'Atropurpurea', eine noch alte und richtig dunkelrote Auslese steht zwischen mehreren Bäumen bzw. Sträuchern, die sie allmählich hungern, dürsten und vergrünen lassen. Ihr ärgster Feind war bisher die Trockenheit: paar Kannen Wasser und eine dicke Mulchschicht lässt sie geduldig sein. Schon zwei Tage hängende Blätter und Triebe lassen die Knospen absterben.
'Pink Spike' hatte ich anfangs an die Nordseite gepflanzt, wo sie ständig mickerte, ihr gefiel an dem Standort überhaupt nichts

und mir nicht die schwarze Bohnenlaus zwischen den Blüten (wer hält schon gern die Nase in Blattläuse!).
Ich habe die Pflanze ausgebuddelt, geteilt, und für zwei Jahre getopft. Eine, schon wieder so groß, dass sie kräftige Blütenstiele hat, pflanzte ich als neue Nachbarin zu stark duftenden H.paniculata 'Unique' und Clematis mandshurica in pralle Nachmittagssonne. Paar Meter weiter steht ein Mauerbrunnen, aus dem ich bei Gießwetter immer wieder ein paar Kannen Wasser schöpfe für diese durstigen Sträucher. Sie hängen nicht, sie verbräunen nicht- sie sind einfach prachtvoll und eine olfaktorische Wonne, wenn man an ihnen vorübergeht.
Die zweite Pflanze steht jetzt zwischen Phlox und Helenium, die ja auch immer wieder mal einen Schluck Wasser brauchen. Viel Sonne, aber nicht mittags. Nicht verbrannt oder schlapp geworden.
Ihr geht es gut, sie bestockt sich, hat für das erste Jahr zufriedenstellend geblüht und geduftet!
Unser Lehmboden wird Trockenzeiten so fest und reißt, dass das Wasser ungebremst durch die Spalten fließt. Dann sind alle alten und neuen Vertreter von Actaea hier für ein Jahr verloren. Ich kann sie nur durch regelmäßige und auch prophylaktische Wassergaben vital erhalten. 'Pink Spike' scheint mir in der Blattfärbung und Vitalität zuverlässiger als 'Atropurpurea' zu sein (mit den anderen hohen Sorten habe ich keinen Versuch gemacht), ob die geringe Höhe daran beteiligt ist?