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|30|8|Zur allgemeinen Erheiterung erinnere ich an eine Wortschöpfung aus einem Fachthread: steingartenpolsterpuppenstubenblüher (von zwerggarten)

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Autor Thema: Gründüngung im Gemüsebeet  (Gelesen 7501 mal)

Nemesia Elfensp.

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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #75 am: 04. August 2017, 15:07:27 »

Tagetes muss nach allem was ich bis jetzt gelesen habe nicht eingearbeitet werden.
Es wirkt aktiv nur Pratylenchus ssp, auf keinen Fall gegen alle Namtoden. Die Pratylenchus bohren sich tief in die Wurzeln, werden dort von Singulettsauerstoff gekillt. Ist also kein Allheilmittel. Viele Nematodenarten können sich von Tagetes aber nicht ernähren und werden so mit der Zeit ausgehungert. Lupenrein und Feuerwehr ists trotzdem nicht.
http://progemuese.eu/uploads/versionen_08_2013/progemuese_tagetes_DE%20komp_082013.pdf
Danke für Info und link :)


Zitat
Zur Sämaschine sage ich erst was, wenn ich das Ergebnis, also die Reihen, sehe.
na du machst es ja spannend,

Zitat
Ich habe heute angegossen, bringt ja nix, die ersten 4cm Staubtrocken. Wenns schon keine Walze für guten Bodenschluss gibt, dann wenigstens die Saat etwas einschlämmen. Der sachte-Brausekopf schaffts ja wenigstens, dass die Krümel relativ ganz bleiben und der Boden noch atmen kann. Die lockere Feinerde zwischen den Krümeln wird zwar immer verschlämmt, aber es ging nun mal jetzt nicht anders.
gut das Du angegossen hast, da muss ich wenigstens nicht ganz so lange warten :D

Zitat
Gründünger und F1, manchmal will ich ihn nicht bis zur Samenreife ausreifen lassen. Wenn die Samen rausfallen und im Beet landen, hat man ja auch nichts gewonnen. Saubohnen (Hiverna) werde ich evtl unter die frisch aufgepflanzten Obstbäume im Herbst säen. Die können dann das Nitrat abfangen was nach dem pflanzen und damit im Boden rumrühren unnütz frei wird, den Winter über wachsen, Stickstoff sammeln, im Februar werde ich sie dann mit der Hacke killen, damit im März das Futter da ist für den Austrieb der noch jungen Obstbäume. Samenreife kommt in dem Plan also nicht vor.

Wenn F1 bei den Sonnenblumen als Garant dafür stehen würde, dass sich der Bestand gleichmäßig entwickelt und sehr kräftig wächst, dann wäre ich durchaus bereit, dafür Geld hinzulegen. Gründünger soll ja schliesslich wachsen wenn er was bringen soll, mickernder Gründünger bringt ja keinem was, verfehlt den Zweck.
Pollenfreiheit, nein, leider verloren. Futter für die Brummer muss schon sein wenn die Blüte eingeplant ist.
ich erwarte von meiner "eierlegenden wollmilchsau- Gründüngung" unbedingt, dass ich selber davon Saat nehmen kann. Möchte da gerne kostengünstig und unabhängig unterwegs sein!

Zitat
Mais als Gründung wäre als Gras noch weiter weg vom üblichen Gemüse, hätte diesbezüglich also Vorteile
so isses, ein gaaanz wichtiger Punkt!

Zitat
wann gibst da denn mal bald Bilder?
Na wenn du schon so fragst  ;D, dann gibts die schon vorab. Wollte eigentlich erst später drüber schreiben.
:D Danke für die Bilderserie! Sehr informativ!

Zitat
Habe gerade überlegt, obs hier überhaupt in einen Gründungstrang reinpasst.
Ja, das tuts. Und zwar deswegen:
Beim Gründüngen und beim no-dig oder Pfluglos oder kein umgraben sind eigentlich die ersten 3-6 cm vom Boden entscheidend. Die müssen Luft durchlassen, dürfen also nicht verschlämmen, dort hängt der Großteil vom Humus, nicht zu fein wegen verschlämmen, nicht zu grob wegen feine Samen müssen noch gut keimen können.
Wenn man ständig nur flach hackt bzw mulch einarbeitet, also Sternfräse zB, 3cm tief, dann ist das oben alles locker. Wenns einmal draufregnet, hat man gröbere Krümel und durchs überlockern viel Feinerde dazwischen. Die viele Feinerde und das was die Regentropfen beim Aufprall aus den gröberen Krümeln rausschlagen, ist letzendlich die Masse, die die verschlämmte Kruste bildet und die Bodenatmung verhindert.
Wenn man lockere Haufen fester stapelt, sind sie stabiler.
Das kann eine Walze machen.
Zudem sorgt das rückverdichten mit der Walze bei Aussaaten oder bei Gründungmaterial für Bodenschluss, so das die Samen gut keimen oder die frische Pflanzenmasse gut verrotten kann.
Eine Walze gehört also eigentlich dazu, wenn man richtig Gründung machen will.
Gründüger wachsen lassen und untergraben, wenns doof läuft vertorft der unten im Boden und wenns anders läuft, wird der Humus durch die massive Bodenbewegung schon gleich verheizt, bevor er überhaupt richtig wirken kann. Perlen vor die Säue wäre das.
so sehe ich das auch *daumen hoch*

