UV-Filter ja oder nein ist eine fast schon fotoreligiöse Frage. Die Anhänger sind einer sachlichen Diskussion gegenüber meist nicht aufgeschlossen, denn wer glaubt, will nicht wissen. Und wer solche UV-Schutzfilter einmal gekauft hat, will glauben, dass seine Geldausgabe nicht sinnlos war.
Das Risiko einer Beschädigung der Frontlinse ist mit UV-Filter höher als ohne UV-Schutzfilter. Da das Glas des UV-Filters sehr dünn ist, zerbricht es recht schnell. Die Splitter sind aber sehr gart und scharfkantig und es besteht die Gefahr, dass diese Splitter die Frontlinse beschädigen.
Ein besserer Schutz der Frontlinse ist die Gegenlichtblende. Falls man irgendwo anstößt oder das Objektiv herunter fällt, geht eher das Objektiv kaputt, als dass die Frontlinse beschädigt wird. Zudem verschlechtert auch der beste UV-Filter die optische Qualität und billige UV-Filter ganz besonders. Es ist sinnlos, sehr teure Objektive zu kaufen und dann die Bildqualität durch einen UV-Filter zu verschlechtern. Da kann man gleich billige Objektive kaufen und spart bei gleicher Bildqualität ein paar Hundert Euro.
Es gibt aber ein paar Nischenanwendungen, wo ein UV-Schutzfilter Sinn macht, z.B. am Meer und in der Wüste bei Wind. Die Meeresgischt ist salzhaltig und das Salz beizt Veredelungsschichten auf der Frontlinse ab und kann bei längerer Einwirkung je nach Glassorte sogar das Glas anätzen. In der Wüste kann bei Wind Staub und feiner Sand ähnlich wie beim Sandstrahlen wirken und die Frontlinse anschmirgeln.
Für eine Sache sind UV-Schutz-Filter zweifellos gut - zur Umsatzsteigerung der Anbieter. Es ist wie bei Homoöpathie und Bachblüten. Es ist zwar ohne positive Wirkung, aber man kann gute Geschäfte damit machen.