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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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|8|2| Das Wesen einer Hydra ist allerdings, dass die Köpfe sofort nach Entfernung wieder nachwachsen.( Kommentar zum Zitat von Staudo)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #705 am: 09. Januar 2014, 19:05:56 »

Nach meinen Erfahrungen und nach historischen Angaben ist beides richtig. Weidetiere auf Ackerbrachen und Ackerstoppel wurden gezielt zur Aufdüngung eingesetzt. Das kurzfristige, stoßartige Abweiden von Grünland konnte, ohne nächtliches Pferchen, für das Grünland nährstoffneutral gestaltet werden. Es wurden aber die Nacht-Pferche oft auch auf benachbarte Ackerflächen gelegt und dort schrittweise so verschoben, dass die "Zielfläche" zum Schluss sauber ausgedüngt war. Das lohnte sich vor allem in Nachbarschaft zu minderproduktivem Grasland, in das zu "investieren" nicht sinnvoll schien.

Aktuell bilden sich hier sehr gut strukturierte (strukturreich, aber ohne wesentliche durchgetretene Abschnitte) und artenreiche Grünlandgesellschaften aus, wenn Mahd und Weide kombiniert werden. Mahd mit Nachweide als zweiter Nutzung scheint in dieser Hinsicht am besten zu wirken. Umgekehrt ergibt die Mahd als vorwinterliche Schlusspflege von Weideflächen ebenfalls gute Ergebnisse. Immer vorausgesetzt, dass die natürliche Standorteigenschaften erhalten bleiben, eine extensive Nutzung ohne Düngung und gut auf die zu erhaltenden Pflanzengesellschaften abgestimmte Nutzungstermine gefunden und eingehalten werden. (Also immer noch jede Menge Arbeit, Erfahrung und Miteinander nötig.)

Wenn der Nutzer/Tierhalter ein gutes Gespür für die Fläche hat, geht das auch mit Rindern und sogar mit Rindern auf wenig entwässerten Moorstandorten. Dort vermehren sich dann Wiesenpflanzen, die ich selbst früher nie als weideverträglich angesehen hätte.
« Letzte Änderung: 09. Januar 2014, 19:07:01 von lerchenzorn »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #706 am: 18. Januar 2014, 16:48:06 »

Gestern war so ein traumhafter Januartag hier im Südspessart (ja Januar :D ), dass ich euch mal an meinem Nachmittagsspaziergang durch die hiesige Kulturlandschaft teilhaben lasse. Das Licht war zu schön :D
Diese Strecke lauf ich sehr gern (mehrfach wöchentlich), weil sie nicht durch Wald führt. (Hier ist fast alles Wald, so dass das "Offene" Seltenheitswert hat)

Es geht hinunter in einen Bachgrund. Früher gabs hier weit weniger Gebüsch, aber die teils steilen Wiesen wollte keiner mehr bewirtschaften.
« Letzte Änderung: 18. Januar 2014, 16:56:49 von Mediterraneus »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #707 am: 18. Januar 2014, 16:50:05 »

Die gegenüberliegende sehr steile Hangseite wird noch beweidet. Man sieht, wenn man genau draufschaut, sogar die Weidezäune.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #708 am: 18. Januar 2014, 16:52:06 »

Im Tal haben sich noch ein paar alte Streuobstveteranen gehalten, Ackerbau war hier schlecht möglich.
Vielleicht kümmert sich ein künftiger Besitzer ja wieder um die Bäume. Hoff.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #709 am: 18. Januar 2014, 16:55:13 »

Oben auf den Höhenkuppen, wo es nicht so steil ist, werden Äcker bewirtschaftet.

So ein grün im Januar ist selten. Und ohne Acker-Obstbäume würde mir hier auch was fehlen.

Wenige Minuten später war ich dann wieder zuhause.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #711 am: 06. Juni 2014, 13:16:22 »

Wie viel Mensch verträgt die Natur?

Ich hab den Themenabend auch gesehen.
Die Ansätze sind weitgehend bekannt und klingen gut und schön, aber ich hielte es aus rein ökologischer und nicht soziokultureller Sicht für zweckdienlicher, anstelle all des vertikalen, horizontalen, schwimmenden und prinzessösem Kistengegärtneres ganz einfach jede dritte nutz- und sinnlos zugepflasterte urbane Fläche wieder aufzureißen, den anstehenden Boden freizulegen oder passenden heranzuschaffen und das Ganze der Natur in die Hand zu geben.