Zitat
Im Hobbygarten wohl ein Thema, das noch völlig unterrepräsentiert ist und Ausbaupotential hat.
ich glaube ja, dass es vielen Gärtnern/innen gar nicht klar ist, warum so manche Saat nicht gut keimt.

===========================================================================

Wenn sie für mich als Gründüngung taugen sollen, dann müssten sie mehrtriebig und niedrig sein - so was habe ich zwar gefunden, aber es waren F1.
Hab mal gegoogelt. Sorte Full Sun F1 ohne Pollen, nee, wäre auch nichts für mich.
:)

Zitat
Hier sind ein paar Sorten aufgelistet:
http://www.hortipendium.de/Kultur_von_Sonnenblumen
Dankeschön! Sehr interessante Liste! Die Anbieter der niedrigen Sorten werd ich mal systematisch abarbeiten/anschreiben.

Zitat
Als Gründünger ist wohl Vogelfutter Standard, nachdem man die Keimfähigkeit getestet hat.
http://www.hortipendium.de/Sonnenblumen_als_Gr%C3%BCnd%C3%BCngspflanze
in dem link wird auch folgendes erwähnt:
Zitat
Die riesige Aufwuchsmenge kann bei der Folgekultur stören, deshalb früh genug die Kultur beenden.
und das ist eben auch mein Grund, warum ich nach niedrigen Sorten der sonnenblume Ausschau halte. Grade im Gemüsegarten möchte ich keine Gründüngungspflanze, die 1,80m und mehr wird. Klar kann ich das über den Aussaattermin beeinflussen, hätte das Problem aber erst gar nicht bei einer niedrigen Sorte.

Zitat
Habe hier noch was allgemeines zum InSitu-mulchen gefunden.
http://mulch-gemuesebau.de/anbauweisen/insitu-mulch
Ja, danke sehr aufschlussreich! darüber habe ich kürzlich auch ein spannendes YT-Video gesehen.

Zitat
1kg Gründung-Trockenmasse pro Quadratmeter um Unkraut ausreichend zu unterdrücken wird gefordert.
ja, das müsste doch zu schaffen sein.

Zitat
Ich glaube ich säh die Tage etwas Mais und zwischen die Reihen Sonnenblumen. Sonnenblumen in Dichtsaat werden bei mir wohl umfallen, deswegen Mais als Stützfrucht dazu.
Spannend! Was meinst Du, wie gut werden sich die Maisstengel mit unseren Kleingartenmitteln - Sense, Motorsense, Rasenmäher? - zerkleinern lassen? Sicherlich, die Dicke der Stengel ist vom Reifegrad der Pflanze abhängig - kannst Du das Experiment wohl bitte mit Fotos dokumentieren?
- Mich interessiert zb. die Stengeldicke des Mais zum Zeitpunkt des Abfrierens.
- Lässt Du den Mais abfrieren und legst ihn im Frühjahr um, oder legst Du ihn kurz vor dem Frost?
- Mich interessiert die Stengeldicke zu den unterschiedlichen Aussaatterminen: jetzt, Sep., oder sogar Oktober (ob er dann überhaupt noch keimt)?

Alles sehr spannend! :D


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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #76 am: 04. August 2017, 16:01:18 »

Das kg Trockenmasse pro Quadratmeter sollte man nicht unterschätzen.

Mit den Saubohnen, die waren etwa 1,5m hoch und eher zu dicht als zu weit gesäht, da habe ich gerade auf der Hälfte vom Beet 3-4cm Mulchhöhe geschafft.
Ich glaube auf der Website mit dem InSituMulch, dort beim Transfermulch werden 8-10cm gefordert, damits reicht. Evtl wars aber auch eine andere Seite.
Es soll so viel da sein, dass bis zum Reihenschluss der Gemüsekultur kein unkraut aufkommen kann.

Auf dem Endivchenbeet mit den Saubohnen vorher musste ich schon jäten (Bild auf der letzten seite). Eine normale Hacke geht ja nicht wenn der Mulch obendrauf liegenbleiben soll. 3cm sind also zuwenig und jäten dauert mindestens 4mal so lang wie hacken, zusätzlich muss man evtl in die Beete steigen, also wieder Bodenverdichtung usw... Jäten ist für mich also eigentlich keine Option.

