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Autor Thema: Bildaussage oder Warum wir was fotografieren  (Gelesen 3608 mal)

Faulpelz

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #30 am: 31. Juli 2011, 21:15:24 »


Darum ist für mich Fotografie etwas mehr als nur dokumentarisch.


Das sehe ich ähnlich bzw. ich unterscheide zwischen dokumentarischer Fotografie und künstlerischer (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) Fotografie. Möchte es mal so ausdrücken: Die dokumentarische Fotografie hat in meinen Augen etwas mit Beruf, die ambitionierte/künstlerische Fotografie etwas mit Berufung zu tun. Dokumentarische Fotos zielen darauf ab, etwas sachlich richtig abzulichten, sei es für die eigene Homepage, für Werbezwecke, eben mehr oder weniger für berufliche Zwecke oder einfach als kleine Erinnung. Ambitionierte Fotografie versucht, etwas hervorzuheben, sei es Schönheit oder Hässlichkeit, Angst oder Freude usw. Sie ist gefühlsbetonter, emotionaler, meist nicht so sachlich und erfordert neben dem technischen Knowhow ein Gespür für Farben, Formen, Stimmungen usw. Wobei ich nach wie vor die Meinung vertrete, ein Maler braucht mehr Talent als ein Fotograf. Hoffentlich setzte ich mich mit der letzten Aussage nicht in die Nesseln.

LG Evi
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riesenweib

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #31 am: 31. Juli 2011, 22:29:16 »

ich bin mir nicht sicher, ob fotos für eine homepage oder werbung sachlich-dkomentarisch sind. Gerade die wollen wollen ja eine -verstärkte- aussage transportieren, um beim rezipienten etwas zu bewirken.

Für mich z.b. dokumentiere ich auch stimmungen gestaltungen tönungen - und achte eigentlich immer auf den bildausschnitt. Und ich kenne mittlerweile viele menschen, die an ihre fotos 'nur' den anspruch des dokumentarischen stellen, die dies ganz offensichtlich trotzdem auch tun.

Von daher gesehen möchte ich einspruch erheben, dass ein dokumentarfoto kein gespür für farbe form und stimmung bräuchte, oder keine aussage hätte. Es ist nur keine künstlerisch motivierte.
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Katrin

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #32 am: 31. Juli 2011, 23:08:47 »

Ich bin mir bei euren vielen Aussagen zu diesem Thema nie sicher, ob ihr Bildaussage (mein Bild soll beim Beitrachter xy bewirken) oder Bildmotivation (hach ist es hier schön/grauslich/furchterregend, das will ich festhalten!) meint. In meiner Beschreibung klingt es jetzt irgendwie ähnlich, aber in der Praxis unterscheide ich schon danach und fotografiere meist nach spontaner Motivation. Ich denke mir bei beim Fotografieren immer nur, was ich sehe und nie, was andere eventuell erkennen könnten. Erst wenn ich die Bilder danach sichte, überlege ich, welche ich herzeigen möchte und warum. Meist, weil ich sie selbst schön finde und wissen möchte, was andere davon halten.
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Faulpelz

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #33 am: 01. August 2011, 12:29:02 »

Von daher gesehen möchte ich einspruch erheben, dass ein dokumentarfoto kein gespür für farbe form und stimmung bräuchte, oder keine aussage hätte. Es ist nur keine künstlerisch motivierte.
Ja Brigitte, ich stimme dir zu. Hab mich wohl ein bisschen unglücklich ausgedrückt. Auch ein gutes Doku-Foto braucht eine gute Bildgestaltung und der Doku-Fotograf ein Gespür für Farben und Formen. Ich meine jedoch, dass sich der künstlerisch ambionierte Fotograf darüber hinaus noch etwas mehr Gedanken macht. Ich habe jetzt zum Beispiel gerade einen Pflanzenführer aus einem namhaften, deutschen Verlag in der Hand. Hier wurden Pflanzen so abgelichtet, dass der Naturfreund das Blümchen in der freien Natur gut bestimmen kann. Mehr aber auch nicht. Der Fotograf hat sich zum Beispiel keinerlei Gedanken über ein gelungenes Bokeh gemacht. Hier waren die Farben, die Schärfe und vielleicht noch der natürliche Lebensraum ein wichtiges Kriterium. Bei der künstlerischen Fotografie spielen noch wesentlich mehr Faktoren eine Rolle. Der künstlerische Fotograf hat ein Bild im Kopf wie eine innere Stimme und versucht, diese zu interpretieren.

LG Evi
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riesenweib

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #34 am: 01. August 2011, 13:25:34 »

sehr interessant. Ein gelungenes bokeh ist, m.e., bei einem pflanzenbestimmungsbild für laien eher hinderlich, so wichtig es für ein pretty picture / soloportrait auch ist.

Die bildaussage ist in dem fall: "ich bin ein bild, an hand dessen ein botanischer laie die pflanze mit den gelben blüten erkennt, weil die blende so gewählt wurde, dass ausser der blüte selbst auch die blätter und der stängel hinreichend genau erkennbar sind. Des weiteren ist genug von der lebensgemeinschaft zu erkennen, dass die betrachterin die reale situation, in der sie die blume gerade sieht, wieder erkennen kann."

