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Autor Thema: ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen  (Gelesen 20015 mal)

lerchenzorn

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #30 am: 05. Januar 2014, 19:53:40 »

Mahonia aquifolium ist hier (Mittelbrandenburg) meist aus alten Pflanzungen in Parks und an Ortsrändern aus der "Landschaftsverschönerungszeit" übrig, beginnt sich aber aus Sämlingen inmitten von Forsten anzusiedeln. Weitere "Vogelsch..."-Pflanzen in den hiesigen Forsten sind Ilex aquifolium (wenig) und die Eibe, die sich geradezu neu anzusiedeln scheint. Am stärksten im Waldumfeld der damit bepflanzten Parks.

Lysimachia punctata habe ich bisher einige Male an Weg- und Straßenrändern gefunden. Von dort scheint er sich auszubreiten und wirkt sehr durchsetzungsfähig.

Während Scilla siberica vielerorts seit Jahrzehnten fest eingebürgert ist, gehören Scilla siehei und S. luciliae zu den erst in den letzten Jahren punktuell "ausgebüxten" Pflanzen, die sich aber gut zu halten scheinen. Hier macht sich wahrscheinlich das reiche Baumarkt-Angebot bemerkbar, das dann zum "Verklappen" bepflanzter Kästen führt. S. sardensis ist mir bisher nur aus Parks bekannt. Von Puschkinia scilloides kenne ich eine aus einer Park-Bepflanzung ausgehende Verwilderung mit tausenden von Pflanzen.

Zu den großen Vinca: eine "balearica" kennt die Flora of Europe nicht, wohl aber die von staudo genannte V. balcanica, aktuell als Unterart von V. major. Gibt es für "Vinca balearica" irgend eine Referenz?



« Letzte Änderung: 05. Januar 2014, 19:54:22 von lerchenzorn »
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tomir

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #31 am: 05. Januar 2014, 19:56:28 »

ich habe Vinca balearica im Garten. Sehr dunkel blaue Blüten. Dann gibt es noch Vinca difformis, sie kommt wild im westlichen Mittelmeerraum vor.
Wo kommt die denn her? Von den Balearen ist mir als heimische Art nur die V. difformis bekannt, die blassblaue Blueten hat, dunkeblaue habe ich bisher nur bei der eingeschleppten V.major gesehen.
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feminist

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #32 am: 05. Januar 2014, 20:08:38 »

ja, ihr habt Recht, die Pflanze ist von einem Pflanzentausch der Staudenfreunde in Frankfurt.

Im Netz finde ich unter dem Namen Vinca balcanica Pflanzen mit ähnlichem Laub, Wuchs und ähnlichen Blüten. Sehr schön dunkel blaue Blüten.

Übrigens habe ich dieses Vinca auf meinen Balkanhügel zwischen Hepatica transsilvanica und Helleborus odorus neben Ruscus aculeatus [tiarello] gepflanzt.
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vom deutschen Feminismus hab ich - immer schon - so die Nase voll, und gender studies basieren auf merkwürdigen Paradigmen. Trotzdem. Wenn sich dieser Trump President of the United States nennt, nenne ich mich feminist. Dachte ich im November 2016 und hoffte, dass das nicht so lange dauert.

lerchenzorn

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #33 am: 05. Januar 2014, 20:13:35 »

Na, dann hast Du es ja trotz falschen Namens richtig gepflanzt ;)
(Von balearica zu balcanica ist es auf verwaschenen Schildern nicht sehr weit.)
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tiarello

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #34 am: 05. Januar 2014, 21:30:50 »

Mahonia aquifolium ist hier (Mittelbrandenburg) meist aus alten Pflanzungen in Parks und an Ortsrändern aus der "Landschaftsverschönerungszeit" übrig, beginnt sich aber aus Sämlingen inmitten von Forsten anzusiedeln. Weitere "Vogelsch..."-Pflanzen in den hiesigen Forsten sind Ilex aquifolium (wenig) und die Eibe, die sich geradezu neu anzusiedeln scheint. Am stärksten im Waldumfeld der damit bepflanzten Parks.

Lysimachia punctata habe ich bisher einige Male an Weg- und Straßenrändern gefunden. Von dort scheint er sich auszubreiten und wirkt sehr durchsetzungsfähig.

Hierzu die sehr interessanten aktuellen Verbreitungskarten dieser Arten:

Lysimachia punctata, in D eingebürgerter Neophyt
Mahonia aquifolium, in D eingebürgerter Neophyt
Ilex aquifolium, in D heimisch
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troll13

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #35 am: 05. Januar 2014, 21:44:29 »

Bei den Stechpalmen ist hier noch interessant, ob es tatsächlich noch "reine" Ilex aquifolium handelt?

Manche Sämlinge hier im Garten sehen vom Laub her eher nach I. x meservae aus.
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we-went-to-goe

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #36 am: 05. Januar 2014, 22:19:25 »

die Lysimachia pu. schmeckt Weidetieren sehr gut... ;D die hat es sogar auf "meiner" NSG Fläche.
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lerchenzorn

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #37 am: 05. Januar 2014, 23:27:24 »

Ob "reine" Ilex aquifolium, weiß ich natürlich nicht. Es dürfte wohl schon das Erbgut aus nicht allzu weit entfernten Anpflanzungen in Parks und Gärten sein. Die Blattgestalt der wenigen Pflanzen hier ist aber ganz typisch. Die neue Atlas-Karte zeigt in dem Fall ja mal sehr gut, dass die östlichen Vorkommen neophytisch sind.
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tiarello

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Re:ausgebüchst und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #38 am: 06. Januar 2014, 16:33:05 »

Letztes Jahr berichtete ich über ausgebüxte Dicentra und ganz in der Nähe wuchs munter ein Rhododendron.