Die Sonnenblumen und Mais wird man mit Rasenmäher nicht kleinkriegen, lässt sich nach dem abschneiden schlecht mähen, Mäher ziehts nicht hoch. Heckenschere und Scheibschenweisse ist auch nix, Material bleibt zu grob.
Ich habs jetzt probiert, 2000Watt Generator und geliehenen 2500W Häcksler. Das reicht, Generator schaffts. Der Häcksler hat eine winzige Einfüllöffnung, hohe Sonnenblume und Mais ist aber unverzweigt, also kein Problem.
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #77 am: 04. August 2017, 16:07:46 »

Hier nochmal der Link mit ein paar interessanten Werten und vielen Bildern.
http://www.oekolandbau.nrw.de/pdf/pflanzenbau/Kartoffeln/pdf_2014/08_01_14_Ka-tag_Storch_Transfermulch.pdf

Man beachte auch den Gasschaden an den Pflanzen durch Ammoniak und andere Faulgase bzw Allelochemikalien beim in die frische Masse gepflanzten Broccoli.

Lässt man den Mulch 3-4 Tage liegen ist die erste Hitzerottephase meist beendet, evtl anfeuchten wenn nötig, dann hat man die Probleme meist nicht mehr.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #78 am: 04. August 2017, 17:09:05 »

Die Sonnenblumen und Mais wird man mit Rasenmäher nicht kleinkriegen, lässt sich nach dem abschneiden schlecht mähen, Mäher ziehts nicht hoch. Heckenschere und Scheibschenweisse ist auch nix, Material bleibt zu grob.
darum hatte ich mir letztes Jahr einen Spindelmäher organisiert. Wenn dieser breitere Räder bekommt, könnte das evtl. was sein. Wie schon oben überlegt, wäre evtl. auch eine Sense n Möglichkeit........wenn die Maisstiele wirklich noch schlank sind und nur vor dem Frost, wenn die Stiele noch grün und saftig sind.............probiert habe ich es aber auch noch nicht.

Zitat
Ich habs jetzt probiert, 2000Watt Generator und geliehenen 2500W Häcksler. Das reicht, Generator schaffts. Der Häcksler hat eine winzige Einfüllöffnung, hohe Sonnenblume und Mais ist aber unverzweigt, also kein Problem.
hm, ich denke, das es zu viele Arbeitsschritte sind:
1. runter von Beet, dann
2. häckseln und dann
3. wieder rauf aufs Beet. um das Material dann
4. wieder gleichmässig auseinander zu harken..................und das Gemüsebeet war damit "belegt"

Das muss doch irgendwie besser gehen ::)

............ich habe auch schon überlegt, ob nicht Miscanthus als Grasart für unsere Gemüsebeete - weil keine Verwandschaft zu den Gemüsepflanzen - geeignet wäre. Und ich könnte es in Bigbags fertig geschreddert bekommen..........wenn ich eine Stickstoffquelle hinzugeben würde, hätt ich auch wohl keine Stickstoffsperre zu befürchten ::)
Zitat
Posit ive Eigenschaft en von Chinaschilfhäcksel als Mulchsubst rat :
ƒ
Extensiver und ökologischer Anbau möglich
ƒ
Geringe, definierbare Mineralstoff- und 
Schwermetallfrachten
ƒ
Ver w eh st ab i l
ƒ
Langsame Verrottung (weites C-N-Verhältnis); deshalb 
nachhaltige Wirkung
Ausgezeichnete Wirkung gegen den Durchwuchs von
Landwirtschaftliches Techno
ƒ
Ausgezeichnete Wirkung gegen den Durchwuchs von
Samenunkräutern
ƒ
Fäulnisreduzierung in Erdbeeren
ƒ
Mit Getreidestroh vergleichbare Substratwirkung in Salat
(link von hier)
Aber eigentlich will ich nix, was ich regelmässig zukaufen muss.........

............überhaupt ::) es gibt doch die diversen Feldversuche mit nachwachsenden Stauden für die Biogasanlagen - ist da den nix für unsere Zwecke dabei? ich denke da an die "Durchwachsene Silphie" (Silphium perfoliatum) so weit ich weiss, auch mit keinem unserer Gemüsearten verwand und wenn schon Transfermulch, dann muss es ja auch nicht auf dem Gemüsebeet gewachsen sein.
Dann lege ich mir doch lieber gleich eine "Quellfläche" an, um immer genügend taugliches Mulchmaterial zu haben und säe dann nur noch passend für den Winterschutz direkt auf die Gemüsebeete eine Gründüngung.
Ich frage mich, wie groß die Fläche (z.b. mit Silphium perfoliatum) für eine entsprechende Gemüsegartenfläche pro m² sein müsste, um immer genügend zusätzliche Mengen an Transfermulch - zusätzlich zum evtl. vorhanden Grasschnitt - zu haben. ::)
................ich glaube, ich habe von der Silphium perfoliatum sogar ein kleines Stück im Garten.
Platz wäre für 30 - 50 m² Mulchspendefläche - wie weit ich damit wohl als käme?
« Letzte Änderung: 04. August 2017, 20:07:46 von Nemesia Elfensp. »
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #79 am: 04. August 2017, 19:58:39 »

