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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49735 mal)

Gartenplaner

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #660 am: 25. Dezember 2013, 10:39:27 »

Zweite Frage. Es gibt hier im Wald in den wenigen Gebieten, wo kein Buntsandsteinboden ist (sondern Lößlehm) neben einigen Orchideen auch solche flächigen Vinca minor Flächen. Die gibt es nur in diesem Bereich.

Sind die eingeschleppt, oder sind die auch heimisch? Es ist ziemlich einsam im Wald, nicht direkt in Siedlungsnähe.


"In Mitteleuropa ist sie als Kulturrelikt zu bewerten, das in Süddeutschland seit der Römerzeit in Mitteleuropa auftritt, aber auch auf mittelalterliche Ansiedlungen hindeuten kann.[1] Es wurde bereits im 13. Jahrhundert von Albertus Magnus erwähnt.[2] Es ist seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa (1526 bei Ulm) nachgewiesen. Da die Fernausbreitung fast ausschließlich über den Menschen erfolgt, zeigen Standorte im Wald meist noch heute die Lage ehemaliger Burgen und Siedlungen an . Es gehört damit zu den Stinsenpflanzen bzw. Burggartenflüchtlingen. In Schleswig-Holstein kommt es erst seit der Neuzeit vor.[1]"
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Kleines_Immergrün
Hervorhebung von mir

Spannend!!
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2013, 10:44:22 von Gartenplaner »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #661 am: 25. Dezember 2013, 10:45:36 »

Hmm. Dort soll es u.a. ein sagenumwobenes Schlößchen gegeben haben. Diverse Hobbyschatzsucher haben dort schon rumgebuddelt.

Es gibt aber auch alte Klöster (eine Kartause). Vielleicht ist das der Ursprung des Immergrün.

Interessant ist jedoch, dass es nur im Lößlehmbereich vorkommt. .
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Gartenplaner

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #662 am: 25. Dezember 2013, 10:52:04 »

Der ist fruchtbar, deswegen wurden eher dort Siedlungen angelegt mit Feldern drum herum?
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #663 am: 25. Dezember 2013, 10:56:13 »

Dort befindet sich der beste Ackerboden in unserem Bereich. Und die reichsten Bauern. Allerdings heißt das für unsere Verhälnisse hier nicht viel, die Gegend ist eher bettelarm gewesen. Und Wald ist hier fast alles.

Der Lößlehm ist auch sehr abgebaut, also sehr lehmig und batzig. Aber anscheinend reichen die Mineralien (Kalk) noch für die Orchideen.
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uliginosa

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #664 am: 25. Dezember 2013, 11:16:08 »

Frohe Weihnachten! :)

Oberdorfer schreibt zu Vinca minor: "häufig gepflanzt, zerstreut, ... auf frischen, nährstoff- und basenreichen vorzugsweise reinen Ton- und Lehmbödenin mild- humider Klimalage .... Zierpflanze und Burggartenflüchtling ..."

Nach Flora Web soll sie in vielen Gegenden einheimisch sein, da gibt es eine neue Verbreitungskarte .
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Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli

lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #665 am: 25. Dezember 2013, 11:46:16 »

Meusel und Co. haben diese Karte veröffentlicht. Danach ist Vinca minor von Mitteldeutschland südwärts indigen. Der Text zur Karte erwähnt die Unsicherheiten in der Einordnung. Was Gartenplaner aus Wikipedia zitiert, scheint mir die passendste Beschreibung, also die archäophytische Einbürgerung in D.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #666 am: 25. Dezember 2013, 12:59:40 »


Sind die eingeschleppt, oder sind die auch heimisch? Es ist ziemlich einsam im Wald, nicht direkt in Siedlungsnähe.

vermutlich angepflanzt. Grabstellen aus mittelalterlicher Zeit und sicher auch noch später. Immergrün, Vinca minor, ist eine der Marienpflanzen. Es gibt verschiedene Namen die sich auf die Verwendung als Grabpflanze beziehen.

Ewiggrün,
Totenviole, Totengrün - Eifel
Toteblüemli - alemannisch
Toteveieli - Basel

die Namen, die sich auf Veilchen beziehen deuten darauf hin, dass es keine germanischen Pflanzennamen für diese Pflanze gab, sondern dass es die Neubenennung einer mediterranen Art war. Dafür standen nur die Worte "Rose" und "Veilchen" zur Verfügung. Wahrscheinlich Pflanzen, die mit den Klostergründungen hier verbreitet wurden. Ab dem 7. Jahrhundert.

