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Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten (Gelesen 18320 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Ich halte diesen ganzen "Vlies-Hype" für Blödsinn. (Angeleiert von den "Vliesproduzenten"?
)Eingewachsene und standortgerechte Staudenteppiche benötigen so etwas eigentlich nicht. Eine Mulchdecke aus den bekannten Materialien kann in den ersten Jahren den Unkrautaufwuchs verhindern.Bei mir im Betrieb kommen inzwischen sogar Kunden, die nach Vlies fragen, wenn sie Rindenmulch aufbringen möchten. 
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
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Eva
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Bei den Nachbarn wurde ein schmales Beet zwischen zwei Mauern mit Unkrautvlies bestückt, gepflanzt wurden zweierlei Gräser, von denen ich nur das Lampenputzergras kenne, das andere ist aber wahrscheinlich eh in zwei Jahren ganz weg, mickert jetzt im zweiten oder dritten Standjahr schon ziemlich. Das Ganze mit Schotter "gemulcht". Was prächtig gedeiht und offenbar auch prima mit den kleinen Lücken im Vlies zurechtkommt ist die Ackerwinde. Von oben krümelt Bambuslaub zwischen die Steine, d.h. bald ist zwischen dem Schotter auch genug Humus für kleine Samenunkräuter.
- Treasure-Jo
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Es gibt (zum Glück ) noch keine idiotensichere Gartenbautechnik. Erfahrung und Gehirnschmalz sind immer gefragt. Ein Unkrautvlies ist auch keine eierlegende Wollmilchsau.Ich werd"s sehen, ob und wie (lange) meine Ansätze und Techniken funktionieren.
Liebe Grüße
Jo
Jo
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agarökonom
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
In einem von mir betreuten Garten wurde Unkrautvlies eingesetzt und die Stauden in entsprechende Schlitze gestopft . Das hat im ersten Jahr gut funktioniert , im zweiten war das Vlies der perfekte Keimboden für eine Farninvasion ( ! ) und hat weder Quecke noch Ackerwinde davon abgehalten sich immens zu verbreiten . Die sind jetzt nur schlechter zu entfernen weil man nur die oberirdischen Teile erwischt
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- Nina
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Dein und alle anderen Berichte überzeugen mich, den Versuch nicht zu machen.
Ich hatte kurzfristig auch mal mit dem gedanken gespielt.
- Treasure-Jo
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
War diese Folie gemulcht mit Rinde oder Splitt?Wurzelunkräuter müssen immer zuvor entfernt werden, da hilft auch keine Folie.In einem von mir betreuten Garten wurde Unkrautvlies eingesetzt und die Stauden in entsprechende Schlitze gestopft . Das hat im ersten Jahr gut funktioniert , im zweiten war das Vlies der perfekte Keimboden für eine Farninvasion ( ! ) und hat weder Quecke noch Ackerwinde davon abgehalten sich immens zu verbreiten . Die sind jetzt nur schlechter zu entfernen weil man nur die oberirdischen Teile erwischt.
Liebe Grüße
Jo
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Eva
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Im Fall des Nachbarn hatten sie sogar die ganze Erde 80 cm tief ausgehoben. Aber dann offenbar mit Ackerwinden-haltiger Erde wieder aufgefüllt
- Treasure-Jo
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Da hätten die Leute mit und ohne Folie ein Problem.
Liebe Grüße
Jo
Jo
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Unkrautvlies und Folie haben bei mir sehr gute Dienste getan, wenn ich eine Saison lang damit eine Fläche abgedeckt habe - ohne Schlitze etc. Über ein ganzes Jahr ist unter der Folie sogar die Ackerwinde dauerhaft verschwunden. Gibt es aber Schlitze/Löcher, suchen sich die Wurzelunkräuter den Weg dorthin.In diesem Jahr habe ich eine Fläche mit zwei Bahnen abgedeckt und dort, wo sie zusammenstoßen, Kürbispflanzen gesetzt. Da kommt nun auch etwas Unkraut mit hoch, aber insgesamt hat sich das auch bewährt.In dauerhaften Bepflanzungen kann ich mir Vlies aber auch nicht gut vorstellen.
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Im Fall des Nachbarn hatten sie sogar die ganze Erde 80 cm tief ausgehoben. Aber dann offenbar mit Ackerwinden-haltiger Erde wieder aufgefüllt![]()
wenn man so denkt, ist dann natürlich ein Problem, wie man ein paar 100 Kubikmeter steril bekommt, so dass keine Wurzelunkräuter hochkommen. Die Erde abgraben, ausschachten, abtransportieren, entsorgen und sterile Erde anfahren lassen, einfüllen und den ganzen Spass + die Folie + das Vlies bezahlen.Treasure-Jo hat geschrieben:Da hätten die Leute mit und ohne Folie ein Problem.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”
— Robert M. Sapolsky
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Verstehe ich nicht, ein Quadratmeter Folie kostet vielleicht einen Euro - mehr als abdecken muss ich nicht tun, warum sollte ich dafür zur Elite gehören?
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
entschuldige, frida, dich meinte ich nicht, ich meinte die Probleme mit Wurzelunkräutern und eine der verbreiteten Mythen über die Anlage eines Staudengartens. Der beinhaltet eben die Notwendigkeit des Bodenaustausches. Getoppt wird das dann mit Vlies. GaLaBauer machen sowas, wenn sie gerade keine Steine im Garten verbauen.
