Du brauchst nicht zu zittern, Inken: wärst Du so vergesslich wie ich, müsstest Du Dir auch ständig Notizen als Gedächtnisstütze machen.
Phlox wächst ebenso gut wie andere Stauden im Topf - oder wie Petunien und Pelargonien !
Seit mehreren Jahren habe ich auf der Terrasse Hosta, Sedum, Hemerocallis, Phlox, Lilien...........aber auch nicht zu groß werdende Gehölze. Unser Gartenboden ist zwar fruchtbar, jedoch stark lehmig und für Jungpflanzen eine harte Nuss. Deshalb topfe ich häufig frisch Gekauftes in größere Töpfe (vom 11er mindestens in einen 16er; zu große Töpfe durchwurzeln zu langsam, zu kleine sind sofort trocken und elendig pflegeaufwendig). Substrat sollte nahrhaft und unbedingt schon mit der Erde durchmischt sein, in die die Pflanzen später kommen. Beginnen die Töpfe zu durchwurzeln, können die Pflanzen bereits in den Boden kommen. Ist das Substrat vorgedüngt, braucht man meistens nicht zwischendurch zu düngen. Eine leichte Flüssigdüngung unmittelbar vor dem Auspflanzen gibt allerdings gleich einen guten Start! Ärger mit Krankheiten oder Ungeziefer hatte ich bisher mit meinen getopften Stauden nicht. Allerdings muss in Hitzephasen mindestens zweimal täglich gegossen werden, wie andere Töpfe auch.
Will man z.B. Phlox längere Zeit im Kübel halten, sollte man sich um seine Lieblingssorten bemühen und dass man Folgeblüten über mehrere Monate hat; also auch im Frühjahr pinzieren! Ich setze Stauden und Gehölze meistens zuerst in einen Kunststoff-Container, den dann anschließend in einen Übertopf. Abgeblühte Pflanzen können leicht aus dem Terracottakübel genommen werden und beiseite gestellt werden. Phlox kann ohne Probleme auch bei niedrigen Temperaturen draußen überwintern; auch deshalb ist der nicht zu winzige Topf günstig. Mehrere Stauden lassen sich bequem in eine Staudenkiste stellen, mit Laub auspolstern, abseits stellen; im Nachwinter nicht das Schneckenkorn vergessen!!
Im Frühjahr werden wüchsige Phloxe wieder in größere Töpfe gegeben. Für diese Dauergäste sollte man schon ein gutes Substrat wählen, das durchlässig ist (Perlite, Blähton z.B) und auch wieder Gartenerde dazumischen. Mit einem torfhaltigen Substrat macht man Phlox keine Freude. Ich gebe gleich beim Umtopfen eine Gabe Depotdünger, alle vier Wochen gibt es später eine leichte Düngelösung, nicht länger als bis Mitte /Ende August, damit die Pflanze allmählich zur Ruhe kommt
Da die Pötte mit den anderen Pflanzen Wasser bekommen, sind sie meistens bis nach unten belaubt. Im Gegensatz zu den Freigängern.
Pflanzen kann man, was einem gefällt oder was man ausprobieren möchte. Und was zum künftigen Standort passt. Wolkenkratzerphloxe auf einer großen Terrasse sehen ebenso gut aus wie kleine, kompakte Sorten auf kleinem Balkon. Vor einer getünchten Mauer zum Nachbarn hin steht seit dem Frühjahr ein Kübel mit Phlox paniculata. Die dünnen, flexiblen Stiele heben sich gut vor dem Hintergrund ab und geben die nötige Höhe. Allerdings werde ich diesen Phlox wohl nicht in die Freiheit entlassen, wenn er- wie Gartenlady schreibt, wandert! Auf unsere Terrasse passen gut bläuliche, violette Farbtöne, da lässt sich ein ganzes Sortiment zusammenstellen. Ein absolutes Muss sollte neben dem Sitzplatz natürlich ein duftender Phlox sein, gegen Abend natürlich ein wahrer Genuss (na ja, je nach Empfinden)
Nach dem zweiten Standjahr kann man – nach Gefühl-ein Jahr mit dem Umpflanzen aussetzen und gibt nur etwas frische Erde und Depotdünger oben drauf. Nach dem vierten Standjahr, mittlerweile mindestens im 10 Liter Container, entlässt man den Phlox entweder, geteilt in den Garten oder man nimmt für die Balkonkultur ein gesundes Teilstück.
Warum Phlox „einkübeln“ und nicht im Garten auspflanzen? Es ist einfach eine Marotte von mir. Ich habe festgestellt, dass Sorten, die vielleicht etwas mehr beaufsichtigt werden sollten, die nötige Aufmerksamkeit am Sitzplatz routinemäßig bekommen. Und Lieblingsfarbe neben dem Liegestuhl , sogar leicht beschattet, damit sie keine Flecken bekommt, ist einfach grandios! Grad ziehe ich mir eine kleine „Gräfin“ für den Kübel heran……Dazu braucht’s natürlich einen hellen, nachtleuchtenden Partner!
Zudem bin ich kein sehr großer Freund der üblichen Balkonbepflanzung. Ich dünge zu unregelmäßig, ich finde sie zu teuer, um sie jeden Herbst zu kompostieren. Stauden kann entweder gezielt für Kübel heranziehen, oder ich steche mir im Frühjahr ein genügend großes Teilstück im Garten ab.