und wie , wann und wie oft wird geschnitten ?
Alle Geissblatt-Arten/Sorten sind sehr schnittverträglich - auch zu fast jeder Zeit. (Kurz vor der Blüte sollte man eher nicht schneiden.)
Ich empfehle jährlich zwei Hauptschnitte - einen im Spätherbst und einen weiteren nach der Blüte. Zwischendurch kann - falls erforderlich - nachgeschnitten werden.
Ziel der Schnitte sollte die "Formgebung" der Begrünung sein. An der Fassade muss die Hinterlüftung der Pflanzen erhalten und die Bildung von Überhängen unterbunden werden. Außerdem ist Totholz grundsätzlich vollständig zu entfernen. Die Begrünung sollte im Winter möglichst dünn gehalten werden und nach der Blüte auf maximal 30 cm Dicke eingekürzt werden.
Überwächst die Pflanze die Kletterhilfe in der Höhe, muss sie oben so weit zurück genommen werden, dass sie dort weder nach vorn noch nach hinten umkippt.
Lonicera schlingt je nach Wuchsbedingungen mit einer relativ langen kreisenden Triebspitze (ggf um 20 cm). Damit sich diese regelmäßig um eine Kletterhilfe winden kann, darf sie innerhalb ihres "Drehradius" nicht auf Hindernisse stoßen. Störende Hindernisse ergeben sich aus zu engmaschigen Kletterhilfen, zu geringem Wandabstand selbiger und aus einem zu dichtem Triebgewirr um die Ketterhilfe.
Für dauerhaft ansehnliche Fassadenbegrünungen sollten von Anfang an "Leittriebe" entlang der Kletterhilfe herangezogen werden, von denen aus junges Holz die Fläche schließt. Lässt man chaotischen Zufallsbewuchs zu, wird man später immer wieder gezwungen sein, die Pflanze flächig zu kürzen, weil eine "Entwirrung" nicht möglich ist. Sind jedoch einige Leittriebe in direktem Kontakt zur Kletterhilfe (fest mit dieser verbunden) vorhanden, bilden diese ein leicht zu erhaltendes (und ggf. partiell zu verjüngendes) Grundgerüst für eine beständige Flachendeckung.
Wie man dazu im Einzelfall vorgehen muss, richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheit und natürlich nach den individuellen Zielen. Was für ein demgemäß gutes Ergebnis notwendig isr, lernt man irgendwann von alleine. Prinzipiell ist es besser, zu viel als zu wenig zu schneiden. Wenn man aber von Anfang an darauf achtet, dass ein geeignetes "Grundgerüst" skräftiger Triebe heranwächst, spart man sich ein paar Jahre "Experimentierzeit" und ggf sogar Enttäuschungen.....