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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #690 am: 28. Dezember 2013, 03:26:09 »

am Mittelrhein, irgendwo in der Gegend liegt Boppard, und dort werden Burenziegen zur Bekämpfung der Verbuschung der Weinterrassen eingesetzt. Neue Wildnis für das Mittelrheintal. "Das obere Mittelrheintal ist UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe. Charakteristisch sind seine offenen Hänge, vor allem geprägt durch den Anbau von Wein und Obst."

Einen Fernsehbericht habe ich vor längerer Zeit gesehen. Natürlich bleiben die Ziegen in der Nähe der Menschen, wenn sie vom Burghof von Gästen des Cafés gefüttert werden. Sie bleiben sicher auch an den Orten mit dem besten und saftigsten Futter und zwar so lange bis das ratzfatz weg ist.

Aber das werden Anfangsschwierigkeiten sein. Die werden das schon rauskriegen wie das am besten zu machen ist, denn der Bundesverband der Ziegenhalter wird immer stärker.

Hervorragende Fachtagung des Bundesverbandes Deutscher Ziegenzüchter e. V. (BDZ) Über 90 Teilnehmer informierten sich über Aktuelles zur Ziegenhaltung in Boppard. " Die Zahl der Grußwortredner zeigte, dass die Schaf- und Ziegenhaltung in Rheinland-Pfalz sehr gut mit dem Landesministerium, der Landwirtschaftskammer und dem Berufsstand zusammenarbeitet. Die Ziegenzüchter und -halter zur Arbeit mit den Tieren und in den Verbänden ermutigt, um eine adäquate Vertretung dieses vielfältigen Berufsstandes auch in Zukunft zu ermöglichen.

Die Tagungsthemen schlossen Fragen der Fütterung, der Vermarktung, der Tiergesundheit sowie der Landschaftspflege ein. Neben interessanten Vorträgen bereicherten angeregte Diskussionen die Tagung. Besonderer Höhepunkt war u. a. die Rheinschifffahrt, bei der hautnah die Landschaftspflege mit Ziegen am Mittelrhein erläutert wurde, sowie die anschließende Besichtigung des Holzfelder Milchziegenhofes."

Ziegen sind einfach die besten Motorsensen, Schafe die besten Rasenmäher.
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floridus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #691 am: 07. Januar 2014, 15:59:40 »

Oh ja, das habe ich über 25 Jahre auch bei einem Kalkmagerrasen/Galmei-Naturschutzgebiet in unserer Nähe beobachtet: Keine extensive Landschaftspflege mehr, Kiefernsämlinge überall, dazu eine schleichende Eutrophierung, da das Gras nicht mehr abgeweidet wurde. Früher gab es hier mehrere Ophrysarten, Gymnadenia, Orchis morio, Platanthera und eine sehr üppige Galmeiflora. Die Orchideen sind alle weg (bis auf ein kleiner Bestand Gymnadenia), die Galmeiflora ist nur noch ein kümmerlicher Schatten ihrer selbst.
Jetzt hat die Stadtverwaltung zumindest damit begonnen, die Kiefern auszureißen. Ich hatte das vor 20 Jahren schon vergeblich vorgeschlagen (und es heimlich bei meinen Besuchen immer gemacht). Damals hätte man noch viel retten können...
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fromme-helene

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #692 am: 08. Januar 2014, 19:53:49 »

... dazu eine schleichende Eutrophierung, da das Gras nicht mehr abgeweidet wurde. ...

Das verstehe ich nicht. Wo kommen denn die zusätzlichen Nährstoffe her? ???
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #693 am: 08. Januar 2014, 20:13:34 »

Vom Himmel hoch. ;)
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #694 am: 08. Januar 2014, 21:01:48 »

... dazu eine schleichende Eutrophierung, da das Gras nicht mehr abgeweidet wurde. ...

Das verstehe ich nicht. Wo kommen denn die zusätzlichen Nährstoffe her? ???

Der Stickstoffeintrag über die Luft in Form von Stickoxiden und Nitraten, die vor allem mit dem Regen aus der Luft ausgewaschen werden. ist immer noch so hoch, dass empfindliche närhstoffarme Standorte dadurch merklich eutrophiert werden.

Ein zunehmendes Problem sind außerdem regional Stickstoffeinträge durch Ammoniak und Amine aus der Abluft der Massentierhaltung.
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #695 am: 08. Januar 2014, 21:23:47 »

Der Stickstoffeintrag über die Luft in Form von Stickoxiden und Nitraten, die vor allem mit dem Regen aus der Luft ausgewaschen werden. ist immer noch so hoch, dass empfindliche närhstoffarme Standorte dadurch merklich eutrophiert werden.

