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Autor Thema: Biricoccolo - was ist das?  (Gelesen 69055 mal)

citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #45 am: 03. April 2014, 20:38:50 »

Kirschpflaumen und Aprikosen können sich gegenseitig bestäuben, ja. Deshalb gibt es ja auch verschiedene Hybriden aus diesen Bestäubungen! (alle prunus x dasycarpa sind hieraus hervorgegangen!)


hallo citrusgaertner,
mich würde interessieren wie du es schaffst, dass dir bei den veredelungen fast alle anwachsen. wann hast du da die edelreiser geschnitten, welche veredelungsart hast du gewählt, wann hast du veredelt usw. so eine anwachsquote wie du möchte ich auch einmal haben. tolle bilder, halte uns am laufenden!
;D
Das ist der Unterschied zwischen Profi und Amateur!
Im Ernst: Reiser sind recht spät geschnitten, -mitte Februar, also eigentlich viiiiel zu spät - veredelt dann Ende Februar- Veredelungsart: Kopulation mit Gegenzunge als Handveredelung. Mittlerweile sind die Reiser bis zu 15cm lang ausgetrieben.... ::)
Von den 78 Veredelungen ist eine evtl nicht angewachsen, der Rest treibt wie wild.
« Letzte Änderung: 03. April 2014, 20:57:13 von citrusgaertner »
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masterz

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #46 am: 03. April 2014, 22:15:13 »

Großen Respekt! Diese Quote ist phänomenal, das schaffe ich nicht einmal beim Kernobst (aber ich bin auch Amateur :) und muss nicht davon leben)

Dann liegt es bei mir wohl an der falschen Erde, am falschen Dünger, am nicht vorhandenen Rebwachs oder an der fehlenden Luftfeuchtigkeit oder...

Weiter so!
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #47 am: 04. April 2014, 08:30:48 »

Hmmm, ehrlich gesagt hat mich das Ergebnis auch etwas verwundert. Bei meinen Citrus ist die Quote nur 95% und ich hatte eigentlich aufgrund des späten Termins und der Arten weniger erwartet.
Normalerweise werden diese Handveredelungen ja im Januar gemacht, dann in der Kühlung erstmal zwischengelagert und später im wärmeren Frühjahr ausgepflanzt.... Nun habe ich aber ein großes Gewächshaus (Citrusgärtnerei) und habe die frischen Veredelungen gleich getopft und im Gewächshaus aufgestellt - so gewinne ich eine Kulturverfrühung von 2-3 Monaten und kann die Pflanzen noch dieses Jahr als gut durchwurzelte Topfware anbieten. Zudem ist die Wüchsigkeit im Gewächshaus um ein Vielfaches stärker, so dass die Triebe im Herbst größer, dicker und besser ausgehärtet sind.
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masterz

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #48 am: 06. April 2014, 15:49:48 »

Wärme und Luftfeuchtigkeit sind fürs Veredeln wichtig. Auf welche Unterlage hast du veredelt?
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #49 am: 06. April 2014, 17:16:10 »

St Julien A
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #50 am: 30. April 2014, 20:44:29 »

Moin,

ich war mal etwas fleissig, und nachdem meine Biricoccolo´s gut Frucht angesetzt haben (jetzt so ca.1,5-2cm groß),dachte ich, ich gebe Euch mal etwas Info darüber, was ich bis jetzt zusammen getragen habe. Freue mich schon sehr auf die ersten reifen Früchte von drei meiner ?5 oder 6 Biricoccolosorten. Also:

Die Biricoccolo oder Schwarze Alexandrinische Marille, Schwarze Aprikose
 
Synonyme: plumcot (Englischer Sprachraum) - Schwarze Alexandrinische Marille / Aprikose (Österreich)- Papst Aprikose (Deutschland) - Biricoccolo – albicoccovioletto, Susincocco.(Italien)
Die häufig verwendete englische Bezeichnung Plumcot für diese Hybriden ist aus den Worten Plum (Pflaume) und Apricot (Aprikose) abgeleitet.
Diese Spezies, Botanisch "PRUNUS DASYCARPA Ehrh." ist ein Hybrid aus einer natürlichen entstandenen Kreuzung zwischen der Aprikose Prunus armeniaca und Prunus cerasifera der Myrobalane (Kirschpflaume) . Sie hat Eigenschaften in der Mitte zwischen den beiden Elternteilen und ist resistent gegen Winterkälte. Die Früchte reifen im Freiland von Ende Juni bis August, je nach Standort und Sorte.

