Anfangs der 90-er Jahre stand ich vor derselben Entscheidung, habe aber eine ganz andere Lösung gewählt, mit der ich heute noch zufrieden bin.
Neben einer langen Brennweite für die Tierfotografie wollte ich auch eine gute Lichtstärke und Abbildungsqualität.
Ein 2,8/300 oder das Zoom 2,8/80-200 kam aus Kostengründen nicht in Frage. Ich nahm die Festbrennweite Canon EF2,8/200, die nur halb so viel wie das Zoom mit derselben Lichtstärke, und dazu den Canon-Extender 2x. Diese Kombination ergab ein Teleobjektiv 5,6/400, dessen AF-Geschwindigkeit und Abbildungsqualität auch heute an der D-SLR und auch im Nahbereich noch erstaunlich gut ist und die meisten Telezooms übertrifft. Dazu kommt noch die Lichtstärkereserve, wenn ich ohne Konverter oder mit dem später noch gekauften 1,4x Konverter (hier größte Blende 4,0) fotografiere. Das 200-er hat eine Naheinstellgrenze von 1,50 m. Diese bleibt auch in Verbindung mit den Konvertern erhalten. In Verbindung mit dem 2x-Konverter ergibt sich bei 400mm Brennweite und 1,50 m Entfernung ein Abbildungsmaßstab von etwa 1/3 der natürlichen Größe auf dem Sensor. Es lassen sich also auch kleinere Schmetterlinge noch formatfüllend abbilden und man braucht den Tieren nicht so nah auf die Pelle zu rücken wie mit dem 100-er Makro.
Da es damals noch keine Bildstabilisatoren gab, ist bei Verwendung des 2x-Konverters zumindest ein Einbeinstativ erforderlich. In diesem Zusammenhang muß ich auch das einzige Manko erwähnen: Mit dem schweren Objektiv und dem Konverter ist die Kamera auf dem Stativ ziemlich kopflastig. Die dringend benötigte Stativschelle muß aber als Zubehör extra gekauft werden. Es gibt aber von anderen Herstellern passende Schellen, die preisgünstiger sind als das Original von Canon.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Vorschlag nicht zu spät dran bin. Die oben vorgeschlagenen Teile gibt es übrigens mit leichten Veränderungen noch heute.