Und weil ich anregen möchte, daß hier nicht immer nur Einzelblüten gezeigt werden sondern auch Taglilien in der Gartensituation mit ihren Begleitpflanzen oder in Kombination, starte ich hier mal mit ein paar Kombi-Bildern.
Hymenocallis,
das wird sicherlich etwas schwierig werden, und zwar nicht aus fototechnischen Gründen, sondern weil Du es hier mit Taglilien-Sammlern und –Sammlerinnen (im Folgenden nur kurz „Sammler“ genannt) zu tun hast, die
unterschiedliche Ansätze haben.
Ich habe inzwischen viele Gärten von leidenschaftlichen Sammlern gesehen, die Taglilien zusammentragen, so wie andere Leute Briefmarken sammeln. Der Hauptteil des Gartens besteht aus aneinander gepflanzten zum Teil sehr teuren Taglilien. Häufig kommen noch unzählige Töpfe hinzu. Hier kommt es nur auf die Wirkung von Einzelblüten an und es geht diesen Sammlern nicht um die Gesamtwirkung ihres Beetes oder Gartens.
Es sind auch nur sehr selten schöne große Horste zu sehen, denn der Platz ist in der Regel äußerst knapp. Wenn eine wertvolle Taglilie endlich wenige Fächer produziert hat, wird sie sofort geteilt, damit andere Hems dagegen eingetauscht werden können.
Auch wenn größere oder sogar mehrere Gärten vorhanden sind, sind sie in erster Linie mit Taglilien vollgepflanzt, weil dann häufig auch noch eigene Züchtungen getätigt werden. Und dafür benötigt man ja bekanntermaßen viel Platz. Zur Zeit der Taglilienblüte sind diese Gärten wirklich eine Augenfreude.
In solchen Gärten gibt es – wenn überhaupt – höchstens ein kleines Eckchen von schönen Kombinationen. Solche Sammler können also aus den oben genannten Gründen in erster Linie nur Einzelbilder von schönen Taglilienblüten zeigen.
Dann gibt es einen völlig anderen Ansatz von Hem-Begeisterten, da diese die schönen Pflanzen unbedingt mit anderen Stauden oder Pflanzen kombinieren möchten. Dazu zähle ich und damit fangen auch schon die Schwierigkeiten an, denn was die erste Gruppe als „gartentauglich“ definiert, wird von dem zweiten Sammlertyp noch längst nicht so gesehen.
Ich z. B. mag gern Ton-in-Ton-Kombinationen. Ich mag auch sehr gern andere Kombinationen, aber sie müssen farblich zu einander passen. Die gelben Taglilien sind ohne Probleme in viele Staudenanpflanzungen zu integrieren. Meinen Traum von einem weißen Beet musste ich leider begraben. Mir gefallen die Cremetöne von ‚Whiter Shade‘, ‚Örlicher Schnee‘, ‚Big Snowbird‘ usw. nicht so gut neben den reinweißen Farben meiner übrigen Pflanzen. ‚Gentle Shepherd‘ gefielt mir von der Blütenform, von ihrer nicht vorhandenen Regenfestigkeit und vom Laub überhaupt nicht, sodass ich sie nach einigen Jahren verschenkt habe, denn ich habe nur Beete, die Regen abbekommen. Das Haus hat zwar schöne weite Dachüberstände, ist aber rundherum mit Fliesen oder Pflastersteinen versehen.
Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Auch die so viel gepriesene ‚Destined to See‘ gefiel mir als Blüte sehr gut und wuchs in meinem Garten auch wunderbar, passte aber leider überhaupt nicht zu meinen vielfältigen anderen Pflanzen. Meine Freundinnen sind glücklich mit diversen Fächern von dannen gezogen.
Und ganz besonders schwer tue ich mich mit den Kombinationen von rosa Rosen bzw. Stauden und rosa Taglilien. Das klappt so gut wie nie, denn einige sogenannte rosa Taglilien sehen für sich genommen richtig schön rosa aus, nähert man sich aber mit ihnen meinen sieben rosafarbenen Rosen oder den Stauden, stelle ich meistens fest, dass die Lilien keinen reinen Rosaton haben. Es kommen immer noch Reste von irgendwelchen zarten gelb-orangen Farben durch. Es ist manchmal zum Verzweifeln. Jetzt nehme ich mir immer Blüten von meinen Rosen und Stauden in einer Plastiktüte mit, damit ich keine nicht passenden Hems mehr erstehe.
In meinen Augen eine weitere Schwierigkeit ist, dass viele neue Züchtungen amerikanische Sorten sind. Die Amerikaner haben ihre Züchtungsstandorte in sehr wintermilden Gegenden, so dass mir schon einige von meinen teuersten Pflanzen in harten Wintern eingegangen sind. Und die Winter hier im Rheinland sind im Vergleich zu anderen deutschen Gegenden noch eher milde.
Weiterhin mögen die Amerikaner anscheinend nur niedrige Taglilienstängel, die im Laub oder nur knapp darüber blühen. Ich mag die gerüschten Sorten schon sehr gern, wenn sie denn hier gut öffnen, aber auch, wenn die Blüten wie große Schmetterlinge deutlich über dem Laub schweben. Die Geschmäcker sind nun einmal verschiedenen.
Und nun gibt es natürlich auch Mischformen von diesen zwei Taglilien-Sammler-Typen.
Ich habe eine Freundin, die früher einen Garten mit gemischten Anpflanzungen hatte, dann vom Taglilien-Virus infiziert wurde und große Gartenpartien mit ca. 500 Taglilien bepflanzt hatte. Nachdem sie sich so in ihrer Sammelleidenschaft einige Jahre ausgetobt hatte, gefiel ihr der Garten überhaupt nicht mehr und nun befinden sich nur noch ca. 50 ihrer schönsten Sorten in ihrem Garten, die kombinierbar waren mit anderen Stauden und Rosen.
Das waren einfach nur einmal ein paar Anmerkungen zu diesem Thema.
Viele liebe Grüße
Elke