine anfing nach Luft zu schnappen. Die TÄ kam rein und das Kleine japste in genau diesem Moment noch zweimal laut und brach zusammen. Tot. TÄ hörte sie ab, selbst völlig fassungslos, es gab keine Rettung mehr. Ich bin selbst auch fast zusammengeklappt, ich muss Euch nicht erzählen, wie furchtbar das war!
Der kleine Bruder war ab jetzt allein, Sir Tobi heisst er und war - bis gestern die Nr. 12 in unserem Haus. Jetzt ist es wieder "nur noch" eine Fussballmannschaft.
Wie gerne hätte ich Euch seit Anfang Lottis Trächtigkeit erzählt, was passiert ist, hätte Euch um Rat gefragt, aber meine Zeit ist ja so sehr begrenzt und ich wusste, ich würde Euch nicht auf dem Laufenden halten können. Später dann brauchte der Kleine ja auch soviel unserer Aufmerksamkeit.
Tja, dafür also die Veilchen aus Post 444 vom 08.05 anlässlich Miccs Verlust. Unsere Kleine bekommt auf ihr Grab unterm Apfelbaum im Herbst auch Duftveilchen gepflanzt. Die eingesäte Wiese wächst schon wieder.
Und in Post 445 hab ich auch nicht gelogen: Den Aufgezählten ging es zu dem Zeitpunkt wirklich gut....