Hier beim Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt fand ich zum Thema Silphie:

Zitat
Ertrag:    ca. 130 - 200 dt Trockenmasse/ha ab dem 2. Anbaujahr

Wenn ich also 50 m² Silphium perfoliatum anbaue, hätte ich zwischen 65 - 100 kg Trockenmasse Silphium perfoliatum.
Nun frage ich mich natürlich sofort: Wieviel m² Gemüsegarten kann ich damit mulchen?
Nach Deinem link:
Zitat
1kg Gründung-Trockenmasse pro Quadratmeter um Unkraut ausreichend zu unterdrücken wird gefordert.

Na ja, das is doch schon mal was und ich habe zu keiner Zeit eine Fläche des Gemüsegartens mit Mulchanbau belegt, wobei ich aber bedenken müsste:
1. dass die Silphie ab Juli Samen bildet - ich würd also unbedingt vorher ernten wollen. (zur Blüte käme sie so nie)
2. ich brauche einen Häcksler
3. die zu erwartende Menge an Silphie nie alleine für den Gemüsegarten reichen würde ( Staudenbeete habe ich dann noch nicht mit bedacht)
4. es sich also um eine Ergänzung zu Grasschnitt und Gemüsegartenwinterbegrünung/ Gründüngung handelt.
5. ich kann die 50 m² Silphiefläche mit dem anfalleneden Pferdemist düngen (jedenfalls würde ich es so erst einmal versuchen)

Aber meiner Meinung nach ein Versuch wert.



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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #80 am: 04. August 2017, 20:17:53 »

Man beachte auch den Gasschaden an den Pflanzen durch Ammoniak und andere Faulgase bzw Allelochemikalien beim in die frische Masse gepflanzten Broccoli.

Lässt man den Mulch 3-4 Tage liegen ist die erste Hitzerottephase meist beendet, evtl anfeuchten wenn nötig, dann hat man die Probleme meist nicht mehr.

im link wird auf einen deutlich längeren Zeitraum hingewiesen:
Zitat
• Gasschaden auch bei Frischmulch mit Vliesabdeckung!
• Zeitlichen Abstand berücksichtigen 1-2 Wochen+
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #81 am: 05. August 2017, 01:07:28 »

Die 1-2 Wochen waren im Frühjahr, oder? Kontrollieren, in die Finger nehmen und dran riechen ist wohl unersetzbar. Die Rotte läuft ja auch immer anders ab.

Rasenschnitt ist nach 4 Tagen ok, aber viel feiner in der Struktur und damit schneller als Häcksel.

Rasenschnitt ist übrigens der Transfermulch im Hobbygarten, sollte man nicht vergessen.
Reifen Miscathus würde ich damit mischen, unreifen nicht, der braucht kein N. C/N wird erst zur Blüte/Samenreife verschoben, man kanns mit der Nährstoffaufnahme vergleichen. Zum Austrieb brauchts viel, im Wachstum auch. Spätestens ab der Blüte braucht sowas niemals Dünger, dann nimt auch der C-Gehalt zu.

Frischer Mais, der ist schon bei 50cm Höhe unten in der Mitte in einem Ring verholzt, nix mehr für die sensible Sense.

Ich bin Fan von eher weitem C/N-Verhältnis, das bringt den stabilen Humus für die Bodenstruktur.
Enges C/N-Verhältnis ist Nährhumus, verpufft und weg isser ohne dem Boden was zu bringen.

Stickstoffsperre: nutze es doch aus:
oben im und knapp unterm Mulch stickstoffarmut, so wächst kein unkraut.

Darunter sind die Gemüsepflanzen gepflanzt oder großsamige Gemüse wie Artischocken, (Erbsen/Bohnen) oder Zuckermais oder eben alles was als Sämling genug Triebkraft hat gesäht.
Die wollen alle nach unten wurzeln. Oben Stickstoffarmut, die Kulturpflanzen wollen nach unten, legen wir den wenigen Dünger für die kräftige Jungpflanzenentwicklung also auch eine Etage tiefer:

=> Unterfußdüngung

Wenn die erfolgreich war, haben wir oben ausgehungertes Unkraut, Schluss mit Vogelmiere und anderen Nitratkräutern, eine bioaktive Mulchschicht, eine diffuse Bodenoberfläche die sich mit Mulch, Luft und Wasser gut austauscht, gesunde Wurzeln darunter die atmen können und wenn die Reihen oben vom Laub zu gehen und noch mehr Nährstoffe gebraucht werden als zur Jugendentwicklung, dann ist die Mulchschicht bis dahin auch so reif und liefert ordentlich mineralisches Futter.
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #82 am: 05. August 2017, 01:21:12 »

Prinzipiell bin ich der Meinung, dass die Biomasse die bei mir im Garten wächst auch dazu ausreicht, um erneut andere Pflanzen damit wachsen zu lassen.

