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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?  (Gelesen 24390 mal)

Petra 2

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Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« am: 11. April 2013, 08:21:46 »

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps bezüglich der Anpflanzung von Bäumen, Gehölzen oder Sträuchern geben.

Ich möchte meine freiliegende Koppel vor Westwind schützen.
Sie endet an einem Feldweg bzw. Acker und der zu bepflanzende Streifen auf einer Länge von 40 m ist meistens feucht bis nass.

Welche Bäume/Gehölze/Sträucher vertragen das? Sie dürfen auch für Schafe, Esel, Pferd nicht giftig sein, z.B. keine Thuja.

Vielen Dank im voraus.
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Viele Grüße von Petra

partisanengärtner

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #1 am: 11. April 2013, 08:25:34 »

Weiden Birken Erlen würde ich pflanzen (Weiden einfach stecken). Ob die allerdings auch für Pferde taugen weiß ich nicht.
Weiden haben hier die Landwirte auf nassen Böden gern genommen um den Wind abzuhalten und den Boden etwas trockener zu bekommen. Allerdings gibt es hier kaum Weidevieh. Bei Erlen würde ich Grünerlen nehmen die bleiben kleiner und sind wohl besser als Windschutz.

Mein Vater hat eine nasse Wiese mit Weiden eingegrenzt. Das Haus steht schon lange nicht mehr aber die Weiden stehen nach 50 Jahren immer noch.

Zitterpappeln würden auch gehen. Ob man die einfach stecken kann oder Wurzelstecklinge nehmen muß kann ich nicht sagen. Ich würde aber alles in einger Entfernung zum Zaun pflanzen/stecken da die Pflanzen sonst gleich rausgerupft werden. ;)
« Letzte Änderung: 11. April 2013, 08:35:08 von partisanengärtner »
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Axel

Staudo

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #2 am: 11. April 2013, 08:41:50 »

Birken vertragen Staunässe eher nicht. Eingewachsen Eichen kommen dagegen gut damit zurecht. Man kann robustere Bäume zur Sicherheit auf kleine Hügel pflanzen.

Ich würde vermutlich Weiden nehmen. Die kosten nichts, wachsen schnell und sind auch schnell wieder weggesägt. ;)
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partisanengärtner

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #3 am: 11. April 2013, 08:46:49 »

Es gibt Moorbirken die lieben staunasse Standorte. Aber Weiden würde ich auch bevorzugen, die kann man schön niedrig halten ;). Die hohen Birkenstämme halten Wind nicht wirklich ab.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moor-Birke
« Letzte Änderung: 11. April 2013, 08:50:21 von partisanengärtner »
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wildwuchs

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #4 am: 11. April 2013, 08:53:07 »

Auf meinem Grundstück und dem angrenzenden Gemeindestreifen stehen sowohl Erlen, Birken als auch Weiden (ehemals Moor, also sehr naß).
Wikrliche Langzeitbeobachtungen sind es nicht (jetzt 7 Jahre, alle Bäume standen schon), aber die Erlen stehen sehr eng und bilden so an der Grundstücksgrenze eine Wand, da sie sich gegenseitig in Schach halten. Besser verzweigt - also breiter in der Krone - sind die Weiden. Kippkandidaten waren in den letzten jahren die alten, großen Weiden.
Aus meiner Erfahrung kann man Weiden besser stutzen wenn man keinen Wert auf Höhe legt.
Pappeln hab ich nicht hier stehen, aber in den letzten Jahren mußten hier in der Gemeinde viele Pappeln gefällt werden weil die wohl nicht so alt werden.
Leider kenne ich mich mit Sorten nicht so wirklich aus. Gut möglich das es zwischen den einzelnen Erlen und Pappelsorten unterschiede gibt.
Wenn´s nicht so hoch werden brauch und auch eher buschig wachsen darf würd ich an deiner Stelle eventuell auch die gute alte Haselnuß in Betracht ziehen. Die wächst hier auch und scheint keine Probleme mit dem Boden zu haben. Veträgt jede Art von Rückschnitt und wächst breiter.
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Gartenplaner

