und Fremden ist Füttern bei Todesstrafe verboten.
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Ich kann es auch gar nicht ab, wenn andere mein Tier füttern. Drum füttere ich auch keine Katzen, die hier durchlaufen. Zumal manche Leute so blöd sind und gar nicht wissen, was ein Pferd nicht verträgt. Wir haben nicht nur einmal Nachtwache geschoben, weil wir Kohlblätter und ähnliches bei den Pferden fanden.
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das ergreifende Lied vom sterbenden Esel

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Mit dem Gras kam Ti ganz gut zurecht, wir hatten auch nicht so fette Koppeln; es war das elende Leckerlifüttern. und wirklich fett war er natürlich nicht, er hatte ja gut Arbeit.
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Es fütterten ihn übrigens nicht nur die Menschen: Ritma in der Box neben ihm - es gab keine Boxenwände, die Abtrennungen waren aus Stangen mit größeren Zwischenräumen (was ich unfallträchtig finde), gab ihm auch!
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Ritma bekam bergeweise Heu; Seeberg war der Ansicht, das Kontingent reiche nicht, und legte immer nach. Eines Tages kam Kerstin an und sagte, Ritma schiebe ihr Heu zu Tignous rüber, wenn der mit seinem fertig sei.
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"Kerstin! Nicht tun! Wir reden ja gerne über die Tiere wie über die Menschen, aber man soll Pferde nicht vermenschlichen. Da hat Ritma halt mal den Kopf bewegt und aus Versehen was rübergeschubst." Seeberg und ich hielten ihr das beide vor.
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Kerstin war beleidigt, aber da mußte sie durch, sie sollte ja auch was lernen.
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Einen Tag später war ich um die Zeit da. Ti hatte sein Heu verputzt, seine Nachbarin hatte noch einen großen Haufen. Ti scharrte. Ritma schaufelte Heu zu ihm rüber, Nicht nur einmal - dreimal, bis er wieder gut versorgt war.
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Ich sagte das erstmal niemandem. Halluzinationen muß man nicht breittreten.
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Zwei Tage später kam Seeberg und entschuldigte sich in aller Form bei Kerstin: "Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte... Sie macht es, sowie er scharrt, und schiebt soviel zu ihm rüber, bis er zufrieden ist."
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Genau das hatte ich gesehen. Drei Leute, unabhängig voneinander, hatten das nun beobachtet.
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Ich schwöre, das ist wahr!