... Aber was kann eine gut sortierte 08/15 Baumschule, die ihre Rosen als Veredelung zukauft, wirklich als Sortiment vorhalten und auch absetzen? ...
was sie kann ist mir egal, was sie sollte: nichts.
es gibt baumschulen und es gibt rosenschulen, und das aus gutem grund. 08/15 hin oder her. diese gartencentervollspektrummarketingidee führt nur zu einer verabscheuungswürdigen, schlicht traurigen sortimentsverflachung. pfui!

Soll ich darauf wirklich antworten?...
Wer nur in einer spezialisierten Rosenschule kaufen mag, soll dies tun. Kunden, die nach eine bestimmten Sorte suchen, die ich nicht oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand besorgen kann, empfehle ich gerne auch entsprechende Anbieter, bei denen sie selbst bestellen können. (Ein nettes Erlebnis hatte ich vor einigen Jahren, als ich bei einer weißen Moosrose passen musste. Einige Wochen später kam die Kundin erneut und schenkte mir eine wurzelnackte Rosa centifolia 'Muscosa Alba' für die Beratung, die heute in meinem Garten steht.)
Hier auf dem Land gibt es (glücklicherweise?) jedoch die Nachfrage nach einem Sortiment, dass auch Rosen, aber auch Stauden einschließt. Ist es dann verwerflich, auch Rosen zu verkaufen, auch wenn man nicht die Sortimentstiefe eines spezialisierten Rosenanbieters vorhalten kann?
Die typische "Samstagvormittag-Kundschaft" kommt eben mit der Erwartung, nach einer Beratung mit einer kompletten Beetbepflanzung im Kofferraum vom Hof zu fahren, um diese am Nachmittag einbuddeln zu können. Ich schäme mich dann nicht, 'Leonardo da Vinci', 'Aprikola' oder 'Eden Rose 85' verkauft zu haben, weil ich sicher bin, dass sie bei diesen Kunden "funktionieren" werden.
Viele Kunden fragen übrigens nach einem ADR-Siegel beim Kauf einer Rose und sind dann erstaunt, wie alt z.B. die ADR-Prüfung bei 'Schneewittchen' ist und dass es wesentlich robustere weiße Strauchrosen gibt, die nie die ADR-Prüfung durchlaufen haben.