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News: Wo ein Wille ist, ist auch die Katastrophe. (Frl. Helga)
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13. August 2022, 18:06:31
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Autor Thema: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen  (Gelesen 251539 mal)

555Nase

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1800 am: 04. Dezember 2021, 15:15:15 »

Die Schleifmittel sind mir zu grobkörnig.
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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

Bruno3120

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1801 am: 04. Dezember 2021, 15:35:02 »

Durch einen längeren flacheren Primärschliff wird die Spaltwirkung verkleinert und es schneidet sich leichter.
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Wild Obst

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1802 am: 04. Dezember 2021, 17:34:43 »

Wie dick ist denn die Klinge an deinem gekauften messer an der Stelle, wo Primär- in Sekundärschliff übergeht?
So für mich nicht messbar, da es ganz am Ende der Fräsung sitzt. Siehe Grafik unten links unter "einseitiger Schliff westlicher Bauart"
Ist auch am Bild schwer erkennbar, aber ich würde trotzdem schätzen, dass es am Pbergang weniger als 1mm sind. Aber egal, das waren nur so meine Gedanken und Anregungen, wenn es funktioniert, ist es ja gut und das ist ja die Hauptsache. Und ob es funktioniert, kannst esrt einmal nur du für dich testen. Da wünsche ich dir viel Erfolg!
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(Gast)

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1803 am: 05. Dezember 2021, 15:25:33 »

Ich kann es nicht lassen, es macht richtig spaß. Diesmal wird es ein Kopulationsmesser. Es bekommt zwei Schliffe. Der Primärschliff sollte jetzt zwischen 11° und 14° liegen. Ich hätte beinahe den Schleifbock gehimmelt, weil ich die Ablage verlängern musste aber die gezwingte Verlängerung so nicht hielt. :/
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thuja thujon

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1804 am: 05. Dezember 2021, 17:40:32 »

Ich hätte noch weiter geschliffen. Ruhig 2/3 wenn der Stahl ein guter Messerstahl ist.

Schön gerade ist die Schleifkante. Freihändig braucht es da ein bisschen Übung zu.
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Waldgärtner

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1805 am: 08. Dezember 2021, 10:28:41 »

Mal eine Frage zum Thema Knippbäume: Wie lange sollte der Zuwachs sein, bzw. wie viel muss ich wohl wegschneiden, damit das realistischerweise funktioniert?

Hintergrund: Eig. stehen bei allen zweijährigen Bäumen, die ich mir online bestellt habe, die Seitenäste viel zu steil und sie sind zu dick. Die wurden nach gängiger (veralteter?) Lehrmeinung in der gewünschten Kronenhöhe plus 5 Augen angeschnitten, so dass es jetzt eine Stammverlängerung und vier Seitenäste gibt. Letztere aber zu dick/steil für eine Erziehung als Spindel.

Bei meinen eigenen ca. 40 Veredelungen würde ich das gerne vermeiden. Das Prinzip Knippbaum klingt das vielversprechend: Nur ein Auge darf durchtreiben und bildet dann einen Mitteltrieb plus vorzeitige, flache Seitenäste.
Da der Zuwachs aber extrem schwankt (von ca. 60 bis 200 cm) frage ich mich eben, bei welchen Bäumchen sowas Aussicht auf Erfolg hat. Bei den ganz starken sicher, aber wo liegt wohl die Grenze? Bei den schwachen würde ich ja nur 10-15 cm wegschneiden, da treiben die Augen sicherlich nicht so stark durch. Da funktioniert vermutlich sogar das "normale" Anschneiden. Aber irgendwo müsste ja der Punkt liegen, wo ich zusätzlich zum Schnitt auch Knospen ausbrechen würde.

Ich hoffe, das ist nachvollziehbar? ;)
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Pruimenpit

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Waldgärtner

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1807 am: 08. Dezember 2021, 12:05:48 »

Danke für den Link. Das prinzipielle Vorgehe wird dort etwas anders beschrieben, als ich es in einem anderem Dokument ebenda gelesen hatte:
http://obstbau-museum-rheinland.de/historie_data/dokument/doc010.pdf

Die relevante Stelle:
Zitat
1973  ereignete  sich  in  der  Baumschule  von  Karel  Fleuren  in  Helden
bei  Venlo  /  NL  folgendes:  Ein  Reh  hatte  im  Winter  an  über  100  1-j. 
Apfel-Veredlungen auf M9 die Triebspitzen abgefressen, sodass man
die 1-jährigen Veredlungen auf 50 cm Höhe zurückschneiden musste,
zu tief, um daraus einen traditionellen 2-j. Baum zu ziehen. Aber Not
macht  bekanntlich  erfinderisch:  So  ließ  man  nur  das  oberste  Auge
austreiben,  aus  dem  sich  eine  neue  1-jährige  Krone  entwickelte,  die
nicht nur den Vorteil hatte, mit vielen kräftigen vorzeitigen
Seitentriebe auszutreiben, sondern diese Seitentriebe auch
horizontaler  und  in  brauchbarer  Höhe  bildete.

