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News: ... da ich eh alles bestäube und aussäe, was nicht bei 1,2,3 auf dem Baum ist, hoffe ich auf Blüten und Samen ... (michaelbasso)
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Autor Thema: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?  (Gelesen 3040 mal)

Aella

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hallo zusammen,

mache mir gerade so meine gedanken...

letztes jahr hatte ich mir meine samen aus tomatren geklaubt, die ich hier auf dem wochenmarkt von einem gemüsebauer in der nähe gekauft hatte.
wie hoch ist die wahrscheinlichkeit, daß die früchte aus f1 samen waren?
nehmen solche gemüsebauern in der regel aus kostengründen ihre eigenen samen oder kaufen sie aus zeitgründen f1 hybriden?

es heißt ja, das die f1 hybriden nach erneutem aussäen sich wieder in vater- und mutterpflanze aufspalten.
z.b. bei flaschentomaten...ok, papa wird. z.b. rot und rund
was könnte dann aber mamapflanze werden?
finde das ja einerseits toll und sehr spannend was wohl rauskommen wird, aber wenn bei 5 verschiedenen tomatesorten alle nur rot und rund werden, wäre ich doch ein bissel enttäuscht.

wie verhält es sich mit paprikas, melonen, kürbissen etc aus dem supermarkt, die wahrscheinlich von großbauern aller welt stammen?
was nutzen die in der regel?
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Eigentlich kennen wir uns nur vom säen.

cimicifuga

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #1 am: 06. April 2005, 20:02:31 »

Also bei Tomaten ist die wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass es F1 Sorten sind. Paprika wohl auch. Ist doch ziemlich weit verbreitet.
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callis

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #2 am: 06. April 2005, 20:24:45 »

Bei Kürbissen ist die Wahrscheinlichkeit fast 100%. Ich habe mal aus einem Hokkaido Samen genommen und ausgesät. Das ergab vier verschiedene Kürbissorten, nur nicht die, die ich gehabt hatte >:(

Bei Gemüsepaprika ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Warum weiß ich nicht. Aber ich habe schon mehrmals schöne Paprika aus Samen gehabt, die ich aus gekauften Schoten genommen hatte. Allerdings blieben sie in meinem Klima immer grün und wurden nicht gelb oder rot.
Vielleicht doch andere Sorte???
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Simon

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #3 am: 06. April 2005, 20:38:35 »

Hi!

Kürbisse:
Das würde ich nicht sagen... Also die meisten Sorten die ich kenne
sind keine F1 Hybriden.
Ich habe hier ~20 Tütchen aus kommerziellem Kürbisanbau und davon sind höchstens
2 F1 Hybriden.

Aber beim kommerziellen Anbau kreuzen sich die Kürbisse natürlich sehr
leicht untereinander wenn sie auf einem Feld angebaut werden ;)

Paprika:
Ich nehme auch oft Samen aus gekauften.
Aber die Qualität ist sehr unterschiedlich.
Letztes Jahr hatte ich aus zwei Sorten sehr Pilzanfällige Paprika.
Die sind alle verfault :(
2003 hatte ich mehr Glück, da gab es viele große rote Paprika.
Sie brauchen aber sehr sehr lange um von grün nach rot zu wechseln ;)

BYe, Simon
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Feder

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #4 am: 06. April 2005, 21:56:24 »

Das erstaunt mich jetzt aber. Ich hatte wirklich Mühe, z.B. Butternutkürbis samenecht zu finden. Gerade bei den Kürbissen gibt es doch fast nur noch Hybridsaatgut. Da schaut es bei den Tomaten noch weit besser aus. Wenn man allerdings Früchte kauft hätte ich da schon grosse Bedenken.
Ich glaube auch nicht, dass sich beim kommerziellen Anbau leicht etwas kreuzt. Da sind die Monokulturen besitmmt gross genug...
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  Pat Parelli

Simon

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #5 am: 06. April 2005, 22:17:29 »

Das erstaunt mich jetzt aber. Ich hatte wirklich Mühe, z.B. Butternutkürbis samenecht zu finden. Gerade bei den Kürbissen gibt es doch fast nur noch Hybridsaatgut.
Also bei der Butternut kenne ich auch nur Hybriden... Das sind die zwei in meiner Sammlung die nicht Sortenecht sind ;D

Aber die anderen sind alle als nicht F1 gekennzeichnet.
Ich weiss leider nicht mehr von wem ich diese Riesentüten habe (sorry ::) ).
Aber da sind jeweils einige hundert Samen drin (teils schon > 5 Jahre alt,
keimen aber immer noch sehr gut).
Ich habe auch selber schon gelber Zentner und Hokaido per Hand bestäubt und
auch aus den Samen wieder diese Sorten erhalten.
Aber Kürbisse kreuzen sich ja sehr leicht (hab mal was von 2km Umkreis gelesen).

Bye, Simon
« Letzte Änderung: 06. April 2005, 22:18:00 von Simon »
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Eva

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #6 am: 06. April 2005, 22:27:30 »

Ich hatte meinen Hokaido in Einzelhaltung auf dem Balkon, da hat er sich wohl selbst bestäubt und die nächste Generation wurde ähnlich. Toll wurden sie alle nicht, aber das liegt wohl eher dran, dass sie lieber einen eigenen Komposthaufen wollen als einen 20l Kübel.

