Und hier mein Text zu Evis erstem Gartenbuch:
Beide Autorinnen sind mir aus einem Gartenforum "bekannt"; Evis Gartenreportagen in verschiedenen Gartenzeitschriften habe ich schon sehr gern gelesen und die Fotos bewundert. Sie hat ihre Buchhändlertätigkeit beendet und widmet sich jetzt hauptberuflich der Gartenfotografie. Dr. Karen Meyer-Rebentisch hat bereits zwei Gemüsebücher veröffentlicht (die ich beide aber nicht kenne).
Deshalb war die Neugier auf dieses Gemeinschaftswerk (textlich schrieben Evi und Karen jeweils die Hälfte) natürlich groß. Und obwohl ich schon viele Bücher mit Gartenporträts kenne, auch dieses lohnte sich zu lesen, meine Erwartungen wurden erfüllt!
Es ist ein hochwertiger Bildband mit vielen stimmungsvollen, wunderschönen, wirklich tollen, zum Teil großformatigen Fotos. Einige Gärten sind in den verschiedenen Jahreszeiten fotografiert, dabei wurden oft die Blütenhöhepunkte genau abgepasst. Hier merkt man, daß die Fotografin selbst leidenschaftlich gärtnert; ihren eigenen Garten stellt sie übrigens auch vor.
Positiv anzumerken ist, daß im Gegensatz zu manch anderen Bildbänden hier nach Evis Aussage nichts geschönt oder umdekoriert, umgesetzt wurde, sonden die Gärten so fotografiert wurden, wie sie auch wirklich sind. Das merkt man auch und dadurch wirken sie sehr authentisch, das macht den Charme der Bilder aus.
Die 17 Portraits der Gartenbesitzer (Frauen, Männer, Ehepaare aus Niederbayern) und die Beschreibungen ihrer - meist selbstgeplanten und angelegten - , unterschiedlichen Paradiese sind stimmungsvoll, aber fachlich fundiert formuliert und unterhaltsam zu lesen. Jedes Porträt beginnt mit einem großformatigen Pflanzen- oder Gartenfoto und einem kleinen Gartensteckbrief, dann folgen die ausführlichen Erläuterungen zum Garten und seiner Entstehung, ein Foto der Gartenbesitzer(in) bzw. des Ehepaares sowie ein passendes Zitat. Da ist die Rede von der Leidenschaft zu Rosen oder zu Rhododendron, von der Schwäche für Magnolien, dem Gespür für Pflanzen, dem Forscherdrang, der Faszination für seltene Gehölze, dem Mut zu neuen kreativen Ideen - eine Vielfalt von gelungenen Gärten auf dem Land gibt es zu bestaunen.
Die auf den Fotos gezeigten Pflanzen sind erfreulicherweise mit ihrem botanischen Namen versehen.
Schade ist allerdings, daß man viele der Gärten nicht auch selbst besuchen kann - es gibt jedenfalls nur drei Hinweise auf eine Besuchsmöglichkeit. Denn darauf bekommt wieder so richtig Lust.
Ebenfalls schade, daß das Titelbild so gar nicht zu den anderen Fotos paßt. Es ist, wie ich erfuhr, auch das einzige nicht von Evi gemachte!
Ein beeindruckendes Erstlingswerk, daß den Vergleich mit bekannten Gartenfotografinnen und -autoren nicht zu scheuen braucht und das ich als Ideengrube für die eigene Gartengestaltung, als Lese- und Schauband wärmstens empfehlen kann. Ich hoffe, daß weitere Bücher folgen...