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Autor Thema: Brückenschlag Obst- und Ziergarten  (Gelesen 6845 mal)

Sepp

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Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« am: 09. Dezember 2003, 12:46:29 »

Hallo,

aus der Vergangenheit wissen wir, dass das Obst-Forum nicht gerade das meistbesuchte ist, da ich vermute, dass der Ziergarten sich einer viel grösseren Beliebtheit erfreut.
Seit längerem interessiert mich persönlich die Verbindung von Nutz- und Ziergarten sowohl ästhetisch als auch kulinarisch.
Da wir hier auf der Streuobstwiese sind, lassen wir mal zierendes Gemüse aussen vor und beschränken uns in diesem Thread auf Obst, das schön blüht, fruchtet oder einen interessanten Habitus besitzt.

Viele dieser Pflanzen werden nicht klassisch als Obst gehandelt oder angesehen.
Amelanchier ssp., die Felsenbiren, sind so ein Beispiel: wahnsinnig schön im Austrieb, Blüte, Herbstfärbung und die Früchte ein leckerer Ersatz für Heidelbeeren.

Auch klassisches Obst kann jedoch sehr interessant sein, Prunus avium-Fruchtsorten, also die Süsskirschen, zum Beispiel schlagen mit ihrer Blüte so manch ein reines Zeiergehölz, besitzen eine nette Rinde und färben ihre Blätter im Herbst wunderschön.

Nachdem ich hier keinen Aufsatz schreiben will, in dem ich selbst alles aufzähle, was mir bis jetzt auffiel und gerade einfällt, seid ihr jetzt dran, den Brückenschlag von Zier- zu Obstpflanzen zu machen.

Zählt auf, welche klassischen Obstgehölze euch eine Augenweide sind und welche schönen Zierpflanzen eure Mägen erfreuen.


Grüsse,
Sepp


PS: Interessant fände ich einen ähnlichen Thread am Gemüsebeet.
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bernhard

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #1 am: 09. Dezember 2003, 13:10:06 »

Hallo miteinander!

Ein klassisches Beispiel: die gute alte Mispel - schon hunderte Jahre bei uns in Kultur, ist sie drauf und drann wieder zunehmend an Beliebtheit zu gewinnen. Sie ist wohl - zu unrecht - in Vergessenheit geraten. Die Forum ihrer Früchte ist interessant, zierend - entspricht aber wohl nicht dem von der Lebensmittelindurstrie genormten Schönheitsideal.

Die Mispel (mespilus germanica) bietet vieles, was so manch anderes Gehölz nicht zu bieten im Stande ist.

- Ein malerischer Habitus, der geeignet inszeniert, förmlich märchenhaft anmutet.
- Eine ansehnlich große weiße Blüte (Mai - Juni, Insektenbestäubung), wohl eine der größten im Obstreich
- Ein sicher und zuverlässig fruchtendes Geölz. Wenn man die Früchte am Baum/Strauch beläßt, haben sie zusätzlich einen zierenden Aspekt.
- Früchte eßbar. Erntereif nach dem ersten stärkeren Frost.
- Lanzettlich-ovale Blätter die einen sehr exotisch anmutenden Charakter haben.
- eine gelb-orange-braune Herbstfärbung.
- braucht keine allzu guten Böden - mag allerdings auch keine zu rauhen Lagen.

Für mich ein phantastisches Gehölz, dem es mit links gelinkt, eine sehr stabile Brücke zwischen Zier- und Obstgarten zu bauen. Erdbebensicher ;D
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Konstruktiven Gruß,
Bernhard

potz

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #2 am: 12. Dezember 2003, 22:11:04 »

...Amelanchier ssp., die Felsenbiren, sind so ein Beispiel: wahnsinnig schön im Austrieb, Blüte, Herbstfärbung und die Früchte ein leckerer Ersatz für Heidelbeeren.
Warum zum "Ersatz" greifen, wenn das "Original" mindestens das gleiche zu bieten hat ?
Vaccinium corymbosum (Kulturheidelbeere).
Wird zwar kein Großstrauch wie die Felsenbirne, aber knapp 2m sollen die Kultursorten angeblich schaffen.
Nebenbei bemerkt: das mit der "Kultur in kalkfreiem Boden" ist nicht sooo ernst zu nehmen. Es gibt Kultursorten - ich glaub, es war "Blue Crop", die durchaus leicht alkalischen Boden vertragen. Und torffreie Anbaumethoden gibts auch - die Plantagenfritzen schlafen ja schließlich auch nicht.
Ergo : Schön+lecker.
Das ist mir eine 5-er-Reihe wert.
Grüsse vom Walter
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Iris

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #3 am: 12. Dezember 2003, 22:52:14 »

Juhuuu, Bernhard hat die Mispel gebracht, dann ist die Quitte noch frei :). Danke Bernhard!

Aalso:

Ich liebe meine Quitte! Weil sie:

- einen wunderschönen hellgrünen Austrieb hat. Die Blattunerseite ist samtig behaart, besonders im Frühjahr. Dadurch sieht der Austrieb aus wie kleine Blütenknospen und fasst sich auch superhautsympatisch an :).

