Um zum Thema zurückzukehren

Nachdem ich hier ein wenig mitgelesen habe, fällt mir beim Blättern im häuslichen Fundus erstmals auf, daß auf Fotos von Bauhausarchitektur kaum jemals Gärten zu sehen sind, bestenfalls ein paar Bäume und Sträucher, Rasen- und Kiesflächen. Oder es wird, wenn ein Haus mitten in der Landschaft steht, im Text ausführlich, aber auschließlich auf diese jeweils spezielle Situation Bezug genommen.
Bei meiner Suche nach Erklärungen habe ich eine nicht unkritische Rezension zu dem Buch
Die Gärten des Bauhauses gefunden, das einige Fragen dazu beantwortet. Minimalistische Ästhetik war Anspruch der Architekten der 20er und 30er Jahre offensichtlich auch in Hinblick auf Gartengestaltung, als Reaktion auf überbordenden Gründerzeitkitsch und wohl auch als Ausdruck einer schlechten Zeit, in der ein kleiner Garten in erster Linie die Menschen zu ernähren hatte. Die Bewohner dürften das allerdings nicht so eng gesehen haben

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Dass die minimalistischen Intentionen von Gropius von den Mietern nicht nachvollzogen wurden, beweisen die Abbildungen der Dessauer Meisterhäuser. Die Bewohner Kandinsky, Klee, Feininger und Schlemmer betätigten sich gärtnerisch und legten Rabatten an, pflanzten Flieder und Rosen oder bepflanzten Balkonkästen. Schuf der Minimalismus der Gestaltung von Gropius einen Freiraum für individuelle gärtnerische Selbstverwirklichung? Ist Leere für das Individuum schwer zu ertragen und muss durch Gestaltung gefüllt werden? Als gärtnerischer Rückzugsraum wurde die uneinsehbare Dachterrasse genutzt, denn die Kiefernlandschaft bot keinen Sichtschutz. Ein Dilemma der Moderne?"Ernst A. Plischke hat zusammen mit seiner Frau Anna, einer Gartenarchitektin, Häuser
mit Gärten entworfen. Leider finden sich im Netz weder Fotos davon, noch von ihrem üppigen Garten in Wellington/Neuseeland, wohin sie 1939 emigriert waren; auch nicht ihr Artikel
A garden for Pleasure, in dem sie dessen Werden beschreibt.