Habe gestern Abend schon was dazu geschrieben – als ich fertig war Absturz - keinen Bock alles noch mal zu schreiben. Nun nochmal aus der Erinnerung:
Jo's Frage ist gar nicht so leicht auf den Punkt zu bringen. Ich versuche mal (auch für mich selbst) meine Gedanken dazu zu ordnen.
Wie würde ich Garten-Gestaltung definieren?
Die Aufteilung /Formung der Flächen und das Verteilen/Formen von Volumen.
Einsatz von Strukturen und Farben. Beides mit dem Ziel von Ausgewogenheit. Letztlich von Schönheit
Vielleicht sogar Harmonie, wobei ein bisschen Störung der Harmonie gerne eingeplant/zugelassen werden kann. Ist interessanter. Eine einzige Störung ist aber meist nur irritierend. Aber zwei oder drei Störungen können sich die Waage halten. Perfektion ist meist langweilig.
Wie würde ich nun im Konkreten herangehen ?
Zuerst kommt für mich eine Bestandsaufnahme: was befindet sich im Garten / wie sieht das Haus aus / Standortbedingungen / Umgebung des Gartens.
Zweitens - wie sind die Menschen, die zu dem Garten gehören: Geschmack/„wie sind sie drauf“ (kann man sich auch selbst fragen), viel verrät die Wohnung
Drittens – was soll rein in den Garten? (Beete Rasen, Gartenhaus, Wege, Kindespielgeräte, Wäscheleine, Wassertonnen, Nutzgarten, zweiter Sitzplatz, Platz für Müllbehälter, Autostellplätze, Obstbäume. Hausbaum, Sichtschutz etc.)
Die gewünschten Elemente müssen nun im Garten verteilt werden.
Was will man sehen, was nicht. Was soll in die Sonne was in den Schatten.
Die Flächenformen und Volumen der gewünschten Elemente müssen zueinander angeordnet werden. Flächen bedingen einander: z.B. eine konvexe Ausbuchtung erzeugt auf der Gegenseite eine konkave Form. Flächen werden als positiv oder negativ wahrgenommen (Rasen und Beete). Volumen sollte man ähnlich gruppieren wie man es bei der Anordnung eines Stilllebens tun würde.
Dabei muss eine in sich stimmige Formensprache gefunden werden.
Bei der Wahl der Stilmittel am Geschmack des Besitzers orientieren. Passt zu ihm/ihr (mir selbst) eher eine formelle Gestaltung mit geometrischen Formen oder eher organisch Formen (verkleinerte Landschaft). Wie groß ist das Ordnungsbedürfnis des Besitzers?. Einerseits eine gewisse Toleranz.- (damit meine ich nicht jene Kieswüsten!) andererseits sollte man einen Kunden immer zum Besseren hin beraten.
Erst nachdem die Flächen definiert sind und entschieden ist, wohin Volumen gesetzt werden sollen (Bäume, Gehölze Gartenhaus) geht es an die Pflanzplanung der Beetflächen. Hier arbeitet man mit Strukturen und Farben.
Im Beet stellt sich die Frage nach Größen, Volumen (sprich nach hohem/niedrigem sowie kompaktem /transparentem Wuchs) nochmal im Kleinen
Bei dem Einsatz von Strukturen und Farben sollte man nicht alle Register auf einmal ziehen, das wirkt überladen oder zu gewollt oder einfach nur beliebig. Kontraste ja, aber sparsam einsetzen.
Ein wirklich gut geplanter Garten sollte nicht nur dem Menschen dienen, insofern sollten auch ökologische Gesichtspunkte mitspielen. (Bienenweide, Vogelnährgehölze, Unterschlupf für Tiere)
So, ist mehr geworden als ich dachte

Eins noch:
Kopf oder Intuition? Das ist für mich nicht sooo verschieden, denn wenn ich etwas aus dem Bauch heraus entscheide, entscheidet trotzdem das Gehirn nur eher unbewusst (und evtl. nach anderen Kriterien

)