- kurz nach diesem blütenhaften Austrieb kommt die wunderbare Blüte. Die Knospen sind leicht gedreht und sitzen wie kleine Geburtstagskuchenkerzen auf den waagerecht angeordneten Blättern. Da Knospen und Blüten nicht einfarbig rosa sind, wirken sie besonders interessant.

Die Blüten sind dann fast weiß und rosa geadert. Sie sind größer als Apfelblüten und werden seerosengleich und anmutig auf den immer noch hellgrünen, samtigen Blättern getragen.

- ein weiteres wunderschönes Detail sind die langen, violetten Staubgefäße im Blütenzentrum.

- während des Sommers erfreut der hübsche Wuchs, den man besonders in den ersten Jahren etwas unterstützen sollte. Schnippeln ist bei der Quitte allerdings nicht erwünscht. Ich würde versuchen, die dicken Stämme freizustellen, damit die schöne Rinde....

- die schöne Rinde zeigt sich erst bei älteren Exemplaren. Sie ist entfernt mit einer Platane zu vergleichen... naja, nicht ganz so bunt. Hält sich in Armeefarben. Ansonsten aber ist die Quitte so friedliebend wie ich ;D. Im Sommer kann man bei größeren Bäumchen mit kleinen, explosionsartigen Knallen erschreckt werden, wenn sich die Quitte in der Hitze etwas Luft schaffen will und ein Rindenstück vom Stamm platz. Sie denkt sich nichts dabei, wie eine elegante Dame, die nur mal eben die obersten Blusenknöpfchen öffnet, während es in den umliegenden Männerhosen zum Knallen kommt.
Sorry :-[.
Äh, wo waren wir stehengeblieben?

- Kommen wir also zur Vermehrung unserer Quitte:
Die Früchte reifen im Herbst zu sprichwörtlich quittegelben Sammelfrüchtchen, die man sehr lange als zierenden Schmuck am Baum belassen kann und sollte. Um die ehemaligen Kelchblättchen herum (quasi am "Quittenpopo") besitzt sie einen bräunlichen Flaum, der der Frucht die nötige optische Struktur verleiht.
Sie verstöhmen einen wunderbaren fruchtigen Duft (nicht nur aus dem "Popo").

- Ja, man kann diese Früchte sogar essen. Besonders um das Kerngehäuse herum enthalten Quitten viele Steinzellen (wie die Birnen, nur noch viel mehr). Ihr Geschmack ist adstringierend, das heißt, dass die Gerbstoffe den Mund zusammenziehen. Deswegen verwendet man sie entweder nur als Zierde und des Geruches wegen auf Obstschalen, oder aber man macht daraus Gelee, verarbeitet sie kochenderweise z.B. zu "Quitten in Calvados" (zu Wildbraten), macht daraus Früchtebrot, Früchtegeleebonbons etc...

Man sollte sie möglichst nach dem ersten Frost ernten.

- Die Herbstfärbung ist auch schön gelb. Aber nur bei etwas sonnigem Standort. Den sollte man ihr aber eh gönnen!


Aber erst mal sollte man unbedingt eine Quitte pflanzen!

Grüße,
Iris

« Letzte Änderung: 23. Dezember 2003, 20:27:00 von Iris Ney »
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Was juckt es die Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr kratzt?

Eva

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #4 am: 13. Dezember 2003, 14:50:27 »

Also ähh, ich hab gar nicht sowas tolles wie Ihr Moderatoren alle. :-[

Aber an den Stellen, wo andere in ihrem Vorgarten einen Buchs-Hochstamm oder sowas hingestellt hätten, stehen bei mir Johannisbeer und Stachelbeer-Hochstämmchen. Der Grund dafür ist hauptsächlich Gefräßigkeit - und daß ich nur den einen (Vor-)Garten habe. Aber ich finde ältere Beeren-Hochstämmchen auch schön. Schon nach einem knappen Jahrzehnt haben sie ein etwas knorrig-betagtes Flair, das Obstbäume erst nach 25-30 Jahren kriegen. Falls ich es schaffe sie bis dahin so zu schneiden, daß sie nicht auseinanderbrechen oder aussehen wie Besen.
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ich habe noch keine Internetdiskussion gesehen, die einen Sieger hatte (Quelle: Klartext Hund Blog)

Hermann.

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #5 am: 13. Dezember 2003, 21:33:16 »

Bei mir haben die Weiki (Weihenstephaner Kiwi) und die Weinreben sowohl Zier- als auch Nutzcharakter. Eine berankte Hauswand sieht doch gleich viel besser aus und wenns dann noch was zum Essen gibt, um so besser. Wobei die Weiki auch freistehend eine gute Figur macht.

Hermann
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Hermann

Elfe

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #6 am: 13. Dezember 2003, 21:45:55 »

Iris "Quitten-Schwärmerei" kann ich mich nur anschließen!
Ich habe zwei Zierquitten (glaube es sind Chaenomeles lagenaria Hybriden) in großen Kübeln auf meiner Terrasse. Eine rot- und eine weißblühende, weswegen sie von mir Schneeweißchen & Rosenrot genannt werden.

