Ein ehemaliger Arbeitskollege bekam nach einem Katzenbiss eine Blutvergiftung, obwohl er gegen Tetanus geimpft war.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Blutvergiftung ist streng genommen keine einzelne Krankheit, ebenso wie es eine ganze Gruppe von Tetanuserregern gibt.
Gegen viele Erreger kann das Immunsystem keine zufriedenstellende Antwort geben, denn im Prinzip können nur Krankheitserreger bekämpft werden, gegen die der Mensch irgendwann mal eine erfolgreiche Abwehr gefunden hat. Man rechnet damit, dass ca. 40 % der menschlichen DNA "Beschreibungen" dieser Krankheitserreger sind, vergleichbar mit den Virendefinitionen bei Virenscannern.
Dort, wo die millionen Jahre menschlicher Evolution keine Abwehrmöglichkeit gefunden hat, hilft der Mensch mit der Entwicklung von Impfstoffen nach. Die Strategie ist letztlich fast immer die Gleiche. Das Problem besteht darin, dem Immunsystem mitzuteilen, welcher Virus bekämpft werden soll, indem z.B. abgetötete Viren gespritzt werden. Bei denen hat das Immunsystem genug Zeit zum Lernen, ohne dass die Viren vorher den Körper abtöten. Neuere Impfstoffe übernehmen dann z.T. die Arbeitsweise des Immunsystems, indem z.B. Andockstellen für Viren abgeblockt werden.
Wenn also für den Menschen neue Viren den Körper überfallen, gibt es eine sogenannte Sepsis oder Blutvergiftung (eine Form der Überwältigung des Organismus durch die Viren. Bei der Gruppe der Tetanus-Erreger konnte ein Impfstoff entwickelt werden, aber das ist nur ein kleiner Anteil potentiell tötlicher Erreger.
Was passiert nun, wenn solche potentiell tödlichen Erreger in den Organismus eindringen.
Variante A: Ein Teil der Menschen ist stark genug bzw. ist durch z.B. Sex genetisch etwas anders als die anderen und überlebt die Virenattacke. Überleben bedeutet, der Körper kann eine Bekämpfungsstrategie lernen, d.h. ist schneller, als er stirbt. Da alle anderen sterben, besitzen die überlebenden Menschen eine Strategie zur Bekämpfung, die sich oft genetisch fixiert.
Variante B: Das Virus "lernt", dass es schlecht ist, seinen Wirt zu töten, denn dann verliert es seine eigene Lebensgrundlage. Viele Viren werden deshalb im Laufe der Zeit weniger tödlich. Die Viren "lernen", dass eine Kooperation mit dem Wirt besser fürs Überleben ist und werden de facto zum Symbionten.
Zusammenfassung: Meine Behauptung war richtig, denn Tetanuserreger lösen eine Blutvergiftung aus. Es gibt aber noch unzählige andere Erreger, die ebenfalls eine Blutvergiftung oder Sepsis auslösen. Das betrifft Viren und !!! Bakterien.