Vor lauter 'Piepsi' ( und den paar anderen Sachen, die man halt auch so noch zuerledigen hat

) komme ich auch kaum mehr dazu, hier reinzuschauen.
Sie (es wird wohl ein Mädchen bleiben) mausert sich auch gerade und schaut ziemlich zerfleddert aus, was aber ihrer Bewegungs-/Fluglust keinen Abbruch tut.
Wie sie jedoch draussen mit so einem Gefieder durch den Regen kommen sollte, ist mir wirklich ein Rätsel

. Sie wird wohl auch überwintern müssen und deshalb hat sie seit vorgestern nun doch einen Partner!

Nach weiß Gott wieviel Stunden im Netz und am Telefon bin ich auf einen Züchter hier ganz in der Nähe gestoßen und die 3/4 Std im Auto war dann für den kleinen Kerl glaub ich nicht so schlimm.
Jedenfalls hat er gleich ganz schön den Platzhirschen gespielt, man hat gleich gemerkt, dass er im Gegensatz zu Piepsi ganz ordentlich vogelmäßig sozialsiert ist und seine Brötchen bisher sicher erkämpfen mußte.
Er hat ihr gleich gezeigt, wo der Hammer hängt und meine Friede- Freude -Kuschelträume waren erst mal den Bach runter.
Wahrscheinlich war Piepsi auch zu distanzlos, ist völlig arglos auf ihn zugegangen (flogen) und hat natürlich dann gleich Prügel bezogen...
Er ist ungefähr gleich alt, hat aber die Mauser schon hinter sich, man kann schon die Kehlfleckausbildung beobachten und hat auch eine kräftigere Brust als Piepsi.
Aber so schüchtern ist das kleine Mädchen doch auch nicht. Jedesmal, wenn er sie heute vom Futter vertrieb, hat sie sofort versucht, von anderer Seite wieder heranzukommen (was ihr auch immer besser gelungen ist und als ich ihr dann Fliegen fütterte und er dabei aufgeregt herumflatterte, weil er natürlich Angst vor Menschen hat,ist sie ihm sogar kurz nach und hat nach ihm gehackt! Mit Verstärkung im Rücken war sie plötzlich ganz mutig ..., bzw. sie hat dann seine kurzzeitige Schwäche gleich ausgenutzt.
Das hat mich dann etwas beruhigt, nachdem ich gestern das Gefühl hatte, schon wieder alles falsch gemacht zu haben, nachdem ich mir im Netz nun schon unzählige Male die Erkenntnis einen fehlgeprägten Spatzen, der nie wieder 'normal' leben kann, herangezogen zu haben, abgeholt habe.
Aber was hätte ich denn machen sollen, wie kann man ein Tier nicht auf sich prägen, das man mit der Hand aufzieht?
Wenn (falls) die beiden sich einigermaßen vertragen, werde ich mich natürlich versuchen immer mehr rauszuziehen, wenn ich auch wenig Hoffnung habe, dass sie wirklich nochmal ein richtiges überlebensfähiges Wildtier wird.
Frag mich jetzt keiner, was ich dann machen werde, ich weiß es selber nicht, ich will keinen Spatzen (oder 2) in der Voliere, ich will sie aber auch nicht als Katzenfutter hinauslassen.
Momentan mache ich mir erst mal Gedanken über eine praktikable, artgerechte Überwinterung...
Martina, ich habe soviel schlechtes über Mehlwürmer und Gefiederschäden gelesen und erfahren (von Züchtern), versuch doch, die Menge zumindest runterzufahren, bzw. sie wenigstens vorher in Vitaminpulver zu panieren.
Das Problem dabei ist, dass diese Teile offensichtlich viel zu wenig verwertbare Nährstoffe ( Mineralien, Vitamine, brauchbare Aminosäuren) für heranwachsende Vögel haben, dagegen aber so einen hohen Energiegehalt, dass sie ungemein sättigen und die Tiere dann auch keine Lust mehr auf andere, wesentlich gesündere Sachen haben.
Meine hat auch kein so optimales Gefieder, weil halt ihre Versorgung im Vergleich zur Naturaufzucht vermutlich auch nicht optimal war, jetzt hoffe ich mal auf die Mauser und die mittlerweile etwas umgestellte Ernährung. An ihrem Kollegen kann ich gut sehen, wie das Gefieder eigentlich sein müßte. Bei ihm hätte ich überhaupt keine Bedenken, ihn sofort auszuwildern, auch verhaltensmäßig nicht!