Die Frage bleibt aber: Wieviel muss ich wegschneiden, damit die Wuchskraft ausreicht?
Vielleicht hat einfach jemand schon diesbezügliche Erfahrungen. Ansonsten sammle ich die selber und probiere halt aus ;)
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thuja thujon

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1808 am: 08. Dezember 2021, 12:25:51 »

Ergänzend hier noch ein Artikel: https://www.poma-online.de/Pflanzmaterial-Baum-ist-nicht-gleich-Baum,QUlEPTExMTAzNDkmTUlEPTczNjk4.html

Ich habe selbst noch keinen Knipbaum angezogen. Aus dem Stehgreif würde ich sagen 3/4 sollten weg, bei schlecht verzweigenden Sorten muss man evtl mit Tricks wie entblättern oder Hormonen arbeiten. Bei den 2m Bäumen sollte es also klappen, bei 1,5 auch. Du schneidest ja nicht auf 50 runter sondern eher auf 40, dann kommt ein Trieb und ein paar cm weiter auf dem neuen Trieb gibt es nach den Basisaugen die Seitentriebe, also etwa ab 50-60cm bei 40er Kappung.

Ich habe mal bei einem älteren Rodekandidatenbaum alle Äste ab bis auf ein paar einjährige Stummel mit 3-4 Basisaugen abgeschnitten. Die Reaktion war 1-2 Knipbäume pro Stummel mit etwas mehr als 2m Länge, auffällig war in der Mitte etwa zu Johannsitrieb ein Fenster ohne Seitentriebe. Ansonsten gute Garnierung mit 20 und mehr Seitentrieben. Ein paar solcher `Bäume´ habe ich mitgenommen zum Baumschnittkurs von der amtlichen Beratung, dort konnte man mir die hormonellen Hintergründe für das Astlose Fenster in der Mitte aber leider nicht erklären.

Ansonsten gilt bei mittleren Verdlungen mit rund 1m und mehr, das anschneiden nach alter Lehrmeinung ok ist, aber nach der Spitzenknospe 4-6 Augen ausgebrochen werden. Dann gibts auch halbwegs flache, untergeordnete Äste, man sollte trotzdem noch im Mai mit Wäscheklammern die grünen Austriebe flachstellen. Auf dem Bild ist das mit den Wäscheklammern nicht ganz erkennbar. Okulation auf M9 im 2ten Jahr nach okulieren, also 3 Jährig.
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Pruimenpit

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1809 am: 08. Dezember 2021, 13:57:44 »

Auf M9 würde ich auf Rehfraßhöhe 50 cm einkürzen. Bei anderen gilt Plan B wie Baum.

https://www.dalival.com/the-nursery/trees/
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Waldgärtner

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1810 am: 08. Dezember 2021, 15:09:38 »

Danke für eure Einschätzungen!

Ansonsten gilt bei mittleren Verdlungen mit rund 1m und mehr, das anschneiden nach alter Lehrmeinung ok ist, aber nach der Spitzenknospe 4-6 Augen ausgebrochen werden.

Habe ich dann aber nicht einen großen unverzweigten Bereich? Das Ausbrechen an sich leuchtet mir schon ein. Vom Gefühl her hätte ich dann aber eher nur 2-3 Knospen ausgebrochen, um nicht ein zu langes kahles Stück zu bekommen. Oder aber schneide ich nächstes Jahr den diesjährigen Trieb so zurück, dass quasi alle/viele Knospen unmittelbar über dem kahlen Stück sicher austreiben? Im Prinzip wäre das Vorgehen gleich, bloß ein "Stockwerk" weiter oben.
Bedeutet aber auch, dass ich ein Jahr länger zum Kronenaufbau brauche, im Vergleich zum Knippbaum. (aber gut, der Austrieb war halt auch entsprechend weniger)

So oder so ist es spannend, dass ich aufgrund des unterschiedlichen Vorgehens diejenigen Bäume am stärksten zurück schneide, die den meisten Trieb haben. Wenn man nicht weiß warum, geht es erstmal gegen die Intuition :)
« Letzte Änderung: 08. Dezember 2021, 15:13:19 von Waldgärtner »
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thuja thujon

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1811 am: 08. Dezember 2021, 18:54:20 »

Das `lange kahle Stück´ dürfte bei normaler Internodienlänge rund 10-15cm haben.
Bei den Erwerbsanbauspindeln gibts über den unteren Ästen ein Lichtfenster von eher 30-40cm für gute Belichtung unten.

