@Leana: ich hatte Dir auch schon wegen meiner Lieblingsliste geschrieben, aber die ist leider in den Wolken verschwunden. Ich versuche es noch einmal zusammen zu bekommen:
Mir geht es wie Veronica, mit zehn Sorten komme ich nicht hin. Das liegt teilweise auch daran, dass die Phloxe sich nicht jedes Jahr gleich (optimal bis hinreißend) präsentieren. Zum Glück ändert sich auch die Sichtweise= Geschmack, also auch die Lieblinge.
Allerdings, wenn ich nach der "Qualität" der einzelnen Sorten gehe, ihrer Beständigkeit in unserem Garten; Reichblütigkeit, Robustheit und anderer wichtiger Eigenschaften, gibt es eine Auswahl, die sich hier bewährt hat und die ich schon deshalb immer bevorzugen würde. Das sind überwiegend alte bis historische Züchtungen, die sich auf Sandboden ebenso gut wie -jetzt- auf Lehmboden hervoragend halten. Deshalb werden diese alten Sorten (Foerster, Lemoine, Arends, Schöllhammer, Bloom, Buchner, Symons-Jeune, Ruys...)an erster Stelle stehen.
Hier kannst Du ziemlich unbesorgt nach Deinem persönlichen Geschmack auswählen: Farbe, Höhe, Blühzeit und –dauer. Dann gibt es eine kleine Gruppe moderner Sorten, die in den letzten ca 20 Jahren wohl hauptsächlich in europäischen Gärtnereien (Inken, bitte!) entstanden sind. Sie sind entweder als Spontansämlinge selektiert worden oder durch gezielte Kreuzungen entstanden und danach durch traditionelle Methoden vermehrt worden. Hier gehört vorrangig z.Linden mit seinen vielen Züchtungen und Einführungen hin, außerdem J.Spruyt, C.Jansen, P.Oudolf, E. Schleipfer und U.Peglow- vermutlich habe ich noch einige vergessen. Z.B. Schimana mit seinen Amplifolia-Sorten…Außer z.Lindens haben die übrigen Gärtner nur einige, wenige Sorten herausgebracht, von denen aber einige sehr hübsch wildnishaft und relativ kleinblütig sind. Gesunde, sehr lohnenswerte Landschaftsphloxe.
Auch hier kann man vermutlich nicht viel falsch machen und nach gusto aussuchen.
Zwerggarten hat die russischen Sorten als potentielle Lieblinge erwähnt. Ihr größter Nachteil ist die Unerreichbarkeit dieser Sehnsuchts-Phloxe. Nach allem, was ich bisher auch über neue Sorten gehört habe, gehört zu den Zuchtzielen Gesundheit. Jetzt muss man sie nur noch bekommen können!
Das sehr große neue Sortiment, das durch Laborvermehrung entstanden ist bzw vermehrt wird, stimmt mich etwas bedenklich. Hier sagt die Erfahrung, dass solche Pflanzen häufig weder phänotypisch stabil und auch nicht langlebig sind. Von einigen Sorten ist bereits bekannt, dass sie wieder in die Eigenschaften der Muttersorte zurückfallen. Aber ganz allgemein muss man einfach abwarten und nach zehn und mehr Jahren prüfen, was aus ihnen wurde. Ganz sicher ist, dass die jetzt angebotenen Pflanzen üppig und reichblütig sind, für wirklich jede Vorliebe etwas bietet. Wer sie – wie z.B. Heuchera oder Echinacea- als zeitweiligen Gartenschmuck pflanzt, wird nichts falsch machen. Viel mehr kann man aber noch nicht über sie sagen.
Von einigen der neuen, niedrigen Kleinblütigen bin ich regelrecht fasziniert (u.a.Jeff’s Blue oder Classic Cassis), ihre Zeichnung und Farben erinnern an die der russischen Phloxe. Ein paar habe ich auch gekauft, weil sie wirklich ausgefallen sind. Ich werde aber einen T….tun und mir von den Großblütigen welche zulegen: das bisherige Sortiment ist so groß und bewährt und bietet genügend Auswahl. Aber auch hier gilt, man muss sie finden und bekommen….Der Ansporn, nach solchen Trophäen zu forschen und der damit verbundene Ehrgeiz ist unvergleichlich hoch.