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sarastro
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Du schreibst es genau so, wie es geschieht, wenn man mit der Natur arbeitet und nicht dagegen. Mir schwillt der Kamm und ich sehe Rot, wenn ich von Kunden höre, wie viel Bahnen Vlies oder Folie sie schon eingebaut haben und nun eine Auswahl an passenden Pflanzen für ihr versiegeltes Stück Mutter Erde wollen. Auf meine Frage "warum denn unbedingt Folie" kommt die notorische Antwort: "weil man das heute so macht" und ihnen im Baumarkt als Allerheilmittel gegen Unkraut empfohlen wurde. Anschließende Erklärungen bringen nichts wie Achselzucken und Unverständnis. Ich predige in meinen Vorträgen vehement gegen die Verwendung von Vlies in Gärten, weil genügend Beweise da sind, dass es überhaupt nichts nützt. Ich krieg die Krise, wenn bei Kiesgärten das viel wichtigere Abmagern vernachlässigt, aber ein Vlies als angeblich notwendig eingebaut wird. Sind es die Folienproduzenten und Lagerhäuser, die diesen Blödsinn angeleiert haben?? Wer auf diese Schnapsidee gekommen ist, weiß ich nicht. Es sind jedenfalls auch die Landschaftsgärtner, die auf die Idee kommen, ihren Kunden die Verlegung von Folie und Vlies aus Gewissensberuhigung unterzujubeln.Ich höre gelegentlich Argumente, weil sich so der Kies nicht mit dem Unterboden vermischen kann. Dies kommt aber nur vor, wenn nachträglich gegraben wird. Auch das ist kein Argument für ein Vlies.Für mich stellt sich eingegrabenes Vlies oder Folie als ein Fremdkörper im Garten dar. Auf einer Kiesschicht bildet sich unweigerlich Unkraut, wenn sich Dreck/Humus zwischen den Kieselsteinen sammelt. Da habe ich sogar Beweisfotos! Und Wurzelunkräuter kommen justament dort, wo die Löcher für die Stauden in die Folie gestanzt werden. Giersch, Weißwurzen und co. lassen sich nicht durch Alibihandlungen abhalten, da muss man schon vorher für ihre Vernichtung sorgen!Man muss vor allem in den ersten Jahren schauen, dass die Kiesschicht immer penibel sauber gehalten und auch abgekärchert wird?!?Unkrautvlies und Folie haben bei mir sehr gute Dienste getan, wenn ich eine Saison lang damit eine Fläche abgedeckt habe - ohne Schlitze etc. Über ein ganzes Jahr ist unter der Folie sogar die Ackerwinde dauerhaft verschwunden. Gibt es aber Schlitze/Löcher, suchen sich die Wurzelunkräuter den Weg dorthin.In diesem Jahr habe ich eine Fläche mit zwei Bahnen abgedeckt und dort, wo sie zusammenstoßen, Kürbispflanzen gesetzt. Da kommt nun auch etwas Unkraut mit hoch, aber insgesamt hat sich das auch bewährt.In dauerhaften Bepflanzungen kann ich mir Vlies aber auch nicht gut vorstellen.
Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Flies halte ich nur für sinnvoll, wenn es A) nach ein paar Jahren biologisch abgebaut wird(würde) oder B) die Pflanzung nur für einen bestimmten Zeitraum geplant ist. Man verbaut man es doch auch bei Dachbegrünungen.Ich verwende es sehr zufriedenstellend bei Zucchini und Kürbissen. Testweise bei Erdbeeren hat es nicht funktioniert. Die Andenbeere haben mir leider die Schnecken niedergemacht. Bei Tomaten und Chili im Freiland kann ich es mir auch gut vorstellen. Ich bin hier mit Iris barbata nana auf meinem nährstoffreichen, jahrzehnte alten ehemaligen Kleinacker grandios gescheitert.Die waren schneller zugewuchert als ich schauen konnte. Also habe ich auf Bändchengewebe gewaschenen Sand - noch nicht einmal eine handbreit - aufgebracht und die Rhizome in den Sand gepflanzt. Die wurzeln durch das Gewebe in den anstehenden Boden und wachsen bestens. Die Blüte ist überreich. Die Pflege hat sich extrem minimiert. Wenn nur der Ackerschachtelhalm nicht wäre und ich viel zu gutmütig mit der Ringelblume. Das Gewebe war hier notwendig um die Wühler und auch die Regenwürmer von einer Durchmischung abzuhalten. Eine Abmagerung wäre bei diesem Boden sehr aufwendig und auch nicht sinnvoll - so kann ich die Fläche jederzeit relativ schnell und einfach zurückbauen und z.B. als Gemüsebeet nutzen.Das Ganze steht jetzt das 3.Jahr.Inwieweit dies mit diesen Vorgaben und Bedingungen bei einer gemischten, langfristig angedachten Staudenpflanzung erfolgversprechend und sinnvoll ist, muß man genau durchdenken. Schließlich zerlöchern die Wurzeln auf Dauer das Gewebe und schränken die Funktion ein. Im letzten Jahr habe ich in einer Ecke Bändchengewebe entfernt wo ich Pflanzkübel stehen hatte, mit der Zeit etwas ungepflegt, es hatte sich Holunder und Reitgras angesiedelt - war eine schöne Plackerei
- Treasure-Jo
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Re:Unkrautvlies - Unkrautfolie - Mulchvlies in Staudenbeeten
Danke Euch allen für Eure sehr hilfreichen, teils sehr ausführlichen und konstruktiven Kommentare. Ich werde ganz sicher kein Foliengärtner werden. Im Grunde sehe ich das wie Sarastro.Ich bin dennoch gespannt, wie sich meine "Versuchsflächen", die Staudenbeete mit Unkrautvlies inkl. Splittabdeckung über die Jahre entwickeln werden. Nächstes Jahr werde ich einige Bilder zeigen. Meine nächsten Projekte werden ganz sicher ohne Folie auskommen müssen, darin habt Ihr mich bestärkt.
Liebe Grüße
Jo
Jo