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News: Um eine Kultur zu schaffen, genügt es nicht, mit dem Lineal auf die Finger zu klopfen. (Albert Camus)
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Autor Thema: Unser Apfel:Masse statt Klasse?  (Gelesen 11486 mal)

cydorian

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #75 am: 08. November 2013, 21:04:47 »

Aber was soll Otto Normalverdiener mit 1200 Euro netto in München tun, wenn er über 600 davon für Miete aufwenden muss, ja für Zahnarzt, Brille und Alter soll er auch noch sparen. Wie denn bitte?

Dann wäre es unredlich, sich über die Massenproduktion und viele chemischen Helferlein zu beklagen. Die Supermarktpreise von 1 EUR pro kg und weniger sind nur mit intensivem Anbau von Massenträgern zu halten und vielen Pflanzenschutzmitteln, so dass der Anteil von als Tafelware verkäuflichen Äpfeln maximal ist. Dann müssen wir Dinge wie MCP klaglos akzeptieren, weil das die Lagerkosten senkt und wir müssen akzeptieren, dass wir optisch gut aussehende (und damit verkäufliche) Waren bekommen, deren wertgebende Inhaltsstoffe und Aroma abgebaut sind, wenn die Filmaussage stimmt. Klagen über all diese Praktiken werden sinnlos, Hauptsache der Preis stimmt.

Aber ich bin gegen solche Zuspitzungen und Ausschliesslichkeiten. Die finden nämlich gerade andersrum statt. Nicht 50, sondern 95% des Marktes sind von den Industrieplantagen beherrscht. DAS ist eine Zuspitzung! Und höchstens 5% der Menschen wagt sich an das unerhörte Risiko einer Apfelbaumpflanzung (vorsicht, Ironie). Es müssen ja nicht mal 30% sein, aber ist das nicht ein extremer Abschied vom eigenen Obst zugunsten Koniferen, Rasenmäher und Garage für den Zweitwagen? Nicht 50%, sondern 95% der Sorten im Supermarkt stammen mehr oder weniger von Golden Delicious statt. Wir haben auch da nicht das Problem, dass Golden nicht akzeptiert wäre, sondern vielmehr das Problem dass alles andere längst nicht mehr akzeptiert wird.
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Konterkater

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #76 am: 09. November 2013, 22:24:11 »

Zitat
Ich finde, daß Pink Lady der bestschmeckenste Apfel derzeit ist.

 ::) Sorry aber solche Behauptungen mag ich nicht lesen, es sei denn du hast dich schon durch circa 100 alte Sorten durchprobiert ;) :D

Nein, hundert Sorten habe ich nicht durchprobiert.

Aber im Garten meiner Großeltern in Pforzheim, der mittlerweile von meinem Vater und meinem Onkel verkauft worden ist, stehen so um die 20 alte Apfelbäume herum, die jemand einmal mit einem gewissen Ziel pflanzte. Von diesen Sorten hat mir nur eine einzige Sorte geschmeckt, ein kleiner grüner, sehr saftiger und erfrischend saurer Apfel.

Alle anderen Sorten habe ich links liegen gelassen. Auch die Sorten der Supermärkte haben mir von der Sorte Breaburn einmal abgesehen, auch nicht so richtig geschmeckt,...

... bis Pink Lady kam.
« Letzte Änderung: 09. November 2013, 22:25:58 von Konterkater »
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Konterkater

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #77 am: 09. November 2013, 22:35:40 »

[... sondern vielmehr das Problem, dass alles andere längst nicht mehr akzeptiert wird.]

Und wir haben in der Generation vor mir es auch mit Traditionen zu tun.

Im Bereich von Celle gab es die Tradition wie auch im Bergischen Land, daß zwei Apfelbäume gepflanzt werden müssen: Cox Orange und Boskoop.

Und so pflanzten meine Eltern ebenfalls genau diese beiden Sorten, ohne viel Ahnung von Apfelzüchtungen zu haben.

Die Cox Orange hatte ein schwieriges Leben und hat 35 Lebensjahre nicht überstanden, und der Boskoop ist immer noch im Rennen.
« Letzte Änderung: 09. November 2013, 22:40:33 von Konterkater »
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cydorian

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #78 am: 09. November 2013, 23:01:30 »

Die Cox Orange hatte ein schwieriges Leben und hat 35 Lebensjahre nicht überstanden, und der Boskoop ist immer noch im Rennen.

Marktbedeutung haben beide nicht mehr. Der Boskoop hält sich in kleinem Umfang nur durch sein Image als guter Back- und Kochapfel (was gar nicht stimmt), Cox Orange ist ein reiner Exot.

Ansonsten gibts doch nur noch Golden-Abkömmlinge. Neulich im Supermarkt wieder mal was Neues gesehen: Honeycrunch, das ist eine Clubsorte von Honey Crisp. Und, was wars? Mami ist Macoun, Papi ist Honey Gold, ein älterer Golden Delicious Abkömmling.

Die Kunst der Exoten ist heute, was ohne GD-Stil zu finden. Jedenfalls dann, wenn man Äpfel im Supermarkt kaufen muss :-)
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Zuccalmaglio

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #79 am: 09. November 2013, 23:34:56 »

Heute beim Mus-machen haben wir Schnitze der 3 Sorten Blenheim, Zuccalm. und Bohnapfel hintereinander verkostet. Drei völlig unterschiedliche und was Zuccalm. und Bohnapfel angeht auch eigenwillige Geschmacksrichtungen. Keine von denen finde ich heute unter dem gängigen Supermarktangebot.
Wenn man nicht weiß, was es so alles gibt, dann vermisst man auch nichts. Und die wenigsten Verbraucher kennen außer Gala & Co. noch etwas anderes.
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Tschöh mit ö

Chrisi89

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #80 am: 10. November 2013, 21:12:16 »

Hallo!

