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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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|26|11|Erfahrung ist der Name, den jeder seinen Irrtümern gibt. (Oscar Wilde)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #645 am: 23. Dezember 2013, 19:36:37 »

Ja, genau so ging es meinem Vater auch. Bis auf den Hobby-Armbrustschützen.

PS: Ist im Frankenland jemand, der Lärchenholz haben möchte? Bei meinem Vater liegen grade wieder welche im Garten (abgesägt, nicht umgefallen) und warten aufs Verräumen 8)
Pff, Gelärch ;D Mit Lärche verstachelt man sich alles. Ich hasse dieses Gepiekse, lauter kleine mikroskopische Dolche. :P

Bei Elsbeere und Co. muss man an Abnehmer kommen, richtig. Waldbauern kommen aber zu sowas. Und dann lohnt sich der Aufwand für den Waldbauern und für die Natur. Wenn man dann einen schönen alten Elsbeerenstamm hat, und mal eben 30.000 Euro dafür bekommt, warum nicht ;)
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #646 am: 23. Dezember 2013, 21:29:06 »

Wer Elsbeeren hat, sollte sich vor allem mit Destillateuren in Verbindung setzen. Brände davon sind nicht grad preiswert ...
« Letzte Änderung: 23. Dezember 2013, 21:29:14 von Katrin »
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #647 am: 23. Dezember 2013, 21:32:08 »

Wie erntet man die? Fallen die runter? Hochklettern ist ja wohl im Wald recht mühselig.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #648 am: 23. Dezember 2013, 23:50:46 »

Medi, es ist unbestritten, dass der Wildapfel von Eingriffen des Menschen profitiert hat und weiter profitieren kann oder könnte.

Aber er käme halt auch ohne Zutun des Menschen in Europa vor.


das ist mir völlig neu. Bilder von großen Wildapfel- und Wildaprikosenbeständen zeigte Cassian Schmidt von seiner Reise nach Kirgisistan. Bestände wie sie hier von Weiden und Hasel gebildet werden. Die Früchte sind klein aber wohlschmeckend und werden in der lokalen Küche verwendet. Zwischen dem Kaukasus und dem Tien Shan kommen Aprikosen und Äpfel wild vor. Von dort stammen die Vorfahren unserer Sorten. Das erklärt auch die Probleme, die beide Gehölze an feuchten Standorten mit Pilzbefall haben.

Im Sauerland, eine für ihr dumpfig nasskaltes Klima berüchtigte Region, sah ich einmal Apfelbäume, die im September vollkommen braunes krankes Laub trugen. Ein ganz ungesundes Bild. Speziell überhaupt nicht geeignet für eine Rehaklinik die Menschen mit Schädel-Hirntrauma über ihre Krankheit hinweghelfen sollte.

Ohne den Menschen gäbe es hier gar keine dieser Obstgehölze und eine erfolgreiche Kultur ist nur in offenen Landschaften möglich. Dichte Bestände von verwilderten Apfelbäumen treten hier nicht auf.
« Letzte Änderung: 23. Dezember 2013, 23:52:15 von pearl »
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #649 am: 24. Dezember 2013, 08:28:29 »

Der Holzapfel Mitteleuropas ist nicht dasselbe wie die weiter östlich vorkommenden asiatischen Wildäpfel.


Zur Verbreitung und Ökologie des Holzapfels, der übrigens "Baum des Jahres" 2013 ist, siehe hier.

Zitat: "Größere Vorkommen gibt es in Deutschland heute nur noch in den Hartholzauen des Oberrheins und an der mittleren Elbe.
In der Schweiz kommt der Wildapfel insbesondere in größeren Alpentäler noch in
größerem Umfang vor."
« Letzte Änderung: 24. Dezember 2013, 08:31:09 von bristlecone »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #650 am: 24. Dezember 2013, 10:25:30 »

Ja, der Holzapfel (Malus sylvestris) und die Holzbirne (P. pyraster) waren die einzigen wilden Vertreter dieser Obstarten in Mitteleuropa und kommen dort in lichten und warmen Waldsituationen oder Hecken vor. Sie sind auch (fast) nicht in den modernen Äpfeln und Birnen enthalten, sind nicht genießbar, allenfalls zum Mitkeltern.

Die modernen Sorten stammen von den Kaukasusarten ab (Malus orientalis, Malus sieversii).

« Letzte Änderung: 24. Dezember 2013, 10:29:08 von Mediterraneus »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #651 am: 24. Dezember 2013, 11:41:35 »

Menschennah und naturfern?

Offene Landschaft mit Wiesen, Hochstämmen und Feldern. Blick vom Südostspessart Richtung Würzburg.