Im Falle von Gemüse, müssen die Nährstoffe zur richtigen, oft eher kurzen Zeit in oft sehr hohen Mengen verfügbar sein.

Deswegen ist mineralischer Stickstoffdünger zum ankurbeln des Bodenlebens im Frühjahr wohl unverzichtbar.
Später im Jahr hilft er anspruchsvollem Gemüse zu mehr Qualität.
Phosphor, Kali, Magnesium usw ist alles im Humus. Das wird nicht gedüngt.
Müsste man das düngen, hat die Humuswirtschaft versagt, dann sollte man die überdenken.

Kalk ist oft kein Fehler, verkittete Bodenstruktur, gestärkte Pflanzenzellen usw, mit Stickstoff zusammen wärs Kalkstickstoff, dient auch der Hygiene, sollte man im Hinterkopf behalten.


Was zu viele Arbeitsgänge angeht, mähen, häckseln, wieder verteilen:
man könnte es auch als Chance sehen. Gezielt verteilen, wo es gebraucht wird, die erste Rottephase außerhalb vom Beet, zu holziges mit Rasenschnitt mischen, Hitzephase zum hygienisieren (Unkrautsamen im Rasen) dann kommen auch weniger Wuchshemmstoffe in den Boden, die Würmer freuts auch.
Mit der Vorrottephase steuern, wie schnell die Rotte vom Mulch und damit Nährstoffnachlieferung passieren soll. Gezielter mit organischen Düngern düngen.
Zu enges C/N-Verhältnis schadet den Würmern, die wollen eher weit (Herbstlaub statt Rasenschnitt).

Aber ja, ich verstehe dich, Mulch dort liegen lassen wo er gewachsen ist, ohne nix, deswegen haben wir den Sandhafer.
Die ersten Keimlinge habe ich heute übrigens gesehen, die Reihen sind aber noch nicht klar erkennbar.
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #83 am: 05. August 2017, 20:36:23 »

@Sämaschine: ich habe die Befürchtung, ich habs nicht mitbekommen, dass die Sämaschiene bei einer gewissen Führung mit dem ausspucken der Samen nicht nachkommt.
Die Reihen sind jedenfalls lückig und vom Muster her typisch, das da ein Bedienungsfehler vorliegt. Ich beobachte morgen nochmal, evtl keimts ja später.

Test im Trockendock auf Waschbeton ist eben was anderes als im nur halbwegs perfekt ebenen und feingekrümelten Beet.
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #84 am: 05. August 2017, 21:37:53 »

@Sämaschine: ich habe die Befürchtung, ich habs nicht mitbekommen, dass die Sämaschiene bei einer gewissen Führung mit dem ausspucken der Samen nicht nachkommt.
Die Reihen sind jedenfalls lückig und vom Muster her typisch, das da ein Bedienungsfehler vorliegt. Ich beobachte morgen nochmal, evtl keimts ja später.

Test im Trockendock auf Waschbeton ist eben was anderes als im nur halbwegs perfekt ebenen und feingekrümelten Beet.
......och nö, das wär ja schade - ich drücke mal die Daumen, das noch was keimt :D

Ich habe hier auch eine alte Sämaschine stehen (hier ein Beispielbild. welches meiner Maschine recht nahe kommt).
Sie ist ein Erbstück von unserem lieben Nachbarn. Er hat die Sämaschine bis zu seinem Tod immer gut gefettet und trocken gelagert. Dann durfte ich sie übernehmen.
Bisher habe ich sie noch nicht im Einsatz gehabt, da die Holme wurmstichig sind und ersetzt werden müssen. Aber die ganze Mechanik mitsamt der Kette ist gängig und funktioniert.


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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #85 am: 05. August 2017, 21:46:44 »

och nö, das wär ja schade - ich drücke mal die Daumen, das noch was keimt :D
Ja, halb so wild, ist ja noch ein bisschen Zeit zum üben dieses Jahr. Kann man ja nicht erwarten das das auf Anhieb gut klappt.

