Zwischenbericht zur nachweihnachtlichen Tüpfelfarnsuche.
Heute machte ich meinen Verdauungspaziergang in einem Waldstück etwa 4 km nördlich vom Tüpfelfarnfund. In diesem Waldstück haben wir als Kinder schon Waldheidelbeeren gepflückt.
Die Vorkommen existieren auch heute noch. Trotz intensiver Suche konnte ich jedoch keinen einzigen Tüpfelfarn entdecken.

Dafür fiel mir jedoch auf, dass die Standortamplidude für Vaccinium myrtillum offenbar doch größer sein muss als man das nach den genannten Zeigerwerten für die Bodenreaktion und die Nährstoffarmut vermuten könnte.
Dieser Wald verfügt im Gegensatz zu dem Tüpfelfarnstandort über eine ausgesprochen artenreiche Krautschicht, die sich mosaikartig, jedoch flächig über das Waldstück verteilt. Neben ausgedehnten Einzelvorkommen von Oxalis (vermutlich O. acetosella) und sogar Galium odoratum abseits der Wege ist mir heute an den Wegrändern vor allem ein flächendeckender Bestand von Geum urbanum aufgefallen, der an mindestens einer Stelle stark mit Ajuga reptans durchsetzt ist. Aus dem Sommer erinnere ich mich an Impatiens noli-tangere, Eupatorium cannabium und an sehr feuchten Stellen auch an Filipendula ulmaria.
Obwohl diese Arten eigentlich alle nährstoffreichere Standorte bevorzugen und zum Teil auch höheren Ansprüche an PH-Wert haben, scheinen die Vaccinium-Bestände durchaus vital und keine Reliktvorkommen zu sein.
Die These, Polypodium vulgare und Vaccinium myrtillus einfach nur als Relikte von ehemals größeren Populationen zu betrachten, die durch Eutrophierung, Grundwasserabsenkung oder was auch immer auf dem Rückzug sind, scheint daher für mich nicht unbedingt ein geeigneter Erklärungsansatz zu sein.
PS.: Ich werde auch weiter nach den Tüpfelfarnen suchen.