Du solltest das eh flexibel handhaben, nicht alle Sorten verzweigen udn treiben gleich gut. Also eher je nach Sorte zwischen 2 und 6 Augen. 6 nur wenn du siche rbist das das obere Auge nicht verhungert. Notfalls 2 Augen oben stehen lassen und wenn der Neutrieb 3 Blätter hat unter dem oberen Auge abschneiden/auf ein Auge bzw dann schon Trieb an der Spitze vereinzeln.
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Waldschrat

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1812 am: 08. Dezember 2021, 19:08:15 »

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ringelnatz

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1813 am: 02. Januar 2022, 11:06:02 »

Ich habe Fragen/Gedanken zur (Winter-) Veredelung von Steinobst, insbesondere im Zusammenhang mit dem "Umveredeln" eines existierenden Baums.

Erstmal zur Methode:
Kopulation auf einjährigen Trieben ist sicher die Methode mit der nach erfolgreicher Veredelung geringsten Wundfläche.
Beim Umveredeln größerer Bäume leider keine Option.
Ich hatte 2019 eine Zwetschge erfolgreich umveredelt - https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,66588.0.html - dabei hattte ich vorrangig in den Spalt (ca. 3cm dicke Äste mit je zwei Reisen pro Spalt) gepfropft. Die Anwachsrate der einzelnen Reiser war aber nicht sehr gut (7 von 28), ich musste viele Äste, an denen nichts anwuchs rausnehmen und habe trotz starkem Wachstum an einzelnen Pfropfstellen immer noch Wunden, die nach fast 3 Jahren nicht überwallt sind. Veredelungszeitpunkt war damals 2. März.

Zum Zeitpunkt der Veredelung:
Klar ist: Steinobst-Reiser sollten früh geschnitten werden..
ich lese hier auch immer wieder (@Starking007), dass man Steinobst durchaus schon im Januar veredeln sollte - warum sollten die besser kommen als Ende Februar/Anfang März? Reiserqualität, Vermeiden von Überlagerung? Ist denn das gepfropfte Reis vor dem Austrieb nicht in einem ähnlichen Zustand, bzw. "überlagert"/trocknet das nicht auch am Baum?
Warten, bis der Baum im Saft steht hätte den Vorteil, dass man auch hinter die Rinde pfropfen könnte, aber das ist bei Steinobst glaub ich nicht zu empfehlen, oder? Viel zu spät, erst April möglich...

Ich habe noch einen Zwetschgenbaum, ähnliche Situation wie oben im Thread beschrieben. Meine Idee dieses Mal:
- etwas früher veredeln, in Abhängigkeit vom Wetter tatsächlich schon Ende Januar (?)
- wieder in den Spalt, es geht einfach nicht anders, der Baum ist schon zu groß
- Reiser mit Parafilm umwickelt pfropfen, damit austrocknen möglichst minimiert wird.

Wie seht ihr das?
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Wild Obst

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1814 am: 02. Januar 2022, 11:55:12 »

Ich finde zum Umveredeln ja grundsätzlich schon Rindenpfropfen als die beste und einfachste Methode, auch bei Steinobst. Viele Anleitungen geben für das Rindenpfropfen einen tendenziell zu späten Zeitpunkt an, es klappt oft schon Mitte-Ende März. Die Rinde muss sich lösen und das ist eigentlich fast immer ab dem Knospenschwellen so weit.

Spaltpfropfen habe ich früher auch hemmungslos auf dicke Unterlagen gemacht, aber inzwischen mache ich es nur noch auf maximal 1-2 cm dicke Unterlagen/Veredlungsstellen, weil die Veredlungswunden dabei noch viel schlechter verwachsen als beim Rindenpfropfen. Spaltpfropfen finde ich inzwischen als fast schon "traumatische" Veredlungsmethode. Ich habe gestern hier einen Erfahrungsbericht gefunden, der meine Erfahrungen zum Spaltpfropfen so ziemlich bestätigt: veredeln.info

Ich würde als Alternativveredlungsmethode mal Anplatten in den Raum werfen, wenn man so früh veredeln will/muss, dass sich die Rinde noch nicht löst. Die Veredlungen verwachsen meiner Erfahrung nach fast noch besser als beim Rindenpfropfen und es ist nicht nötig, dass sich die Rinde löst. Auch wenn die Veredlungen nicht anwachsen, ist die an der Unterlage/dem Unterlagenast verbleibende Wunde nicht viel größer als ein einfacher Aststummel, ganz anders als beim Spaltpfropfen.
Die Reiser mit Parafilm zu umwickeln ist bei frühen Veredlungen sicherlich kein Fehler, das mache ich inzwischen auch gerne bei Steinobst oder allgemein etwas kritischeren Veredlungen mit sehr dünnen Reisern. Steinobstreiser sind irgendwie in der Lagerung etwas heikel. Manchmal bekomme ich die problemlos bis in den April gelagert, manchmal treiben sie schon im Februar an. Das habe ich auch noch nicht ganz verstanden, was erfolgreiche und misslungene Lagerung unterscheidet.  ???
« Letzte Änderung: 02. Januar 2022, 11:59:53 von Wild Obst »
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