Ich glaub, da muss man wirklich erst den Hund beobachten, wie er so veranlagt ist. Ich hab in den 80´ern 13 Jahre eine Beagle Hündin gehabt, die war in unserem Garten, mit 1,20m Jägerzaun drumherum, durch dessen Löcher sie mit Sicherheit hätte sich durchzwängen können, untenrum war etwas Karnickeldraht, grad mal 30-40 cm hoch, sie ist nie abgehauen, obwohl sie auch so eine üble Nase-Runter-Jagdwurst war.
Der jetzige (so etwa zwischen Dackel und Münsterländer) ist da auch nie durch, bekam aber immer als verlockend riechender Kastrat Besuch von einem kleinem Münsterländer, der die 1,20m locker nahm.
Im heutigen Garten haben wir zwar 1m Maschendraht, der aber hintenraus riesige Löcher untenrum hat, da kommen locker Dachse, Füchse und, wenn er wollte, auch unser Hund durch, aber der hat gar kein Interesse daran, ein einziges Mal, als wir einzogen hat er sich da durchgequetscht und die Schafe in der Wiese unterhalb gescheucht, dann wars gut, als er begriffen hat, wo jetzt unsere Grenzen gesteckt sind, der würd nie mehr durch diese großen Löcher schlüpfen, eher kackt er mal einfach davor, damit kein anderer sich reinwagt. Der Tibetterrier von Freunden ist auch mal ab und zu hier, der respektiert auch diese Grenzen, der würd auch nicht durchschlüpfen, obwohl er hier offensichtlich unglücklich ist, wenn er ohne seine Leute hier sein muss, aber durch die Löcher im Zaun gehen, um ein paar Häuser weiter nach Hause zu laufen, das macht er auch nicht.
Dem Schäferhund nebenan genügt auch der 1m Maschedrahtzaun und ebenfalls 1m Jägerzaun zu Nachbarin, der könnte da mit einem lockeren Hopps drüber, aber das ist so eine gewisse mentale Grenze, die reicht ihm.
Es soll aber auch Ausbrecherkönige geben, die mehr als 2m Zaun brauchen.
Und es gibt "Anstifter", wir hatten in der Nachbarschaft einen "Besuchshund", der den Alteingesessenen angestiftet hat, auszubrechen, die beiden kamen bei mir auf dem Gehweg vorm Garten unbegleitet vorbei und sahen sowas von "schuldig" und verwirrt aus, dass sie das Angebot, hier in den Garten zu kommen, dankbar annahmen und irgendwie glücklich aussahen, nach ihrem Abenteuer wieder Grenzen gesteckt zu bekommen. Frauchen hat dann ganz glücklich die beiden offenbar schuldbewussten Ausreisser, die so gar nichts mit ihrer Freiheit anzufangen wußten, wieder in ihre Obhut genommen, als ich sie dort nach einem Gruppenausflug mit zusammengeklaubten alte Leinen und unserem Fiffi wieder abgegeben habe.