Der Stickstoffeintrag aus der Luft ist unabhängig von der Beweidung.
Die Weidetiere selber hingegen tragen durch Düngung zum Nährstoffeintrag bei.
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #696 am: 08. Januar 2014, 21:26:50 »

Der Stickstoffeintrag in steilem Gelände würde durch Beweidung (= Nährstoffabbau) abgefangen. Weidetiere kacken an Ruheplätzen und kein Schaf schläft im Steilhang. Hab ich viele Seiten vorher schon erwähnt.
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #697 am: 08. Januar 2014, 21:35:08 »

Zudem werden empfindliche Arten wahrscheinlich allein schon durch den Filz abgestorbener Gräser auf nicht mehr beweideten bzw. gemähten und abgeräumten Flächen verdrängt.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #698 am: 08. Januar 2014, 21:42:55 »

worum gehts denn jetzt schon wieder?

Weidetiere zur Landschaftspflege und der hohe Nährstoffeintrag durch die Luft.

Das sind doch getrennte Themen.

Weidetiere werden am Nährstoffeintrag durch die Luft nichts ändern, aber sie pflegen die Landschaft und Ziegen fressen die Brombeerbestände weg, die durch die in den letzten Jahrzehnten erhöhte Stickstofflast der Luft in allen Gehölzrandlagen enorm zugenommen haben.

Massentierhaltung ist dafür verantwortlich, dass bestimmte Pflanzenarten zurückgehen und verschwinden. In Niedersachsen. Vor allem im Westen. Im Osten gibt es noch einige schöne Bestände von Arten, die auf nährstoffarme Standorte angewiesen sind. Auch eine bestimmte Flechte, Ebenästige Rentierflechte (Cladonia portentosa), die mit Heidelbeeren und Birken vergesellschaftet ist.
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #699 am: 08. Januar 2014, 21:47:27 »

Weidetiere werden am Nährstoffeintrag durch die Luft nichts ändern

...aber dessen Auswirkungen, sie wirken praktisch ausgleichend. Das heißt, Schafe und Ziegen (und weitere geeignete Tiere) helfen, die negativen Einflüsse der Umwelt (Massentierhaltung z.B. als einer davon, auch wenns kurios klingt) auf Magerstandorte abzufedern. Das würde Mahd auch, aber wir waren uns ja Seiten vorher schon einig, dass das nicht der geeignete Weg ist, weil wer solls machen.

Alles greift in alles, da kann man schon mal die Übersicht verlieren, bei all den Zusammenhängen, die da verworren ineinandergreifen.
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #700 am: 08. Januar 2014, 21:55:42 »

Ja, Katrin, sehe ich auch so. Bis hin zur Verwirrung ;)

@pearl: haben wir hier jemals Themen getrennt? ;D Dann würde es ja plötzlich übersichtlich.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #701 am: 08. Januar 2014, 22:05:12 »

na ja, Weidetiere pflegen die Landschaft aber verringern nicht den Nährstoffeintrag. Magerwiesen wird man nicht bekommen, wohl aber blütenreiche Wiesen wie sie für Schafbeweidung typisch sind.

Bei den oben erwähnten Landchaftspflegeeinsätzen von Schafen geht es nicht um den Nährstoffentzug, sondern um das Freihalten der Landschaften von hohem Bewuchs. Um Licht und Luft. Es sind alte Kulturlandschaften. Dort sind Nährstoffe erwünscht. Wein wächst sonst auch nicht.
« Letzte Änderung: 08. Januar 2014, 22:05:24 von pearl »
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #702 am: 08. Januar 2014, 22:18:08 »

Ich glaube, so kompliziert ist das gar nicht.

Hätten wir eine Landwirtschaft, die wie vielleicht bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts auf den Recourcen der vorhandenen Standorte basiert, gäbe es diese Probleme nicht so expliziert.

Massentierhaltung in Nordwestdeutschland und in anderen Regionen, die nur durch den Import von Futtermitteln möglich ist, verdrängt (kultur-)landwirtschaftliche Nutzung in anderen Regionen, weil Betriebe dort nicht mehr konkurrenzfähig produzieren können.

Würden wir die Viehbestände wirklich naturverträglich auf die regional vorhandene landwirtschaftliche Nutzfläche begrenzen, hätten wir vermutlich eine Landwirtschaft, die sowohl natur- als tierschutzverträglich wäre und wir bräuchten nach dem heutigen "Stand der Technik" trotzdem nicht hungern, auch wenn das Kilo Fleisch ein paar Cent mehr kosten würde.


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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #703 am: 08. Januar 2014, 22:22:21 »

Mit einem Zehntel der Bevölkerung wäre wohl auch naturnahe Landwirtschaft möglich.....
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #704 am: 08. Januar 2014, 22:35:21 »

Der Stickstoffeintrag in steilem Gelände würde durch Beweidung (= Nährstoffabbau) abgefangen. Weidetiere kacken an Ruheplätzen und kein Schaf schläft im Steilhang. Hab ich viele Seiten vorher schon erwähnt.

Natürlich fällts auf den Ruheplätzen am meisten auf.
Aber sowohl bei Schafen als auch bei Ziegen findet man die Spuren überall.
Von den hier kaum angesprochenen Kühen reden wir gar nicht, da dient die Beweidung der Wiesen auch der Düngung.
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