Kennt jemand von Euch einen Trick, wie man Chili besser verträgt? Ich meine nicht die Schärfe, sondern die Auswirkung auf den eigenen Körper (krankfühlen, und der Gedärmeterror).
Hallo Martina,
Einfach mal einen sog. "Histamin-Intoleranztest" beim Gastroenterologen (Facharzt für Magen-Darm-Trakt) machen. Gerade auch wenn Du keinen Rotwein verträgst. Wenn Du z. B. mit Hartkäse (z. B. Parmesan oder alter Gouda), lang abgelagerter Salami oder eventuell Schalentieren ähnliche Probleme hast, ist das ein weiteres starkes Indiz.
Histamin-Intoleranz ist genau genommen eigentlich keine Nahrungsmittel-Allergie (wie z. B. Lebensmittelfarbstoff-Allergie), sondern eine sogenannte Nahrungsmittel-Intoleranz (wie Laktose-Intoleranz). Betroffenen fehlt das entsprechende Enzym im Darm und sie können deshalb das in der Nahrung enthaltene Histamin nicht korrekt aufspalten. Statt dessen wird das Histamin dann im Darm in verschiedene unerwünschte Abbauprodukte umgewandelt, die Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Hautausschlag, etc. verursachen können. Chilis enthalten, genau wie guter Rotwein, unglaublich viel Histamin.
Es gibt in der Apotheke Pillen, die das normalerweise natürlich im Körper vorhandene Enzym (DiAminOxidase - DAO) enthalten. Bei Laktose-Intoleranz macht man seit Jahren das Gleiche mit dem natürlichen Enzym Laktase. Es handelt sich dabei um eine rein natürliche, körperidentische Enzymreaktion - also keine erzwungene Wirkung wie mit chemischen Arzneimitteln (mit potenziellen Nebenwirkungen). Hinweis: Ich betreue beruflich einen Hersteller dieser Enzympräparate für Histamin-Intoleranz, bin also definitiv etwas parteiisch. Welche Marke ich konkret betreue, verrate ich deshalb an dieser Stelle auch nicht, denn ich möchte keine Werbung machen. Das wäre mir sehr wichtig festzustellen. ;-)
Histamin-Intoleranz ist oftmals recht unbekannt und manche Hausärzte kommen da nicht gleich drauf. Oftmals entfaltet sie sich auch erst so richtig über die Jahre. Am besten gleich zum Spezialisten überweisen lassen. Es wäre ziemlich einfach in den Griff zu kriegen, wenn Du erst mal genau weißt, dass es auch sicher eine Histamin-Intoleranz ist ==> Bitte beachte, dass ich kein Arzt bin und dieser Laien-Tipp eine ärztliche Beratung zu diesem Thema nicht ersetzen kann und will.
Gute Besserung und hoffentlich bald wieder unbeschwerten Chili- und Wein-Genuss!