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #5 am: 11. April 2013, 09:29:17 »

In den Wiesen vorm Dorf bei uns, auch recht grundwassernah und überschwemmt im Winter, hat der Landwirt, der dort Pferde hält, ganz viele Pappeln und Weiden pflanzen lassen, teils als Kopfweiden, teils freiwachsend, ich glaub da eher als Schattenspender.
Insofern sind zumindest die pferdeverträglich :)
Erlen sind für solch einen Standort auch perfekt geeignet und haben dazu noch eine schöne Wuchsform.
Pappeln können nach ~70 Jahren anfangen, zu vergreisen und schmeißen dann alte Äste oder brechen auseinander.

Eschen (Fraxinus excelsior), Eichen (Quercus robur), Ulmen (Ulmus minor, Ulmus laevis), Traubenkirsche (Prunus Padus) und Feldahorn (Acer campestre) gehören zur Hartholzauengesellschaft, vertragen also auch ab und an Überschwemmung oder hohen Grundwasserstand.

Bei Heckengehölzen mag es Cornus sanguinea auch feucht - ob so feucht bis nass weiß ich allerdings nicht.
Viburnum opulus, der feuchte Stellen bevorzugt, ist möglicherweise giftig fürs Vieh, das weiß ich nicht.
Sambucus nigra und Crataegus monogyna und laevigata können auch noch auf so einem Standort wachsen - auch keine Ahnung über Giftigkeit
« Letzte Änderung: 11. April 2013, 10:14:20 von Gartenplaner »
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macrantha

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #6 am: 11. April 2013, 09:50:42 »


Pappeln können nach ~70 Jahren anfangen, zu vergreisen und schmeißen dann alte Äste oder brechen auseinander.
Das machen Weiden aber genauso (ich lasse fast jedes Jahr meine alte Silberweide zurücknehmen, damit nicht ganz so viele große Äste herunterkommen).
Aber wenn es auf einer PferdeWeide (wie passend ;) ) ist, dann ist Windbruch wohl nicht so das Thema.
Erlen sind in der Tat sehr gut geeignet - gehören ja auch in unseren heimischen Auwald.
Man kann sowohl die Pappeln als auch die Weiden und Erlen alle paar Jahre umschneiden und die Pflanzen so klein halten (Der Stamm treibt dann wieder mit vielen Trieben aus - also wie im Plenterwald).
Es gibt natürlich auch sehr hübsche Auwaldgehölze anderer Länder - die sind dann halt exklusiv. Also für den Fall, das Du an einer Stelle was besonderes möchtest, wäre Catalpa oder Liquidambar was (der Liquidambar kommt nicht in ganz so frischen Bereichen vor, ist aber als einziger durch den langsameren Wuchs nicht so windbruchgefährdet.)
Apropos Windbruch: dazu neigen alle schnellwachsenen Gehölze - das liegt nunmal in ihrer Natur. In den sich schnell verändernden Auwaldbereichen ging es nun mal nicht darum, 300 Jahre alt zu werden, sondern schnell zu wachsen und Nachkommen zu produzieren.
Wenn Eiche, dann am besten sowas wie Quercus palustris (der Name ist Programm).
Ulmus laevis und Pinus sylvestris sind übrigens auch Arten der Bruchwälder.

LG
macrantha
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uliginosa

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #7 am: 11. April 2013, 10:58:22 »

Ich kenne Moore, die voller Birken stehen, von denen die wenigsten Moorbirken sind - auch die normale Hängebirke verträgt Nässe ganz gut. Und mit echter Staunässe, Einstau von Gräben, Überstauung einen ganzen Sommer lang, kann man auch ausgewachsene Erlen umbringen.

Wenn deine Koppel eine Wiese mit Süßgräsern ist, kein Moor und nicht voller Seggen oder Schilf z.B., dann müssten auch alle genannten Baumarten damit zurecht kommen.

Am besten du pflanzt in 2 Reihen, immer schön diagonal versetzt und mischt die verschiedenen Arten. Dann bleibt, auch wenn manches eingehen sollte, bestimmt genug übrig, was den Wind abhält.

