Die ganze Zeit frage ich mich, ob die stark betroffenen Gebiete jetzt öfter mit solch Unmengen Wasser auf einmal konfrontiert sein werden? Dann müsste man ja weitere bauliche Vorkehrungen treffen. Passiert das und ist das Geld dafür da?
Immer weitere bauliche Vorkehrungen haben u. A. zu der jetzigen Situation geführt: Bäche und Flüsse im Oberlauf kanalisieren führt dazu, dass weiter unten Hochwasser häufiger wird. Die Bausünden der Vergangenheit gehen aber unvermittelt weiter, denn in den durch Flussverbauten gewonnenen Flächen werden unverdrossen Baugebiete ausgewiesen.
Hier am Oberrhein gibt es ein Programm, am Rheinufer einen 80 Meter breiten Streifen von Überflutungsflächen einzurichten, die bei Bedarf geflutet werden und so dazu beitragen, dass weiter unten in Köln oder bei irisfool vor der Tür die Leute trockene Füße behalten. Das Projekt wird vielerorts von Kommunen und Bürgerinitiativen ausgebremst wie nur irgend möglich.
Dabei ist jedes Argument recht:
Die Kommunen wollen diese potentiellen Baugebieten nicht verlieren,
Bürgerinitiativen beklagen der Verlust von Naherholungsflächen,
entdecken plötzlich den "Naturschutz" als wichtiges Kriterium, der beim Bau von Straßen und Baugebieten dann wieder hintenan zu stehen hat: beim Fluten ertrinken Rehe und Igel!,
fürchten Mückenplagen, die Wohngebiete unbewohnbar machen, und
den Lkw-Lärm beim Transport der ausgebaggerten Kiesflächen,
und die Kieswerke fürchten um ihren Absatz, weil das Land die Maßnahmen z.T. durch den Verkasuf des Kieses aus den geschaffenen Überflutungsflächen finanziert.
So gehen die Jahrzehnte ins Land, in denen alles unverdrossen weitergeht wie immer. Immerhin werden nun seit wenigen Jahren mal die ersten Flächen fertiggestellt.