Das Modell von dir hatte ich auch überlegt, gibts auch in Einzelkornvariante, das wäre mein Favorit. Wäre aber zu klobig, nichts für die kleinen Beete, besser wäre wohl sowas in etwa wie die Sembdner Kleinsämaschine K1. Die ist aber wohl leider nicht verstellbar was die Saattiefe angeht.
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #86 am: 05. August 2017, 22:37:23 »

Prinzipiell bin ich der Meinung, dass die Biomasse die bei mir im Garten wächst auch dazu ausreicht, um erneut andere Pflanzen damit wachsen zu lassen.
...............bei diesem, Deinem Satz ist mir spontan der Begriff Permakultur eingefallen. Hat Deine Gedankenansatz damit etwas zu tun?

Zitat
Im Falle von Gemüse, müssen die Nährstoffe zur richtigen, oft eher kurzen Zeit in oft sehr hohen Mengen verfügbar sein.

Deswegen ist mineralischer Stickstoffdünger zum ankurbeln des Bodenlebens im Frühjahr wohl unverzichtbar.
Später im Jahr hilft er anspruchsvollem Gemüse zu mehr Qualität.
Phosphor, Kali, Magnesium usw ist alles im Humus. Das wird nicht gedüngt.
Müsste man das düngen, hat die Humuswirtschaft versagt, dann sollte man die überdenken.

Kalk ist oft kein Fehler, verkittete Bodenstruktur, gestärkte Pflanzenzellen usw,
.........wenn ich nun diese, Deinen Gedanken hier gelesen haben, dann bist Du wohl eher ein Verfechter des guten und überlegten Mittelweges? Nämlich: Mulch und Gründüngung so oft es geht, aber bei Bedarf das von Extern hinzufügen, was fehlt. Habe ich Dich so richtig verstanden?


Zitat
mit Stickstoff zusammen wärs Kalkstickstoff, dient auch der Hygiene, sollte man im Hinterkopf behalten.
ist aber nicht so mir nichts dir nichts wegen des entstehenden Cyanamids, zu verwenden.

Zitat
Was zu viele Arbeitsgänge angeht, mähen, häckseln, wieder verteilen:
man könnte es auch als Chance sehen. Gezielt verteilen, wo es gebraucht wird, die erste Rottephase außerhalb vom Beet, zu holziges mit Rasenschnitt mischen, Hitzephase zum hygienisieren (Unkrautsamen im Rasen) dann kommen auch weniger Wuchshemmstoffe in den Boden, die Würmer freuts auch.
ja, das ist sicherlich ein guter Aspekt, wobei ich für meinen Teil zuerst einmal die "zusätzliche" Arbeit und nicht die erweiterten Möglichkeiten gesehen hatte.

Zitat
Zu enges C/N-Verhältnis schadet den Würmern, die wollen eher weit (Herbstlaub statt Rasenschnitt).
Ja, mir ist es beim Umsetzen eines Komposthaufens immer "unsymphatisch" die vorhandenen Regenwürmer zu ignorieren und dem neu - und wieder wärmeren - Komposthaufen zu "opfern". Ich kann mir nicht vorstellen, das sie schnell genug nach unten abwandern können. ::)

Zitat
Aber ja, ich verstehe dich, Mulch dort liegen lassen wo er gewachsen ist, ohne nix, deswegen haben wir den Sandhafer.
Die ersten Keimlinge habe ich heute übrigens gesehen, die Reihen sind aber noch nicht klar erkennbar.
aktuell habe ich noch keinen Sandhafer gesät. Ich kann (wegen Antibiotika und draus folgender phototoxische Reaktion) erst wieder ab dem 18./19.8 raus in den Garten :P - sehr unpraktisch ::)

Sandhafer (oder Roggen, ging der eigentlich auch?) könnte uns so manch nacktes Stückchen Gemüsebeet abdecken. Ich glaube auch, dass diese Gründüngungspflanze eine sehr gutes Potential für unsere Gemüsegärten hat.
« Letzte Änderung: 06. August 2017, 11:25:14 von Nemesia Elfensp. »
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #87 am: 06. August 2017, 21:12:31 »

Permakultur, naja, ich bin der Überzeugung es kann nicht funktionieren. Es gab noch kein Beispiel dafür, auch die Altvorderen mit Plaggenwirtschaft oder mergeln haben eher genau das Gegenteil davon betrieben.

Ich will nur meinen, wenn man einen Schubkarren Grünmasse irgendwo als Mulch verteilt, dann sind da auch Nährstoffe drin. Es kann also was dadurch wachsen. Nicht unbedingt wieder ein ganzer Schubkarren voll, aber immerhin ein Teil davon. Grünmasse ist jedenfalls Dünger und nicht ein inertes material, das man egal wieviel irgendwo verteilen kann ohne dabei zu überdüngen.

Deswegen bin ich auch eher für den InSitu-Mulch und nicht den Rasen als Düngerquelle fürs Gemüsebeet mit 10kg Dünger im Jahr hochpushen.