Jeden Frühling bin ich über die überreichen leuchtenden Blüten entzückt und im Herbst sind die Früchte wirklich sehr schmuck. Auch Quittengelee hab' ich schon daraus gemacht.
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liebe Grüße,
Elfe

potz

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #7 am: 14. Dezember 2003, 17:24:45 »

Wie wärs mit noch etwas Wildobst, z.B. der Apfelbeere (Aronia melanocarpa) ?
Prima für jede, nicht formierte Hecke - nette weisse Blütchen, rote Herbstfärbung und ess-/verwertbare Beeren - für Mensch oder Tier;-)
Und wer es noch genauer wissen will, für den gibts noch eine interessante Diplomarbeit über Wildobst.
VG, Walter
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Sepp

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #8 am: 14. Dezember 2003, 17:40:25 »

Aronia ist klasse, Walter!

Macht weiter so! Morgen werde ich mir auch noch was einfallen lassen.

Grüsse,
Sepp

PS: Hermann: Weiki im Freistand? Wie sieht das denn aus, würde mich sehr interessieren. Hast du Photos?
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cimicifuga

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #9 am: 14. Dezember 2003, 17:53:34 »

Ich habe vor ein paar wochen ein sehr schönes gehölz entdeckt, das mit sicherheit auch seine verwendung in der küche hat. es handelt sich dabei um eine gattungskreuzung aus aronia und sorbus nämlich xSorbaronia.
die blätter ähneln der der eberesche, sind aber etwas gröber. die früchte sind dunkelviolett - eine farbe die ich so noch bei keinem rosengewächs gesehen habe - und hängen in "trauben" an dem strauch. die herbstfärbung hat mir auch sehr gut gefallen. leider hab ich vor lauter begeisterung vergessen ein bild zu machen. wenn ich mal einen großen garten habe, dann werde ich mir sowas sicher zulegen (gleichzeitig mit quitte und asperl = mispel) :D
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Silvia

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #10 am: 14. Dezember 2003, 17:54:33 »

Aronia habe ich auch eine. Bisher mickert sie noch reichlich vor sich hin und hat weder Blüten noch Früchte gezeigt. Ich habe sie neben einen Hartriegel gesetzt. Kann Aronia sich dort behaupten?

LG Silvia
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Hermann.

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #11 am: 14. Dezember 2003, 18:21:21 »

Hallo Sepp,

eine "freistehende" Weiki wächst in Vöhringen (bei Ulm) an einem Maschendrahtzaun. Vor zwei Jahren war sie in der Zeitung abgebildet, übervoll mit Früchten. Eine zweite Weiki ist ebenfalls in der Nähe von Ulm im Kreislehrgarten in Weißenhorn. Sie wächst frei mit etwas Rankhilfe. Freistehend bedeutet in diesem Zusammenhang natürlich: Nicht an einer Hausmauer, zumindest in den ersten Jahren ist eine Stütze erforderlich.

Leider habe ich keine Bilder. Wenn ich wieder mal in die Gegend komme, knipse ich.

Hermann
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Hermann

potz

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #12 am: 14. Dezember 2003, 20:00:45 »

Aronia habe ich auch eine. Bisher mickert sie noch reichlich vor sich hin und hat weder Blüten noch Früchte gezeigt. Ich habe sie neben einen Hartriegel gesetzt. Kann Aronia sich dort behaupten?
Hallo Silvia.
Kommt drauf an, was du für einen Hartriegel hast. Ich weiß nicht, ob alle Hartriegel ausläufertreibend sind, aber bei mir würd ichs auf keinen Fall machen. Mein Hartriegel wuchert uferlos und macht alles platt, was im in die Quere kommt. War, abgesehen von den Schlehen, mein größter Pflanzfehler!
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fisalis

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #13 am: 15. Dezember 2003, 09:27:41 »

Aprikose finde ich sehr dekorativ: zuerst die frühen, rosa Blüten im März, dann fast runde Blätter von südländischem Grün, schliesslich zeigen sich die Früchte erst grün, dann orange, schliesslich rot gesprenkelt. Das Laub fällt sehr spät im Herbst, dafür ohne nennenswerte dekorative Färbung. Spalier an Südwand gelingt auch bei uns, Schutz gegen Spätfröste.
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Amur

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Re:Brückenschlag Obst- und Ziergarten
« Antwort #14 am: 15. Dezember 2003, 11:33:50 »

Wer Platz hat dem sollte eine Eberesche nicht fehlen. Hier machen die roten Früchte mehr her als die Blüten. Aber auch die gefiederten Blätter sind hübsch finde ich.
Den Speierling als naher Verwandther zu pflanzen macht nur Sinn, wenn man die Wühlmäuse gut im Griff hat.

Generell sind Sanddorn oder Verwandte auch noch nicht genannt worden. Gerade im Herbst sehen sie sehr schön aus.

Und der Schwarzdorn als Grenzhecke bietet im Frühjahr einen herrlichen Anblick.

mfg
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nördlichstes Oberschwaben, Illertal, Raum Ulm
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