Diese Landschaft ist 100% menschengemacht.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #652 am: 24. Dezember 2013, 11:45:07 »

Knabenkrautwiese.

absolut menschengestaltet. Ohne Mensch gäbe es keinen blühenden Hochstammapfelbaum, kein Knabenkraut und auch keinen Waldrand im Hintergrund. Dieses Biotop wäre ohne Menschenhand nicht existent. Dort wäre Buchenwald.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #653 am: 24. Dezember 2013, 11:47:24 »

Kulturlandschaften der Zukunft?

Man kann sich drüber streiten. (von diesem Standpunkt aus sieht man über 100 solcher neuen Feldfrüchte)
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #654 am: 24. Dezember 2013, 11:56:29 »

Diese 1000(?) jährige Eiche stirbt ab, weil sie nicht mehr freigehalten wird und die Buche überhand nimmt und sie beschattet.
Solche Bäume im Wald konnten nur durch Hutewaldwirtschaft jahrhundertelang erhalten werden und so ihre knorrige Form entfalten. Bleibt die Bewirtschaftung weg, verschwindet sowas.

Naturnah?
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #655 am: 24. Dezember 2013, 15:49:19 »

... Douglasien dürften auch nicht ganz einheimisch sein ::)


Sind quasi eingebürgert hier. Mittlerweile die höchsten Bäume im Wald. Kann man geteilter Meinung sein. Ich finde, sie passen sich ganz gut ein.

Hierrüber darf man auch geteilter Meinung sein: (heute aufgenommen)
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #656 am: 25. Dezember 2013, 01:41:02 »

"Ohne den Menschen" gäbe es "hier", wie bristlecone schreibt, Wildäpfel. Es gäbe ohne den Menschen auch das Knabenkraut, den Waldrand, die Pioniergehölze Birke und Zitterpappel und vieles andere, was ich mir in Wäldern und Forsten, wie sie heute herumstehen, nicht vorstellen kann. Ich glaube nur nicht, dass Wälder ohne den Menschen auch nur annähernd so aussehen würden, wie das, was hier heute herumsteht. Ich glaube nicht, dass ich mir auch nur annähernd vorstellen kann, wie Wälder ohne Menschen hierzulande aussehen würden. Aber schon das ist eine verzwickte Frage der Definition, was das sein soll: "ohne den Menschen".
Für die Praxis ist das meistens nicht wichtig. Wenn hier und heute was Lichtliebendes, Störungsbedürftiges erhalten bleiben soll, muss es gepflegt werden.
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2013, 08:06:59 von lerchenzorn »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #657 am: 25. Dezember 2013, 01:59:58 »

H. Radkau zur neuzeitlichen Wiederaufforstung in Japan, im Vergleich zu Europa:
"... Aufforstung wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ... in bemerkenswerter Gleichzeitigkeit mit Mitteleuropa ... betrieben. ... dabei wurden ... in krassem Unterschied zu Europa - Nadel- in Laubmischwälder umgewandelt. Während in deutschen Regionen damals die Säge den Holzhauern, die an der Axt festhielten, vielfach aufgezwungen wurde, wurde die Säge in manchen japanischen Regionen zum Schutze des Waldes verboten! .... 1949 hatte Japan einen Waldanteil von nicht weniger als 68 %. ..."

Der Absatz endet:
"Seit den 1960er Jahren hatte das devisenstarke Japan keine Schwierigkeiten, seinen Holzbedarf in ... Entwicklungsländern zu decken, wo japanische Holzfirmen durch rücksichtslosen Kahlschlag berüchtigt wurden."

Japaner brauchen keine Weihnachtsbäume.
Fröhliche Weihnachten Euch allen :)
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2013, 08:03:55 von lerchenzorn »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #658 am: 25. Dezember 2013, 10:04:06 »

Suchspiel: woran erkennt man an diesem Foto (gestern am Hl.Abend aufgenommen, man sieht ins Mühlental/Südspessart hinunter), dass das ein bewirtschafteter Wald ist?

(Es ist nicht sehr schwer, zugegeben ;) )

PS: An dieser Stelle wächst übrigens auch die Orchidee "Weißes Waldvögelein"
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #659 am: 25. Dezember 2013, 10:08:06 »

Zweite Frage. Es gibt hier im Wald in den wenigen Gebieten, wo kein Buntsandsteinboden ist (sondern Lößlehm) neben einigen Orchideen auch solche flächigen Vinca minor Flächen. Die gibt es nur in diesem Bereich.

Sind die eingeschleppt, oder sind die auch heimisch? Es ist ziemlich einsam im Wald, nicht direkt in Siedlungsnähe.
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