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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #667 am: 26. Dezember 2013, 08:15:28 »

Spannend. :)
Hast Du Quellen, in denen das so dargestellt wird, mit der deutschsprachigen Benennung?
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #668 am: 26. Dezember 2013, 14:03:08 »

ich fand den Hennebo immer am besten. Der war in der gut sortierten Stadtbücherei in Heidelberg verfügbar.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #669 am: 26. Dezember 2013, 14:07:52 »

PDF über Vinca minor und einige lokale Namen des Immergrüns hier, von www.bunkahle.com, eine grauenhaft esoterische Seite, aber man muss solchen Leuten lassen, dass sie einen Haufen interessanter Fakten ausbuddeln.

Ein psiram link zu Andreas Bunkahle, um ein vernünftiges Gleichgewicht herzustellen. ;) ;D
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2013, 13:36:01 von pearl »
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #670 am: 26. Dezember 2013, 14:13:44 »

Die Pflanzenbezeichnungen, die auf manchen naturheilkundlichen Seiten und in entsprechenden Kreisen kursieren, würde ich mit äußerster Skepsis betrachten. Oft sind das nicht nachprüfbare angebliche "alte" Volksnamen, tatsächlich aber eher reine Phantasienamen, oft mit einer Konnotation, die "altes Heilwissen" mitschwingen lassen soll.

Erst kürzlich musste ich mir sagen lassen, bei den violetten Möhren, die es hier jetzt öfter im (Bio)-Handel gibt, handele es sich um die "Urmöhre". Natürlich soll die viel gesünder sein als die üblichen "Zuchtmöhren". ::)
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2013, 14:16:36 von bristlecone »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #671 am: 26. Dezember 2013, 14:15:53 »

mir ist das völlig bewusst. Speziell in Bezug auf irgendwas Ur-iges, muss man verdammt auf der Hut sein.

Auf die Schnelle hatte ich keine andere Quelle gefunden und den Hennebo habe ich gerade nicht zur Hand. Dieter Hennebo ist ein außerordentlich zuverlässiger Autor.
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2013, 14:18:49 von pearl »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #672 am: 26. Dezember 2013, 15:51:25 »

hier habe ich eine Quelle der Uni Kiel gefunden. PDF. Das Kleine Immergrün in Westdeutschland eine Kulturreliktpflanze aus römischer Zeit, Werner Prange.



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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #673 am: 26. Dezember 2013, 16:10:04 »

Mir ging es speziell um die Verengung der Namensgebung auf "Veilchen" und "Rose". Danke. Ich les da mal rein.
Hatte sich eigentlich Marzell mit solchen namenskundlichen "Grundsatzfragen" befasst?

Hierzulande gab es einige wenige Autoren, die sich mit volkstümlichen brandenburgischen und slawischen (sorbischen/wendischen) Pflanzennamen beschäftigt haben. Ganz neu:
Wörterbuch der niedersorbischen/wendischen Pflanzen-, Pilz- und Flechtennamen

Einen Namen, den ich bei keinem -auch bei Krausch bisher nicht - gefunden habe, hat eine ehemalige Schulküchenfrau für die Sandstrohblume gehabt: "Stopparsch", und damit prima die Verwandtschaft zu den Ruhrkräutern erfasst, die sie wahrscheinlich nie bewusst gesehen hat.

Mit der Strohblume wären wir dann wieder bei der Ausgangsfrage: was ist naturnah? ;D
zur Sache:
... das Schaf ist naturnah ...

Das Schaf stört. Es ist naturnah.

(Ich weiß schon, die Strohblume hat sich nun wirklich erst mit dem Menschen so richtig bei uns breit gemacht. Das glaube sogar ich. Trotzdem. 8) )
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2013, 16:16:30 von lerchenzorn »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #674 am: 26. Dezember 2013, 16:15:16 »

Hier ein "naturbelassener Wald" ohne Bewirtschaftung. Keine Kulturlandschaft.





... und wann hat hier das letzte Schaf geweidet?
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2013, 16:15:48 von lerchenzorn »
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