@Pratex, habe ich heute nochmal nachgesäht. Der alte ist schon 4 cm hoch, dort wo noch was kommen sollte, würde man dann wohl wenigstens was erahnen können. Die Sähmaschine war jetzt schon deutlich zuverlässiger was Samen ausspucken anging. Der Samenrausfalllochdeckel scheint sich wohl zuzuarbeiten mit Erde, ich hab den Verstelldraht nun beim schieben festgehalten, damit er offen bleibt.

Den Mais habe ich trotzdem mit der Hand gelegt weil zuwenig Samen da. 5 Reihen, 2m lang. Die Reihen mit der Sämaschine gezogen, das Ding ist dafür unschlagbar wenn der Boden vorher schon halbwegs vorbereitet ist.
Maissorte ist Tasty Sweet, eine F1, Zuckermais, abgelaufen 1.2017. Das war mir lieber als den brüchigen Futtermais zu nehmen, der wahrscheinlich nur extrem lückig keimt. Ich habe aktuell keine andere Maissaat und Sonnenblumen muss ich auch erstmal wieder kaufen. Keiner hat mehr Vogelfutter und die Sonnenblumen, die noch wachsen, die haben erst die Konrgröße fertig, aber noch nicht fertig ausgereift. Ob da 2 Wochen reichen zum ausreifen? 
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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #88 am: 06. August 2017, 23:11:07 »

Permakultur, naja, ich bin der Überzeugung es kann nicht funktionieren. Es gab noch kein Beispiel dafür
es ist wohl auch schwierig einen solchen in sich geschlossenen Kreislauf zu etablieren. Alleine wenn ich nur Getreide für die Fütterung meines Geflügels hinzukaufe, dann habe ich ja schon Energie hinzugekauft. Nutze ich dann den Mist aus dem Stall, dann enthält dieser ja auch schon einen Teil der hinzugekauften Energie.
Aber ich meine, es ist schon mal die richtige Richtung zuerst einmal so viel wie möglich aus dem eigenen Garten und eigenen Kreisläufen (z.b. Geflügeldung, Kaninchendung, Gründüngung) zu verwenden und nur das von aussen hinzuzufügen/ kaufen, was wirklich fehlt.

Zitat
auch die Altvorderen mit Plaggenwirtschaft oder mergeln haben eher genau das Gegenteil davon betrieben.
da hat ja nun doch ein gewisses Umdenken stattgefunden bzw. findet noch statt.

Zitat
Ich will nur meinen, wenn man einen Schubkarren Grünmasse irgendwo als Mulch verteilt, dann sind da auch Nährstoffe drin. Es kann also was dadurch wachsen. Nicht unbedingt wieder ein ganzer Schubkarren voll, aber immerhin ein Teil davon.
immerhin, das ist ja schon mal was.

Zitat
Grünmasse ist jedenfalls Dünger und nicht ein inertes material, das man egal wieviel irgendwo verteilen kann ohne dabei zu überdüngen.
Gibt es eigentlich Zahlen darüber, wieviel N und Co in den verschiedenen Gründüngungsmassen enthalten ist?

Zitat
Deswegen bin ich auch eher für den InSitu-Mulch und nicht den Rasen als Düngerquelle fürs Gemüsebeet mit 10kg Dünger im Jahr hochpushen.
;D wer macht denn so was....................das käme mir ja nie in den Sinn.


Zitat
@Pratex, habe ich heute nochmal nachgesäht. Der alte ist schon 4 cm hoch, dort wo noch was kommen sollte, würde man dann wohl wenigstens was erahnen können. Die Sähmaschine war jetzt schon deutlich zuverlässiger was Samen ausspucken anging. Der Samenrausfalllochdeckel scheint sich wohl zuzuarbeiten mit Erde, ich hab den Verstelldraht nun beim schieben festgehalten, damit er offen bleibt.
ah ha  :) "green Bananas" Weiterentwicklung der Rohversion - na, da ist die Sämaschine bei Dir ja in guten Händen :D

Zitat
Den Mais habe ich trotzdem mit der Hand gelegt weil zuwenig Samen da. 5 Reihen, 2m lang. Die Reihen mit der Sämaschine gezogen, das Ding ist dafür unschlagbar wenn der Boden vorher schon halbwegs vorbereitet ist.
Maissorte ist Tasty Sweet, eine F1, Zuckermais, abgelaufen 1.2017. Das war mir lieber als den brüchigen Futtermais zu nehmen, der wahrscheinlich nur extrem lückig keimt. Ich habe aktuell keine andere Maissaat
na, als Gründüngung soll er's wohl noch tun :)

Zitat
Sonnenblumen muss ich auch erstmal wieder kaufen. Keiner hat mehr Vogelfutter und die Sonnenblumen, die noch wachsen, die haben erst die Konrgröße fertig, aber noch nicht fertig ausgereift. Ob da 2 Wochen reichen zum ausreifen?
das glaube ich eher nicht.
Im Landhandel, beim Zoohandel und im türkischen "Onkel Ekrem" - Laden haste schon gefragt?
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Nemesia Elfensp.

