„Getrud, Du kannst es Dir nicht vorstellen,“ berichtete ich beim morgendlichen Kaffetrinken-Croissantessen in Trudis Heustadel, „heute morgen ist er in einen Laternenpfahl gelaufen.“
Gertrud quietschte: „Das kann auch nur euch passieren! Erzähl. Und krümel‘ nicht!“
.
„Ich krümel‘ nicht! Ich krümel‘ nie!“ Sorgfältig legte ich mein Croissant auf den Teller. "Also, wir sind auf dem Stück Bürgersteig an der Lachwiese. Ti dreht sich rum, weil da im Feld ’ne Frau mit grünem Hut war. Das war aber auch ein komischer Hut, nebenbei bemerkt. Und dann sage ich, nun hast du aber ausgestaunt. Und Ti sagt: Ich komm’ ja schon, läuft auch ganz brav weiter, schaut aber immer noch nur auf den Hut. Und rumms!“
.
Und schon lag das Croissant auf dem Teppich. Wieder einmal. Dabei hatte Trudi mich schon mit einem dieser großen Weihnachts-Pappteller ausgestattet, weil ich krümelte. Also, angeblich! Natürlich krümele ich nicht.

.
.
Sie reichte kommentarlos Handfeger und Schippe. „Du mußt übrigens gar nicht immer so tun“, versuchte ich abzulenken, während ich mit der Kehrschaufel zugange war. „Du machst mit der Hardy ja auch einiges mit. Denk bloß mal, wie Du an der Wasserleitung gehangen bist.“ Der Kontakt mit der Berieselungsanlage hatte Gertrud einen gebrochenen Arm gekostet.
.
Hardy Hannah alias Hannelore war eine sehr temperamentvolle junge Dame. Gertrud liebte sie über alles. Hardy - „die Schwimmkartoffel“ nannte Gertrud sie, wenn Hannelore im Springunterricht mal wieder etwas unsicher und wackelig auf ein Hindernis zusteuerte - buckelte ums Leben gern. Gertrud liebte Buckeln, bei ihr buckelten sogar Pferde, die sonst im Leben noch nicht gebuckelt hatten.
.
„Gerd hing auch schon an der Leitung!“ Gertrud nahm mir die Schippe ab. „Mit Extrapfiff! Der lag waagerecht in der Luft und hielt noch die Zügel. Bis Lore einen eleganten Ausfallschritt machte und Gerd zu Boden platschte.“