Idealerweise hat die/der fotograf(in) das soweit bedacht, dass sie/er an einem leicht bedeckten tag, oder sehr früh/spät fotografiert hat, und keine störenden sonnenreflexe die bildaussage reduzieren.
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riesenweib

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #35 am: 01. August 2011, 13:30:06 »

soweit ich das, nach 6 jahren doch recht intensiver beschäftigung mit garten- und pflanzenfotografie in netz und print verstanden habe, ist ein durch und durch gelungenes dokumentarfoto so selten wie ein wirklich bewegendes künstlerisches foto.

aber das hat mit der fragestellung, so wie ich sie verstanden habe, null zu tun.
« Letzte Änderung: 01. August 2011, 13:31:14 von riesenweib »
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Eva

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #36 am: 01. August 2011, 13:59:39 »

Ich wäre ja schon hochzufrieden, wenn man auf meinen Fotos das sehen würde, was ich beim Fotografieren im Auge (wohl eher: im Kopf) hatte. Denn ich sehe nicht sehr bildlich, sondern fokussiere auf das, was mich gerade interessiert. Oft ist das aber mangels Bildkomposition ein Detail unter vielen, die alle miteinander aufs Foto geklatscht sind und sticht nicht hervor.

Zitat
was ich beim Fotografieren im Auge (wohl eher: im Kopf) hatte
Also z.B.:
"wie filigran doch die Clematisblüte ist".
"schön, dass Hund und Katze so viel Spaß miteinander haben"
"tolle Brombeerernte habe ich heuer".

Auf dem Bild ist dann:
Jede Menge Grünzeug und eine Clematisblüte, die sich vom Hintergrund nicht abhebt
Eine verwackelte Katze, ein glücklicher Hund, drumrum Teppich und unordentliches, zerkautes Spielzeug.
Unspektakuläre Brombeeren, denen man kein bisschen ansieht, dass sie herrlich schmecken...
« Letzte Änderung: 01. August 2011, 14:47:46 von Eva »
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Paulownia

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #37 am: 01. August 2011, 19:48:29 »

soweit ich das, nach 6 jahren doch recht intensiver beschäftigung mit garten- und pflanzenfotografie in netz und print verstanden habe, ist ein durch und durch gelungenes dokumentarfoto so selten wie ein wirklich bewegendes künstlerisches foto.

Das ist interessant. Ich meine das fällt dann schon in die Rubrik 'Produktfotografie'. Da muss man ja auch sehr viel beachten.

Vor längerer Zeit bin ich beim surfen auf eine interessante Seite gestossen. Dort stellten Leute ihre Fotos ein, erzählten welche Wirkung/Idee sie beabsichtigt hatte im Foto zu verwirklichen und bekamen hilfreiche Rückmeldungen. Das fand ich sehr spannend.

 
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Thomas

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #38 am: 01. August 2011, 19:51:57 »

Eva, das sind wunderbare Beispiele!

Wenn man so etwas ins Bild setzen möchte, was du da genannt hast, dann fängt Fotografie an interessant zu werden (für mich jedenfalls).

Man braucht eine Bildidee.

D.h. man muss überlegen, wie fotografiere ich die Clematisblüte, dass ihre Filigranität ins Auge sticht - erstmal: wie fällt das Licht? Wäre eine andere Tageszeit vielleicht geeigneter? Dann: welche Brennweite, wie nah dran, ist der Hintergrund scharf oder unscharf ...

Aber es geht auch andersrum. Man geht 'im Fotografiermodus' ;) durch den Garten / eine Landschaft und sieht Motive: "Wie toll die Clematis da im Streiflicht: So schön filigran!" Da ergreift man dann die Gelegenheit beim Schopfe und fotografiert das, sollte aber zumindest ein Gefühl für Bildaufbau, Lichtführung etc. pp. haben, sonst gibt es neben seltenen Zufallstreffern viele Enttäuschungen.

So verstanden, wäre eine Bildaussage eben das: "Schaut her, wie filigran meine Clematis ist!" , oder: "Ich freue mich an meiner tollen filigranen Clematis!" - Das ist was anderes als das dokumentarische "Clematis 'pipapo' sieht so-und-so aus".

Liebe Grüße
Thomas
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frida

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #39 am: 01. August 2011, 20:36:28 »


So verstanden, wäre eine Bildaussage eben das: "Schaut her, wie filigran meine Clematis ist!" , oder: "Ich freue mich an meiner tollen filigranen Clematis!" - Das ist was anderes als das dokumentarische "Clematis 'pipapo' sieht so-und-so aus".



Genau, dann "erzählt" das Bild einem etwas.
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toto

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #40 am: 07. August 2011, 12:27:39 »

Ein Bild kann in seiner Aussage auch eine Entdeckung sein von etwas, was man zuvor nicht so sah... also eine Überraschung, ein Zugewinn an Informationen ect. , ect.
Die Reduzierung des Raumes auf Zweidimensionalität des Bildes ( inkl. Ausschnitt!) zeigt Dinge oft in einem ganz anderen Licht.... und ist ein wesentlicher Bestandteil der sogenannten "Bildaussage".
 
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toto

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Re:Bildaussage oder Warum wir was fotografieren
« Antwort #41 am: 12. August 2011, 16:19:38 »

...also um sichtbar zu machen, was wir sonst nicht sehen würden... und um haltbar zu machen, was wir anders nicht mitteilen können...
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