Ich glaube es war dem damaligen reformerischen antibürgerlichen und demokratischen Verständnis zuwieder. Millionenfaches my home is my castle. Alle möglichen Künste und körperlichen Ertüchtigungen wurden ins Visier der Planer genommen, aber das auf privatem Grund und Boden in der Erde buddeln gehörte einer anderen Zeit an und war für die Zukunft in so großem Stil nicht vorgesehen.
Die Ideologie der Nazis dagegen, da lebte alles kleinbürgerliche gemütliche, Heim, Heimat, Familie und Boden wieder auf.
Wie ich in #22 schon schrieb:
Das Bauhaus wollte gesellschaftliche Unterschiede beseitigen und zum Verständnis zwischen den Völkern beitragen - und war deswegen den Nazis zu "internationalistisch" bzw. "kommunistisch".
Als das Bauhaus seinen Siegeszug antrat, war es in Deutschland schon nicht mehr wirklich willkommen, und Gartenarchitekten der Zeit geprägt bis gedrängt, entweder formal zu gestalten, oder auf den "Naturgartenideologie"-Zug aufzuspringen - um im Geschäft zu bleiben.
Für Experimente und kreative Auseinandersetzung mit Neuerungen war keine Luft mehr.
Vielleicht noch ergänzt um die Info aus
Die Gärten des Bauhauses :
"Von den Architekten der klassischen Moderne wurde der Anspruch erhoben, dass ein Bauwerk für sich selbst zu stehen habe und von allen Seiten an- und einsehbar sein solle. Sie verzichteten bewusst auf geschichtliche Bezüge der Architektursprache und traten für ein neues kommunikatives Bezugssystem von Körper und Raum ein. Mit dem Festlegen des funktionalen Baukörpers in einem Raum kam der Architekt aber nicht umhin, sich zum Außenraum zu äußern. Was geschieht mit dem Außenraum des Bauwerkes? Was geschieht mit der Leere zwischen zwei Häusern? Wenn der Architekt beginnt, sich dieses Problems anzunehmen, so muss er sich zwangsläufig entscheiden und gestalten.[2] Die Reduktion eines Gartens auf Rasen, Bäume und Kieswege, die mit einer kniehohen Barriere umfasst sind, ist eine gestalterische Entscheidung des Architekten."
Also gab es Überlegungen zur Notwendigkeit einer Gestaltung der Leere zwischen zwei Häusern - spiegelt sich auch in den in der Rezension genannten Bestrebungen, Gartenarchitektur in den Ausbildungsumfang des Bauhauses aufzunehmen wieder - aber es kam nicht mehr dazu.