 In neuester Zeit werden die in den USA von Zaiger gezüchteten Hybriden Aprikose x Japanische Pflaume (prunus salicina) offizielle als Plumcot (Mit eingetragenem Markennamen) bezeichnet, die historische Biricoccolo ist jedoch genauso eine Plumcot, da auch sie aus einer Kreuzung Aprikose x Pflaume hervorgegangen ist.
Historie
Die Biricoccolo wurde zum ersten Mal in Europa durch die Französischen Äbte Nolin und Blavet im Jahre 1755 unter dem Namen "Aprikose violett“ bekannt. Anschließend haben andere Autoren die Art als schwarze Aprikose und Papst-Aprikose zitiert. Im Jahre 1791 benannte Ehrhart diese Kreuzung als Prunus dasycarpa, ein Synonym für schwarze Aprikose (Maranesi, 1950). Der Ursprung der Art ist ungewiss, und es gibt die Pflanze nicht in freier Wildbahn. Ich vermute, dass einzelne Sorten in Italien und auch in Asien aus Zufallsbestäubungen in den Aprikosen-Anbaugebieten entstanden und dann selektiert wurden.
Die Art wird in West-China, Süd-Zentral-Asien und Italien angebaut.

Blatt: Je nach Sorte variiert die Blattform zwischen der Blattform der Kirschpflaume und der breiten Form der Aprikose. Bei einzigen Sorten variiert die Form auch am Baum.
Wuchs: Die Bäumchen erreichen auf St.Julien A veredelt, der gebräuchlichsten Veredelungsunterlage hierfür, Größen, die denen der Aprikose entsprechen (3-5m). Hierbei ist der Wuchs bei den großfrüchtigeren Sorten gröber als bei der Sorte Nostrano, welche insgesamt filigraner wächst.
Blüte:
Der Beginn des Blütezeitpunktes (abhängig von der Sorte) ist kurz nach oder fast gleichzeitig mit Aprikose und Kirschpflaume (Myrobalane) (Ende März-April). Die Blüte ist meistens etwas kleiner als die Aprikosenblüte und ähnelt ihr sehr. Die Sorten sind – wie auch die Kirschpflaume – weitestgehend eigenpollensteril, sie benötigen also für guten Fruchtansatz eine Bestäubersorte wie Aprikose oder Kirschpflaume (Myrobalane).

Früchte:
Die rundlichen Früchte sind Steinfrüchte und in Form leicht ellipsenförmig bis ganz rund und haben ein durchschnittliches Gewicht das von 25 bis 40 Gramm reicht. Die Haut ist leicht filzig (mit Haaren bedeckt) mit einer gelben Hintergrundfarbe und dunkelroten Wangen bis zu komplett dunkelrot, mehr oder weniger intensiv. Das Fleisch ist zart, saftig, meist steinlösend, intensiv gelb-rot gefärbt und hat ein süßes, leicht säuerliches Aroma mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Duft von Aprikose und Pflaume. Der Kern ist abgeflacht, länglich, von mittlerer Größe (30-40% kleiner als der Aprikosenkern). Die Erntezeit ist vom 20. Juni bis 15. Juli in den nördlichen Regionen Italiens, und läuft vom 1. Juni bis 20. Juni in den Regionen Zentral-Italien. In Deutschland ist der Reifezeitpunkt um den Juli bis Anfang August je nach Region. Die Reifung ist folgernd und die Früchte werden gepflückt, wenn sie perfekt reif sind. Die während der ersten Phase der Reifung gesammelt Früchte schmecken leicht süß und säuerlich. Die Kerne haben angeblich eine sehr geringe Keimbarkeit und Variabilität, die 10% nicht übersteigt. Aussaatversuche jedoch zeigen wesentlich höhere Keimraten.

Sorten
In Italien sind vier Sorten der Biricoccolo bekannt (Früchte sind in Form und Farbe sehr ähnlich), und zwar:

Biricoccolo Nostrano, die kleinste und wohl farbintensivste Form, sie wird auch als „Alexandrinische schwarze Marille“ angeboten. Das Laub ist in der Form zwischen Aprikose und Pflaume angesiedelt, wobei die Blattform sehr variabel ist. Die Frucht (ca. 25-30gr) ist intensiv rot mit gelbem Fruchtfleisch. Sie bildet oft Blüten mit bis zu sieben Blütenblättern.