Samen aus Cocktailtomaten vom Supermarkt hat meine Tante mal probiert, das war nix - sind gewachsen bis Oberkante Balkon, haben aber kaum getragen.
« Letzte Änderung: 06. April 2005, 22:28:49 von Eva »
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Aella

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #7 am: 06. April 2005, 22:28:51 »

toll im sinne von nicht schön und nicht groß?

haben sie geschmeckt? das ist mir eigentlich die hauptsache...da ist es mir egal obs nun hokkaido ist oder nicht
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Eva

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #8 am: 06. April 2005, 22:30:46 »

Ja, Aella, nicht so toll heißt: haben nicht viel getragen, wurden nicht groß und waren dann auch etwas holzig (zu trocken? zu wenig gedüngt...). Haben aber schon lecker geschmeckt.
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Aella

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #9 am: 06. April 2005, 22:39:54 »

ich hab nämlich auch hokkaidosamen letztes jahr aus einem supermarktkürbis gekratzt ;D

dann werd ichs doch mal mit ihm probieren, wenn er holzig ist, kommt er in die suppe ;D
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fisalis

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #10 am: 07. April 2005, 08:19:16 »

Auch Biosamen können übrigens F1-Hybriden sein. Der Saatgutversender Zollinger hat daher eine extra Marke ("Hortikultur") kreiert für Nichthybrid-Biosaatgut, das über mehrere Generationen an geeignetem Standort in der Schweiz vermehrt wurde und somit infolge Anpassung an die lokalen Verhältnisse besonders gut gedeihen soll. Von solchen Pflanzen kann man dann auch bedenkenlos Samen gewinnen fürs nächste Jahr.
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Montydon

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #11 am: 07. April 2005, 09:34:26 »

Im Tomaten-Thread habe ich einen Link zu folgender Seite gefunden:

http://www.ibdf.de/vh1/n3.html

Danach ist die Wahrscheinlichkeit, Hybrid-Tomaten-Saatgut gekauft zu haben, >80%, bei Tomaten vom Markt wahrscheinlich deutlich über 90%. Du kannst also davon ausgehen, Hybrid-Samen zu haben.

Vereinfacht funktioniert die Hybrid-Züchtung so (bitte korrigiert mich bei Fehlern, bin auch nicht 100% firm in dem Thema):
Es werden zwei Elternlinien gezüchtet. Diese sollen möglichst reinerbig sein. Reinerbig heißt folgendes: Informationen über Erbanlagen (bei Menschen z.B. Augenfarbe, Blutgruppe o.ä.) werden jeweils paarweise gespeichert, eine Information pro Elternteil. Sind beide Inforationen gleich, spricht man von reinerbig, d.h. man gibt an seine Kinder 100%ig diese Information weiter.
Das Problem der Elternlinien: Durch die Auswahlzucht nach Reinerbigkeit entsteht Inzucht. Die Pflanzen wachsen z.T. kümmerlich (vgl. das Foto auf der verlinkten Seite).
Ein "Mischling" der beiden Linien nennt sich F1-Hybride. Für den Züchter hat der Hybrid zwei Vorteile:
1. Er weiß genau, welche Erbinformationen die Eltern weitergeben. Daher weiß er auch genau, welche Eigenschaften das Saatgut-Kind haben wird.
2. Durch den Heterosis-Effekt hat der Nachkomme die positiven Eigenschaften beider Elternlinien. Gut erklärt hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heterosis-Effekt

Ein Beispiel:
Nehmen wir an, Tomaten hätten nur zwei Charakteristika: Guter Geschmack und reicher Ertrag. Beide Anlagen vererben sich dominant.
Also:
Anlage für guten Geschmack = G
Anlage für schlechten Geschmack = g
Anlage für reichen Ertrag = E
Anlage für geringen Ertrag = e

Elternlinie 1 könnte dann so aussehen:
gg EE
(schlechter Geschmack, guter Ertrag, reinerbig)

Elternlinie 2 so:
GG ee
(guter Geschmack, geringer Ertrag, reinerbig)

Alle F1-Nachkommen sehen dann so aus:
Gg Ee
Da die Anlagen dominant vererbt werden, hat die Hybide sowohl reichen Ertrag als auch guten Geschmack.

Natürlich kann man diese F1-Hybriden weiter vermehren. In der zweiten Generation werden aber die Merkmale der Elterngeneration wieder durchbrechen. Im oberen Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die F2-Generation wieder beide positiven Merkmale erhält nur noch bei 56%. In 6% der Fälle wird sogar weder guter Geschmack noch reicher Ertrag auftreten. Und das war ja ein extrem vereinfachtes Beispiel. In Wirklichkeit gibt es natürlich viel mehr qualitativ wichtige Merkmale und die Wahrscheinlichkeit, dass F2 so gut wie F1 ist, ist deutlich geringer.
Zudem kann es wahrscheinlich auftreten (da bin ich mir nicht sicher), dass auch die F2-Pflanzen am Kümmerwuchs der (Inzucht)-Großeltern leiden. Deshalb wird die weitere Zucht von Hybriden als nicht lohnend eingestuft.





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Equisetum

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Re:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit F1 Samen gehabt zu haben?
« Antwort #12 am: 07. April 2005, 12:41:05 »

Danke, Montydon, das verstehe sogar ich! :D
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Es lebe der Wandel
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