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Re: Gründüngung im Gemüsebeet
« Antwort #89 am: 07. August 2017, 12:40:58 »

Zitat
Grünmasse ist jedenfalls Dünger und nicht ein inertes material, das man egal wieviel irgendwo verteilen kann ohne dabei zu überdüngen.
Gibt es eigentlich Zahlen darüber, wieviel N und Co in den verschiedenen Gründüngungsmassen enthalten ist?

Zu meiner Frage fand ich zwar keine Liste über die Nährstoffzusammensetzung der einzelnen Gründüngungsmaterialien, aber immerhin eine Info die eine Orientierung bezüglich des C/N - Verhältnisses angibt (von dieser Seite):

Zitat
Von Praktikern des Nicht-wendend-Mulch-Systems wurde eine Auflage von etwa 12 cm angeraten.
Den Empfehlungen nach sollte Mulchmaterial ausgewählt werden, welches auch als Futter für Milchkühe geeignet wäre, um eine hohe Nährstoffverfügbarkeit zu gewährleisten.
Idealerweise beträgt die Häcksellänge des Mulchmaterials ca. 10 cm. Je stickstoffreicher das Material ist, desto größer ist die Häcksellänge zu wählen.
So kann Fäulnis und einer für die Kartoffel zu dichten Mulchdecke vorgebeugt werden.

Das Kohlenstoff- Stickstoff-(C-N-)Verhältnis sollte etwa bei 10 bis 15 liegen, was etwa dem 1. Kleegrasschnitt entspricht.
Höhere C-NWerte wie von Stroh (C-N-Verhältnis = 100) bedecken den Boden und damit das Beikraut länger, binden jedoch Stickstoff, welcher so den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung steht. Der Mulch sollte nach dem 2. Häufeln, kurz vor dem Durchstoßen des Kartoffellaubes durch den Damm, appliziert werden.

In dem oben verlinkten Text wird aber noch mehr berichtet:
Zitat
Stickstoffversorgung, Schadorganismen und Erosion

In der Saison 2015 wurden die Stickstoffgehalte der Blätter mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) über die gesamte Vegetationsperiode erfasst. Zu jedem Boniturzeitpunkt lagen die Stickstoffgehalte der Blätter bei den reduzierten Bodenbearbeitungsvarianten mit Mulch signifikant über denen der gepflügten, ungemulchten Varianten. Dies könnte zum Teil durch die Düngewirkung des organischen Materials bedingt worden sein. Zum anderen gewährleistet die erhöhte Bodenfeuchtigkeit auch in den regenfreien Zeiten den Nährstofftransport in der Bodenlösung und damit die Verfügbarkeit von Nährstoffen aus dem Boden. Dies zeigte sich in der dunkleren Grünfärbung der Blätter und der intensiven Durchdringung der Mulchschicht mit Kartoffelwurzeln (Abbildung 3 u. 4) in den Varianten reduzierter Bodenbearbeitung.


und weiter heisst es:
Zitat
Als interessanter Nebeneffekt zeigten sich in der Saison 2014 Unterschiede im Befall mit Krautfäule (Phytophthora infestans): In den gemulchten Varianten traten Schäden etwa 2 Wochen später auf (Abbildung 4).
 Ähnliche Effekte konnten die OSCAR-Projektpartner aus Brasilien in 3 Versuchen reproduzieren. Der Grund dafür könnte die spürbar wärmere, trockenere Luft im Pflanzenbestand sein. Der helle Mulch reflektiert das Sonnenlicht und verändert zusätzlich durch seine hygroskopischen Eigenschaften das Mikroklima im Bestand. Im Versuchsjahr 2015 trat keine Phythophthora infestans auf.

Vielleicht ist das ja der Grund warum die liegende Tomatenabaumethode auf Stroh von Erich Stekovics so gut funktioniert.

Ich hatte dieses Jahr für einem Teil meiner selber angezogenen Tomatenpflanzen ein etwa 10m X 1m grosses Strohbeet angelegt und die Pflanzen seitlich, liegend darangepflanzt, und es dem Östereicher nachgemacht. Um die Füsse der Pflanzen habe ich Grünschnitt als Mulch gegeben. Die Pflanze selber liegt auf dem Strohbett.
Bisher sind diese Pflanzen trotz des heftigen Regens gesund und haben auch Früchte angesetzt (wir hatten sie ziemlich spät gepflanzt).
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