Biricoccolo Bolognese: Sie stammt aus der Provinz Bologna und wird dort kultiviert. Die Frucht ist mittelgroß ( 30-40gr.) mit intensiv orangerot farbener Schale. Das Fruchtfleisch ist gelb, süß, angenehm duftend und bei Vollreife etwas gefärbt. Aprikosen- Blattform.
  B.Vesuviano
Biricoccolo Vesuviano ist die Biricoccolo der Vesuv-Region. Die Fruchtschale, ist mehrfarbig gelb-orange bis rot. Das Fruchtfleisch ist intensiv gelb mit roten, zart, saftig, süß und aromatisch, wenn sie vollständig reif gefärbt. Die folgernde Reifung beginnt im Juli und zieht sich bis in den August. Fruchtgröße wie B.Bolognese. Aprikosen-Blattform.
Biricoccolo Gigante di Budrio: Die großfrüchtigste Sorte hat orangerote Früchte die 35 – 45g wiegen. Diese Sorte reift am frühesten. Die Blattform entspricht eher einem breiten Pflaumenblatt. Bei diesem Typ ist an meinen Pflanzen an einigen Zweigen ein panaschierter Austrieb, sehr attraktiv, evtl. sind dann auch die Früchte später gestreift...ich werde diese Zweige jedenfalls gesondert veredeln.
Biricoccolo (Herkunft Pflanzenspezl): Nach Auskunft Dr. Lill vertreibt Pflanzenspezl zwei Typen von Biricoccolo (Ohne Sortennamen). Der Typ, den ich von ihm habe, ist in Blatt und Blüte nicht von Aprikosen zu unterscheiden, die Früchte habe nur sehr kurze Stiele wie die Aprikose -Nun, wo ich reife Früchte hatte, muss ich die Sorte leider als Aprikose Pisana identifizieren - ist also keine Biricoccolo.
die zweite, saurere Form die er anbietet, hat sich bei mir als Biricoccolo Vesuviano herausgestellt.
 
Kultivierung: Diese Kreuzung vereint die positiven Eigenschaften von Kirschpflaume (Frosthärte, Robustheit und Krankheitsunanfälligkeit) und Aprikose (Trockenverträglich, Attraktive Frucht) Sie bevorzugt einen möglichst sonnigen Standort (Süd-Südwestlage, auch Westlage ist in wärmeren Regionen ausreichend) und sollte nach dem Pflanzen bei längerer Trockenheit leicht gewässert werden.
Schnitt: Bei dieser robusten Hybride sind Schnittmaßnahmen eigentlich nur zu gestalterischen Maßnahmen nötig.

Ähnliche Hybriden:
Prunus armeniaca x Prunus besseyi : Cherrycot; Kreuzung aus Aprikose und Western Sandkirsche (süß); kleiner sehr robuster Baum (auch Strauch); kombiniert die guten Fruchtqualitäten der Aprikose mit der Kälteresistenz der Sandkirsche; dunkle, rote Früchte von der Größe einer kleinen Aprikose; Schalte und Fruchtfleisch dunkelrot, wohlschmeckend, Aroma zwischen Kirsche und Aprikose; möglicherweise handelt es sich hier um die Sorte 'Yuksa' (gezüchtet von N. E. Hansen in Brookings, South Dakota und eingeführt im Jahre 1908)

So, hoffe, Euch etwas neues erzählt zu habe und evtl. auch Interesse geweckt zu haben... :)
Bilder der Jungfrüchte gebe ich auf Anfrage her.
Gruß, der Biricoccolo-Fan
« Letzte Änderung: 20. September 2014, 09:37:11 von citrusgaertner »
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #51 am: 02. Mai 2014, 20:09:53 »

"Amtliche Wetterwarnung vor Frost am 3.5. von 6 bis 8Uhr"

Drückt mir die Daumen, dass mir nicht die verschiedenen Biricoccolo Früchte abfrieren....hier ist extrem kalter Nordwind :(
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Zuccalmaglio

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #52 am: 03. Mai 2014, 10:36:21 »

@citrusgärtner,

ich habe mich mit dem Thema bisher kaum beschäftigt. Insoweit auch erst mal danke für die Infosammlung.

Ich bin aber trotzdem verwundert.
Du schreibst zum einen, die Biric. sei eine Hybride aus Aprikose x Jap. Pflaume, zum anderen eine Hybride aus Aprikose x Kirschpflaume. Was denn nun?
Jap. Pflaume und Kirschpflaume sind zwei grundverschiedene Dinge.