Eine Journalistin konnte kürzlich nicht zur Arbeit erscheinen, weil sie sich auf dem baumarmen Tempelhofer Feld einen schweren Sonnenbrand geholt habe. ::)
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #712 am: 06. Juni 2014, 13:28:38 »

Weißt Du, wie schön ein Regenpfeifer auf einer alten, aufgebenen, metertiefen, brüchig gewordenen, von pflanzlichen Extremisten nur sanft und allmählich übersponnenen Beton-Landepiste brüten kann? Das sieht nach 10 bis 20 Jahren so natürlich aus wie eine baltische Alvar-Landschaft.






Ich bin aber ganz Deiner Meinung, dass das urbane Herumgegrüne für die Natur als regional charakteristisches Mosaik von Standorten und Lebensräumen weitgehend belanglos ist. Es hat seine Rechtfertigung in der Verbesserung der städtischen Lebensqualität, in mentalen Bereichen und anderswo. Das Wort "Natur" würde ich da raus halten. Natur nimmt sich alles, was man ihr lässt, auch ohne Entsiegelung.

(Da hat das Tempelhofer Feld doch eine sehr schöne Voraussetzung, den menschlichen Einfluss zu begrenzen, wenn es in der Hitze da nicht auszuhalten ist ;D )
« Letzte Änderung: 06. Juni 2014, 13:43:43 von lerchenzorn »
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #713 am: 06. Juni 2014, 13:32:06 »

Vielleicht sollte man das Tempelhofer Feld einzäunen und zum Totalreservat erklären? Mehr innerstädtischer Naturschutz geht nicht.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #714 am: 06. Juni 2014, 13:59:54 »

In einem der letzten ÖkoL war ein Artikel, der sich mit Artenvielfalt beschäftigt hat und zu den Schluss kam, dass Städte im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Gebieten artenreichere Lebensräume sind, weil sie vielfältigere Öko-Nischen und kleinräumigere Variationen bieten. Und im Gegensatz zu Landwirtschaftsflächen auch eher im Artenreichtum zunehmen, nicht ab.

Richtig gefährlich für Wirbeltierpopulationen ist wohl die landwirtschaftliche Monokultur (das war das, was mich bei einer Reise durch Hollands Tulpenfelder am meisten berührt hat: die absolute Agrar-Steppe auf riesigen Flächen. So weit das Auge reicht nichts, das nicht rechtwinklig agrargerecht gestriegelt war, einzelne nette Gärtchen oder immerhin mal ein Busch oder Baum bei den Höfen, die ab Hof Tulpenzwiebeln verkaufen wollten.

Da lob ich mir bergige/hügelige Gegenden, da ist sowas kaum machbar, weswegen sie wohl etwas naturnäher bleiben.
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Silvia

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #715 am: 06. Juni 2014, 14:19:04 »

ganz einfach jede dritte nutz- und sinnlos zugepflasterte urbane Fläche wieder aufzureißen, den anstehenden Boden freizulegen oder passenden heranzuschaffen und das Ganze der Natur in die Hand zu geben.

Ich habe jetzt nicht alles gelesen. Also, wenn das schon wer gesagt hat, sorry.

Fläche, die sich selber überlassen wird, wird bei uns über kurz oder lang Wald. Damit wäre vielen Tieren der Lebensraum genommen. Die Artenvielfalt in Deutschland ist vor allem ein Ergebnis der Kultivierung. Dass Tiere eine andere Vorstellung von lebenswertem Raum haben, sieht man ja nicht nur an den Städten, die sie erobern, sondern bspw. auch an den seltenen Vogelarten, die auf Truppenübungsplätzen ihr Heim gefunden haben, wo unsereiner denkt, bei dem Krach kann man es doch nicht aushalten.
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #716 am: 06. Juni 2014, 14:20:44 »

Ja, das hatten wir in diesem Thread schon (Hattest du nicht gestern Abend das Forumsgesetz ins Spiel gebracht?).
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Silvia

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #717 am: 06. Juni 2014, 14:38:15 »

Siehste, da haben wir den Beweis! ;D

(Wieso ist der Thread dann 48 Seiten lang?)
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #718 am: 06. Juni 2014, 15:42:25 »

Das ist ein anderes Thema (*seufzt*) :-X
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #719 am: 06. Juni 2014, 22:42:36 »

Nur so viel zur oft beschworenen Artenvielfalt der Städte: Sie mag reich an Arten, Formen und Strukturen sein. Was an regionaler Eigenart in der freien Landschaft verschwindet, kann die neu gewonnene städtische Vielfalt aber nicht ansatzweise ausgleichen.
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