. Diese wenigen Exemplare von Tüpfelfarn sind Reste alter Bestände, als der Standort noch nicht unter der Last der im Flachland enormen Gülleproduktion und der Einträge durch die Stickstofffracht in der Luft stand.
Häää 
Daß das Tüpfelfarnvorkommen etwas mit der Gülleausbringung auf Äcker und Wiesen zu tun hat, ist für mich nicht verständlich.
Wir haben eine Landwirtschaft, und bringen Gülle aus.
Und trotzdem gibts ziemlich viel Tüpfelfarn in unserem Wald in Bachnähe. Das Gebiet ist auch ziemlich felsig und karg, schattig. Das gefällt ihm ganz sicher besser als lichte Wälder mit Brennesseln.
lg Biene
Die flächendeckende Anreicherung von Stickstoff in nicht landwirtschaftlich genutzten Böden rührt aus der zunehmenden Luftverschmutzung des 19. und 20. Jh.
In den Abgasen von Autos und Industrie - alles was Benzin, Diesel, Gas, Kohle verbrennt - sind Stickstoffoxyde, die als Stickstoffeinträge im Boden landen und somit arme, magere Böden "aufdüngen" und Konkurrenzsituationen für Pflanzen negativ verändern, die nährstoffarme Standorte besiedeln, sie werden dann von Allerweltspflanzen, die bedeutend schneller wachsen können, verdrängt.
Pflanzen von armen Standorten können oftmals ein größeres Nährstoffangebot nicht aufnehmen und in mehr Wachstum umsetzen
Die Gülle-Ausbringung zieht hauptsächlich Nitratprobleme im Grundwasser und Überdüngung von Gewässern nach sich, in zweiter Instanz durch mikrobiologische Umsetzungsprozesse aber wiederum auch die freisetzung von NO an die Atmosphäre. In Folge von Stickstoffdüngung ist die Emission landwirtschaftlich genutzter Böden (Ackerbau, Grünlandwirtschaft) um ein mehrfaches höher als diejenige natürlicher und naturnaher Ökosysteme (z. B. Wald). Die Stickstoffoxid-Emissionen aus landwirtschaftlichen Nutzflächen machen etwa 1/6 derjenigen des Straßenverkehrs aus und tragen zusammen mit den Freisetzungen aus natürlichen Ökosystemen zur flächenhaften Hintergrundbelastung im ländlichen Raum bei. (Quelle:http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/no.htm)
Aber zurück zu den Farnen:
meinem Empfinden nach besiedeln Farne Nischen, die von anderen Pflanzen nicht mehr besetzt werden können, hauptsächlich wegen Lichtmangel und Bodenzusammensetzung - wobei in reinen Fichtenbeständen auch Farne kein Licht mehr zum Leben haben.
Und Wasserversorgung, Boden-Ph, umgestürzte oder entnommene Bäume schaffen "Inseln" in so einem strukturreichen Lebensraum wie dem Wald, die relativ nahe beieinander sehr unterschiedliche Lebensbedingungen anbieten können.
Ich kenne Polypodium aus den Ardennen auf beschatteten Schieferfelsen, oft mit Asplenium trichomanes, für Farne ein eher sehr trockener Lebensraum, im Garten steht er inzwischen überwachsen unter anderen Farnen im Lehm, wächst aber eeeelendig langsam, so dass er wohl nicht sehr konkurrenzstark ist, auch unter guten Bedingungen.