Darüber hinaus gibt es m.W. auch schon zwei Arten Jap.Pflaumen (Prunus mume und Prunus salicina). Die Kirschpflaume (P.cersasifera) hat mit dem westlichen Asien, aber mit Japan nichts zu tun.

Die Befruchtungsfrage ist dann noch einmal eine andere Sache. Ich halte es zumindest nicht für selbstverständlich bzw. zwangsläufig, dass die Hybridelternarten auch die entstandene Hybride befruchten können.
« Letzte Änderung: 03. Mai 2014, 10:39:08 von Zuccalmaglio »
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danielv8

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #53 am: 03. Mai 2014, 10:59:54 »

Diese Obstsorten sind sehr verlockend. :D

Für mich aber erst ein Thema , wenn sie als Zwerg lieferbar sind.
Bin leider kein Plantagenbesitzer.

Wenn ich mich nich irre, werden die von dubiosen Onlineschurken ;D als:

Pflaumikose und/oder Cherrykose vermarktet.

Genaue Sortenbeschreibungen / Sortennamen braucht ja eh kein Mensch. ::)

Es kann ja heute zwecks Marketing scheinbar wirklich jeder dem Kind seinen eigenen Namen (Marke) geben und schöne Photoshop-Manipulationen drannhängen.
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #54 am: 03. Mai 2014, 11:29:26 »

@citrusgärtner,

ich habe mich mit dem Thema bisher kaum beschäftigt. Insoweit auch erst mal danke für die Infosammlung.

Ich bin aber trotzdem verwundert.
Du schreibst zum einen, die Biric. sei eine Hybride aus Aprikose x Jap. Pflaume, zum anderen eine Hybride aus Aprikose x Kirschpflaume. Was denn nun?
Jap. Pflaume und Kirschpflaume sind zwei grundverschiedene Dinge.

Darüber hinaus gibt es m.W. auch schon zwei Arten Jap.Pflaumen (Prunus mume und Prunus salicina). Die Kirschpflaume (P.cersasifera) hat mit dem westlichen Asien, aber mit Japan nichts zu tun.

Die Befruchtungsfrage ist dann noch einmal eine andere Sache. Ich halte es zumindest nicht für selbstverständlich bzw. zwangsläufig, dass die Hybridelternarten auch die entstandene Hybride befruchten können.
Da hast Du mich wohl nicht ganz verstanden bzw. habe ich es dann wohl nicht klar genug geschrieben: Ich werde die Absätze mal gleich umstellen, damit das Missverständnis geklärt ist.
Natürlich ist Biricoccolo immer eine Kreuzung Aprikose x Kirschpflaume, was ich jedoch angefügt hatte, war, dass diese Kreuzung ebenso wie die neuen Zaiger-USA Hybriden auch ganz lapidar als Plumcot bezeichnet werden können, schliesslich gehört Kirschpflaume und Jap. Pflaume beides in den Formenkreis "Pflaume".
Die Befruchtungsfrage ist hinreichend geklärt - bei mir z.B. steht keine Kirschpflaume in der Gegend, nur Aprikosen, meine Biricoccolo hängt aber voll. Woanders ists genau umgekehrt, das Ergebnis das Gleiche. Die Früchte sehen übrgens nach dem Frost heute früh noch recht gut als - besser als meine oberseits glasig gewordenen Aprikosenfrüchte (Zellwasser ist in die Interzellularen Räume gedrungen, bei starkem Zustand ist das irreversibel weil die Zellwände dann zerstört sind :-(- ich hoffe, das geht noch einmal zurück.
« Letzte Änderung: 03. Mai 2014, 11:43:38 von citrusgaertner »
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #55 am: 03. Mai 2014, 11:37:55 »

Diese Obstsorten sind sehr verlockend. :D

Für mich aber erst ein Thema , wenn sie als Zwerg lieferbar sind.
Bin leider kein Plantagenbesitzer.

Wenn ich mich nich irre, werden die von dubiosen Onlineschurken ;D als:

Pflaumikose und/oder Cherrykose vermarktet.

