Es gibt ja dieses Grünlandumbruchverbot, zumindest in bestimmten Bundesländern. Das wird damit begründet, dass dann, wenn eine Fläche lange genug Grünland war, sich im Boden große Mengen Stickstoff angereichert haben, die sich bei einem Umbruch lösen und als Nitrat ins Grundwasser gelangen. Oder so ähnlich
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Im Prinzip läuft das in etwa so:
Stickstoff ist in lebender pflanzlicher Substanz als Eiweiß/Aminosäuren gebunden. Nach dem Absterben der Pflanzen werden diese von Mikroorganismen schlicht aufgefressen und die Eiweiße/Aminosäuren in für Bakterien verwertbare Stickstoffformen aufgespalten = mineralisiert. Der Stickstoffkreislauf kann nun durch bakterielle Tätigkeit von Ammonium/Ammoniak -> Nitrit -> Nitrat zu laufen beginnen.
Für das Maß der zersetzende Aktivität von Mikroorganismen im Boden sind Sauerstoff, Wasser und Temperatur die wesentlichen limitierenden Faktoren. Stirbt nun mehr pflanzliches Material ab, als gleichzeitig von Mikroorganismen umgesetzt werden kann, reichert sich organische Substanz im Boden, z.B. unter Grünland als sog. Humus/Rohhumus an. Durch ungenügendes Vorhandensein von Sauerstoff im Boden, kann dort kaum noch etwas dieser organischen Substanz durch Mikroorganismen umgesetzt/mineralisiert werden.
Bricht man nun das Grünland um, bringt man Sauerstoff in die oberstens Bodenschichten ein, welches zuerst die Umsetzungstätigkeit von Mikroorganismen und u.a. gleichzeitig auch die Aktivität bestimmter aerobes Milieu liebende Bakterien fördert, die Nitrit schließlich zu Nitrat umbauen. Das Endprodukt Nitrat ist die einzig nennenswert von Pflanzen aufnehmbare Stickstoffform, aber auch stark auswaschungsgefährdet. Nitrat wird unter anaeroben Umgebungsbedingungen auch durch denitrifizierende Bakterien in N2O (=Lachgas wenn ich mich nicht irre) umgewandelt und so als "Treibhausgas" an die Atmosphäre abgegeben.
Ich bin kein Chemiker und kann den Prozess folglich nur laienhaft erklären. Hier evtl. anwesende Chemiker sollten deshalb bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen
Wenn nun durch Mulchen die Grassode abstirbt, was geschieht dann mit dem Stickstoff im Boden? Ist der weiterhin vorhanden?
Die organische Substanz wird abhängig von Höhe und Dichte der Mulchauflage langsam aber stetig mineralisiert werden. Rohhumus entstünde erst, wenn die Nachlieferung an organischer Substanz höher ist, als an mineralisierter Substanz. Viele Mulchmaterialen schlucken durch ihr weites C:N Verhältnis übrigens auch erst mal einiges an Stickstoff.
Weshalb diese folgende Aussage hier im Fall von Holzhäcksel so schon mal sicher nicht relevant sein wird
1. bringst du mit dem Holzhäcksel (wenn auch eine geringe Menge) Stickstoff aus.
Wenn man von einer Fläche von nur 5000m² ausgeht und eine nur 10cm dicke Schicht Mulch ausbringen will, würde man 50m³ Häcksel benötigen. Ziemlich viel, oder ?
50m³ sind schon nicht wenig, 10cm auf 5000m² wären aber sogar 500m³ (5000m² x 0,1m) = 500m³