Ich kann nicht nachvollziehen, warum Kinder "beschützt" werden müssen durch Vorenthalt von bestimmten Pflanzen, nur weil sie sie essen "könnten"? Welches Kind ißt Pflanzen/Blüten aus dem Garten /Wald oder klettert 5 m hoch, um sich von Bienen im Wilden Wein stechen zu lassen?
Ich. Weil ich vom Arm weg ganz selbstverständlich gelernt habe, wo Salat und Küchenkräuter herkommen. Und mir kam es als Kind seltsam vor, wenn andere meinen (Beilagen-)Kerbel in der Brotzeitbox *eklig* fanden, weil er ja *grün und roh* ist. Oder die Borretschblüten zwischen dem Schnittlauch auf dem Butterbrot.
Wir haben noch heute jedes Jahr 3 - 4 m² an Kerbel, weil ich ihn bei jedem vorbeilaufen während der Gartenarbeit anknabber.. und sonst nichts für Suppe bleibt.
Mh.. prinzipiell würde ich es mal so zusammenfassen:
Wenn in dem Kindergarten / KiTa sicher gestellt ist, dass
- .. die Kindergärtnerin das Wissen / Schulung hat, um mit fraglich problematischen Pflanzen / Insekten umzugehen,
- .. sich in dem Kindergarten kein lernverzögertes oder verhaltensauffälliges Kind aufhält,
- .. alle Kinder keinen Hör-, Seh- oder Sprachschaden haben,
- .. alle Kinder alt genug sind,
- .. alle Kinder ausreichend der deutschen Sprache mächtig sind,
- .. die Erzieherin im Rahmen des übrigen Förderprogramms die Zeit zur Kontrolle des Verständnisses dieses *zusätzlichen Problems* bei allen Kindern eingeräumt bekommt,
.. dann spricht nichts gegen Insektenfutter- oder Giftpflanzen in einem KiTa-Garten. Aber sind wir mal ehrlich.. der lieben Polemik über Prinzen und Prinzessinnen zum Trotz: Das findet man heute in keinem KiGa / KiTa mehr - (früh-)kindliche Integration wird zum Glück immer wichtiger. Es kommen immer jüngere Kinder (teils Säuglinge) in die KiTas, da die Eltern auf das doppelte Einkommen angewiesen sind. Es findet sich, außer vielleicht im Ländlichen, kaum mehr eine KiTa / KiGa ohne Kinder mit Migrationshintergrund.
Und zu guter Letzt.. ist ein Kindergarten
kein räumlich möglichst problemfreier Raum, in dem es einer geringen Anzahl von ErzieherInnen möglich ist, auf eine größere Zahl an Kindern zu achten und zugleich ihr entsprechendes Leitbild-Programm umzusetzen.... wirds teuer.
Gerade in einer Zeit, in der ein KiTa / KiGA-Platz ein gesetzlicher Anspruch geworden ist, kann sich kein Träger / Kommune / Gemeinde / Stadt es sich leisten, durch etwaige Bepflanzung zusätzliches Aufsichtspersonal zur Verfügung stellen zu dürfen / müssen.
Wer seine Kinder an Giftpflanzen und Insekten heranführen möchte, wird es im häuslichen Rahmen so oder so tun. Oder er zahlt aus eigener Tasche zu, falls er einen KiGa / KiTa findet, zu deren Leitbild ein naturbezogener Schwerpunkt gehört.
... wie gesagt, ich bin damit aufgewachsen, ich sehe es selber für mich und meine Familie als unproblematisch. Aber nicht jedes Kind ist in jeder Entwicklungsstufe dazu fähig. Sollen dann nur noch die Kinder in den Garten dürfen, die es verstehen können? Und alle anderen haben Garten-Verbot? Das kann auch nicht der Sinn der Sache werden.
Meine 5 Pfenning. :)