Da es bei diesem Thema um "Sortenvielfalt" zu gehen scheint, wollte ich nur mal so Interessehalber fragen, wie ihr die "Vielfalt" bzw. die "Besonderheit" meiner Apfelsorten, die wir bei uns zuhause stehen haben, bewertet.

Also wir haben:

  • Gelber Bellefleur
  • Golden Delicious
  • Kronprinz Rudolf,
  • Rheinischer Krummstiel
  • Roter von Simonffi/"Zigeunerapfel"
  • Steirischer Maschanzker
  • Steirische Schafnase
  • Weißer Klarapfel
  • und noch eine mir unbekannte rote Apfelsorte

mfg
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cydorian

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #81 am: 10. November 2013, 21:40:20 »

Wie lautet die Frage? Suchst du einen Seltenheits-Score für diese Sorten? Passt nicht ganz zu dem Film.
« Letzte Änderung: 10. November 2013, 21:58:43 von cydorian »
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Chica

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #82 am: 14. November 2013, 20:47:41 »

Meiner Meinung ist nicht nur das geschmacksarme Supermarkt-Obst schuld, sondern auch die "naturidentischen Aromastoffe", die in den ganzen Fertigjoghurts und -Quarks etc enthalten sind. Den Leuten wird suggeriert, so und so muss diese Frucht schmecken - und dann ist die Enttäuschung da, wenn sie mal ein echtes, reifes Stück Obst mit dem richtigen Aroma bekommen.


Das sehe ich genauso, auf Holzspänen hergestelltes Erdbeeraroma- natürlich!- ist eben komplett etwas anderes als eine Erdbeere frisch aus dem Garten.

Selbst ein unreifer Apfel kann Geschmack haben, wenn er von der richtigen Sorte ist, oder geklaut. ;)
Golden Delicious und Granny Smith waren schon immer Horroräpfel.


Mein letzter Versuch mit kommerziellen Apfelsorten fand in der letzten Woche statt. Im Pflanzencenter kaufte ich jeweils drei Stück Pinova, Rubinette und Fuji aus einer riesigen Pappbox ausgewählt in der Hoffnung, "echte" Äpfel vom Erzeuger zu haben. Mit dem Kosten zu Hause kam die große Enttäuschung: Alle drei schmeckten komplett nach diesem Unapfel Golden Delicious und außerdem ziemlich gleich. Ich schaute dann auf meiner schlauen Website nach Mama und Papa und tatsächlich, alle stammen von diesem unsäglichen Unapfel ab, den ich so gar nicht mag. Dass bei so eingeschränkter Zucht mit nur drei Elternsorten die genetische Vielfalt am Boden liegt und daraus echte Schwierigkeiten entstehen, liegt auf der Hand. Da gibt's nur eine Lösung, es muss ein vernünftiger Apfel gepflanzt werden! Ganz fix konnte ich dmks überzeugen, mir im nächsten Frühjahr einen Alantapfel aus einem Edelreis von *Ute*s wunderbarem Baum zu basteln. und auf den freue ich mich jetzt richtig. Dieser Knackapfel hat die Würze schon in sich, den liebe ich wirklich.
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Es genügt nicht, mit den Pflanzen zu sprechen, man muss ihnen auch zuhören. David Bergmann

Chica

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #83 am: 14. November 2013, 21:46:20 »

Jetzt habe ich mir tatsächlich das komplette Video angeschaut. Da hat er recht, der liebe Eckhardt Brand, die Apfelsorten im Supermarkt sind das Ergebnis eines züchterischen Sündenfalles, besser kann man es wohl nicht ausdrücken. Und den Appetit darauf hat's mir nicht erst jetzt verschlagen.
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Es genügt nicht, mit den Pflanzen zu sprechen, man muss ihnen auch zuhören. David Bergmann

Mediterraneus

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Re: Unser Apfel:Masse statt Klasse?
« Antwort #84 am: 15. November 2013, 07:29:10 »

Golden Delicious ist ja prinzipiell kein schlechter Apfel. In einer Vielfalt und so ab und zu vom Baum gereift, schmeckt der ja durchaus lecker. Nicht umsonst hat man mit ihm gezüchtet. Es ist auch eine alte Sorte, die trotz ihrer Empfindlichkeiten gehortet wurde.

Mir gruselts nur von dem Einheitsbrei, der aus den Züchtungen entstanden ist und den allergieauslösenden Substanzen aus dem G.D., welche in den Kindern weitervererbt wurden.

Andere Apfelgeschmäcker wurden in der Züchtung überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Schade.

Deshalb boykottiere ich sämtliche Supermarktäpfel und pflanze eigene Bäume (bzw. wir haben auch einige alte Bäume). Im Frühjahr und Sommer, wenn die eigenen gelagerten Äpfel aufgebraucht sind, gibts bei mir überhaupt keine Äpfel.

Umso mehr freue ich mich dann im August auf die ersten Klaräpfel, schleck!
« Letzte Änderung: 15. November 2013, 07:30:30 von Mediterraneus »
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LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
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