Dicentra habe ich auch schon mal verwildert beobachtet.
Dicentra spectabilis blühend direkt neben einem Bestand der heimischen Heidelbeere, die gerade hellgrün austrieb. Wunderschön.

Oder war es bei dir eine andere Dicentra-Art?
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maculatum

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #39 am: 06. Januar 2014, 18:25:08 »

[...]Natürlich wären auch starker Konkurrenz ausgesetzte Vorkommen in naturnahen, eher extensiv gepflegten Gärten oder Gartenbereichen von Interesse. [...]

Sehr robust und ausbreitungsfreudig zeigt sich bei mir im Park Geranium endressii. Er besiedelt wiesenartige absonnige Waldränder, wo einmalige Mahd die einzige Pflege darstellt. Dort behauptet er sich zwischen Ranunculus repens, Rumex obtusifolius und Gräsern.

Woanders hat er es wohl auch schon in die freie Landschaft geschafft. Scheint Mittelgebirge zu mögen.
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Waldrand, Nordhang, vierhundert Meter:
Hier blüht alles drei Wochen später.

tiarello

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #40 am: 06. Januar 2014, 19:00:13 »

Für das Ausmaß der Samenproduktion bei G. endressi und auch bei G. x oxonianum und ihren Ausbreitungsdrang im Garten sind das aber eigentlich erstaunlich wenige Fundstellen.
« Letzte Änderung: 06. Januar 2014, 19:00:39 von tiarello »
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Staudo

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #41 am: 06. Januar 2014, 19:06:21 »

Die brauchen offenen Boden, um sich zu etablieren.
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lerchenzorn

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #42 am: 06. Januar 2014, 20:09:27 »

Ankunft und Ausbreitung des Glänzenden Strochschnabels im Potsdamer Raum hat Richard Büttner 1883 in der Flora advena marchica festgehalten:
"G. lucidum L.
... zunächst im Harz und in Thüringen
an Felsen und in schattigen Gebirgswäldern wild.
Völlig eingebürgert (Potsdam) Brauhausberg ...
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das
Vorkommen der Pflanze bei P. auf im Jahre 1859 aus dem Harz mit-
gebrachte und ausgestreute Samen zurückzuführen. Vom Zaun des
Blell'schen Gartens am Brauhausberg ausgehend, hat die Pflanze jetzt
ein ausgedehntes Gebiet inne, und es ist ihrem Vorschreiten vorläufig
noch keine Grenze gesteckt. Die Wanderung erfolgte besonders den
Chausseen nach Caputh und Michendorf entlang im Walde."

Heute ist die Pflanze hier ein gemeines Kraut der stickstoffreichen Waldwegränder und in großen Teilen der Forste verbreitet. Sie fügt sich manierlich ein 8)




« Letzte Änderung: 06. Januar 2014, 20:15:57 von lerchenzorn »
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tiarello

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #43 am: 06. Januar 2014, 21:06:57 »

Die brauchen offenen Boden, um sich zu etablieren.

Ja, aber genau den brauchen ja viele heimische Arten auch.
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tiarello

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Re:ausgebüxt und wild geworden, neophytische Beobachtungen
« Antwort #44 am: 06. Januar 2014, 21:38:43 »

Beginnen möchte ich mit meinem Gaultheria-Fund in Südheide nicht weit von Celle.

Im Herbst beim Pilze suchen fielen mir in einem Kiefernforst „Preiselbeeren“ mit unüblich geformten Blättern auf, die sich dort ausgebreitet hatten. Die Fläche betrug insgesamt sicher mehr als 20 m². Interessant war, dass sich die Fundstelle nicht am Waldrand und nicht in unmittelbarer Nähe irgendwelcher Gartenabfallabkippplätze befand. Stattdessen schienen sich die Pflanzen in der ganz durchschnittlichen entwickelten, von der Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa) dominierten Kiefernforstkrautschicht ausgebreitet zu haben.
 
Glücklicherweise hatte ich die Kamera dabei, denn erst beim Betrachten der Bilder ging bei mir der Vorhang auf: Gaultheria procumbens, die Niedere Scheinbeere. Obwohl ich sie mir im Garten schon seit Jahren geläufig ist, hatte ich sie in diesem naturnahen Zusammenhang nicht sofort erkannt.

In naher Umgebung des Fundortes befindet sich ein von der eigentlichen Ortslage entfernter Friedhof, der als Ursprungsorts des Vorkommens in Frage kommt.

Ich muss demnächst unbedingt nochmal dort hin, um mir die genauen Gegebenheiten anzuschauen. Insbesondere interessiert mich die gesamte Ausdehnung des Vorkommens und ob die Gaultherien eher über Ausläufer oder über Samen den Bestand aufgebaut haben.

Heute war ich noch mal draußen zur genauen Begutachtung des Fundortes incl. Umgebung.

Ich konnte noch ein paar weitere Verwilderungen von Gaultheria procumbens feststellen.

Insgesamt fand ich 5 "Kolonien".

1. die schon beschriebene: ca. 25 m² im Kiefernforst, 200 m vom Friedhof entfernt
2. eine weitere am Kiefernforstrand: 5 m², 50 m vom Friedhof entfernt
3., 4., 5. auf dem ungenutzen, waldartigen Erweiterungsgelände des Friedhofs, ca. 5 m², 20 m² und 35 m², wobei bei letzterer "Kolonie" ca 5 m² in den angrenzenden Kiefernforst hineinwuchsen.

Jeder Bestand war in sich relativ geschlossen, so dass "intern" reine Ausläuferverbreitung sehr wahrscheinlich erscheint.
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