Oder du pflanzt eine Reihe niedrige Weiden - Salix aurita, die Ohrweide macht runde dichte Büsche und verträgt richtig viel Staunässe - und eine Reihe Bäume, die ergänzen sich dann in der Höhe und der entsprechenden Windschutzwirkung.

Und was das mögliche alter der Bäume betrifft, auch Birken werden kaum älter als 80 Jahre. Dir kommt es ja sicher auf schnelle Wirkung an, und da sind Birken und Zitterpappeln z.B. sicher zu empfehlen. für Langlebigkeit einzelne Eichen einstreuen. (Aber die brauche auch Licht zum Wachsen) aber was interessiert uns, was die Bäume da in 70 Jahren machen? ;)
« Letzte Änderung: 11. April 2013, 11:02:13 von uliginosa »
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Danilo

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #8 am: 11. April 2013, 13:01:54 »

Um Mal wieder eine Lanze für die ständig verbal malträtierten Pappeln zu brechen: Langlebige, nicht-brüchige Varianten sind Populus alba und insbesondere P. nigra. Bei letzterer ist darauf zu achten, daß man tatsächlich diese Pappel, also etwa die ssp. nigra oder betulifolia und nicht etwa eine Hybride erhält. Die echte Schwarz-Pappel wächst zu mächtigen, im Habitus den Eichen ähnlichen, knorrigen Großbäumen heran, die trotz Raschwüchsigkeit mehrere Hundert Jahre alt werden können. Das gilt analog für P. alba.

Kurzum: Ich würde mindestens eine Schwarz-Pappel pflanzen. :D
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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #9 am: 11. April 2013, 15:37:51 »

@Danilo:
Danke für die Info!!
Irgendwie schwirrt immer diese "Altersgebrechlichkeit" von Pappeln herum - aber ich wunderte mich immer, wieso eine Gruppe von riesigen, uralten Pappeln am Bach vor unserem Dorf nicht schon längst zusammengebrochen sind.....und hier in Düsseldorf stehen auch riesige Exemplare an einigen Stellen entlang der Düssel - mitten in der Stadt, zu beiden Seiten vielbefahrene Straße.
Das klärt einiges :D
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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #10 am: 11. April 2013, 15:50:54 »

Hasel, Erle, Birke.....

Allergisch sollte man da aber nicht sein, hatschie! ;)
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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #11 am: 12. April 2013, 08:45:36 »



Man kann sowohl die Pappeln als auch die Weiden und Erlen alle paar Jahre umschneiden und die Pflanzen so klein halten (Der Stamm treibt dann wieder mit vielen Trieben aus - also wie im Plenterwald).


Die Bezeichnung Plenterwald ist hier etwas irreführend. Unter Plenterwald versteht man Hochwald , d.h. aus Kernwüchsen (Samen) enstandenen Wald, in dem aufgrund der Einzelstammweisen Nutzung nahezu alle Altersklassen nebeneinander vertreten sind.

Wälder die aus Stockausschlägen enstanden sind bzw. immer wieder so verjüngt werden bezeichnet man als Niederwald.
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Petra 2

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Re:Welche Bäume oder Gehölze vertragen Staunässe ?
« Antwort #12 am: 12. April 2013, 08:54:58 »

Ach herje - so viele Antworten - danke.
Nun, manchmal hat man auch eine Blockade, auf die einfachste Variante - nämlich die Weide an sich - bin ich gar nicht gekommen.
Aber jetzt habe ich jede Menge Denkanstöße ... prima.
Ich muss nur aufpassen, dass die Bäume eher schlank wachsen, denn der angrenzende Feldweg wird von der Agrar genutzt und die haben immer Schwierigkeiten, mit den großen Maschinen entlang zu fahren. Die schrecken auch nicht zurück, dafür die wunderschönen Apfelbäume entweder zu stutzen oder gleich ganz umzuhauen. Früher hieß der Weg Apfel-Allee, heute - na ja :-(
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