an einer dieser nomenklatorischen Debatten war ich ja mal beteiligt. Ich nenne meine
Trillium kurabayashii weiter so. Die kleine Broschüre der GdS kenne ich auch und weiß auch, dass es in den Kreisen der ernsthaften Sammler "echter Arten" Moden gibt, abgesehen von nationalen Eitelkeiten und Vorlieben. Die
lumpers and splitters geraten sich gegenseitig heftig in die Haare. Grundsätzlich ist der wissenschaftliche Standpunkt ein sehr nüchterner. Man lebt damit, dass man sich uneinig ist. Deshalb gibt es hinter jedem Artnamen die Autorenkürzel. Aktuell blühen die
Ranunculus ficaria L.. In deutschsprachigen botanischen Werken wird die Benennung des Autors Linné verwendet. Schaut man auf die Stecker neu erworbener Sorten von Monksilver, so heißen die im englischen Sprachraum nach einem englischen Autor
Ficaria verna Huds.. Man kann das akzeptieren oder nicht, Hauptsache man macht sich verständlich.
Huds. ist das Kürzel von William Hudson 1730 – 23 May 1793. "From 1757 to 1768 Hudson was resident sub-librarian of the British Museum, and his studies in the Sloane herbarium enabled him to adapt the Linnean nomenclature to the plants described by Ray far more accurately than did Sir John Hill in his Flora Britannica of 1760." Ebenso publizieren amerikanische Botaniker und englische Botaniker in USA andere Namen für dieselben Pflanzen. Kew ist da laut Peter Sager sehr eingenommen von globaler Dominanz und möchte dann - wenn es auf politischer Ebene nicht mehr klappt - eben auf botanischem Gebiet das globale Sagen haben.