Genaue Sortenbeschreibungen / Sortennamen braucht ja eh kein Mensch. ::)

Es kann ja heute zwecks Marketing scheinbar wirklich jeder dem Kind seinen eigenen Namen (Marke) geben und schöne Photoshop-Manipulationen drannhängen.
Jep, das macht es einem ehrlichen Gärtner nicht gerade immer leicht! Kenne das Problem schon aus dem Citrus Bereich.

a)Pflaumikose (Aprisali lt. Baumschule Jäger, ARTEVOS) und b)Cherrykose (Aprikyra lt. Baumschule Jäger) sind dann halt nach meinen Recherchen auch die "Deutschen Namen" für eine Kreuzung a)p.armeniaca x p.salicina und b)p.armeniaca x p. besseyi (oben erwähnt)
« Letzte Änderung: 03. Mai 2014, 11:40:44 von citrusgaertner »
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cydorian

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #56 am: 03. Mai 2014, 14:40:34 »

Vielleicht wär es einfacher, nur den Begriff "Hybridpflaumen" zu benutzen und dann ganz spezifisch je nach Sorten um die Herkunft zu ergänzen. Das bringt mehr wie immer diese neuen Phantasienamen.

Pflaumen sind eh schon schwierig, ständig neue Zuordnungen und Systematiken.
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #57 am: 03. Mai 2014, 15:53:33 »

Vielleicht wär es einfacher, nur den Begriff "Hybridpflaumen" zu benutzen und dann ganz spezifisch je nach Sorten um die Herkunft zu ergänzen. Das bringt mehr wie immer diese neuen Phantasienamen.

Pflaumen sind eh schon schwierig, ständig neue Zuordnungen und Systematiken.
Hihi, ein löblicher Vorschlag - nur leider an die falsche Adresse ::)
Nun ist ja der Grund für diese Änderungen der Systematiken und Zuordnungen der, dass jetzt besser anhand der Microbiologie z.B. über Chromosomen Analyse die Herkunft bestimmt werden kann, das fiel früher weg, da wurde rein nach Phaenotyp bestimmt.
Es geht ja schon damit los, dass nach neuerer Systematik die Hauspflaume/-zwetsche auch nur eine Hybride aus Kirschpflaume und Schlehe ist. Wo soll man also anfangen?
Und dann wär da noch das Problem mit den Eigenschaften der Hybriden: Sie werden ja oft der Gattung/Art des Elternteils zugeordnet, von dem sie Phaenotypisch mehr Eigenschaften aufweisen: Bsp. Biricoccolo: Blätter und Früchte weisen mehr Aprikosen als Kirschpflaumeneigenschaften auf => Benamung deswegen "Schwarze Aprikose".

Treten viele Formen eine Kreuzungsverpaarung auf und etablieren sich diese über die Jahrzehnte->Jahrhunderte (Wie z.B. Biricoccolo, aber auch z.B. die ordinäre Zitrone, einer Hybride aus Limette und Zedrat-Zitrone (Und evtl. noch einem weiteren Elternteil in der F2 Generation)) so ist es weitestgehend üblich, diesen "Typen" einen eigenen Artnamen zuzuweisen - manchmel mit "x" als Hybridkennung, manchmal auch ohne (Wie bei z.B. der Zitrone, der Orange, der Grapefruit, welche alle drei Hybriden sind.)
Nervig ist nur dieser Mist mit den "Namensdesignern" im Vermarktungssegment, die gehören alle standesrechtlich erschossen! ;D Sie bringen meistens nur Verwirrungen, Verwechslungen und Schwachsinn in die Nomenklatur ein.
 Ganz abgesehen von den Buchautoren, die keine Ahnung haben und nur von anderen Büchern abschreiben -möglichst noch mit Fehlern....
« Letzte Änderung: 03. Mai 2014, 15:56:52 von citrusgaertner »
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cydorian

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #58 am: 03. Mai 2014, 16:43:47 »

Hihi, ein löblicher Vorschlag - nur leider an die falsche Adresse ::)
Nun ist ja der Grund für diese Änderungen der Systematiken und Zuordnungen der, dass jetzt besser anhand der Microbiologie z.B. über Chromosomen Analyse die Herkunft bestimmt werden kann, das fiel früher weg, da wurde rein nach Phaenotyp bestimmt.

Warum ist dieser Thread falsch für die Suche nach brauchbaren Bezeichnungen für die Biricoccolo & Co - Sachen?

Ausserdem ist es ein Irrglaube, alles über Abstammungsverhältnisse zu systematisieren. Die sind in vielen Fällen eben nicht mal bekannt, weil die hochgelobte Genanalyse darauf basiert, dass die Elternarten überhaupt noch in derselben genetischen Form wie zum Kreuzungszeitpunkt existieren, andernfalls läuft eine Zuordnung gegen die Wand. Das Spiel hat man schon bei Weinsorten gespielt und oft verloren, weil Elternsorten, ja sogar die ganze Art gar nicht mehr existiert.

Aber es wird noch schwieriger: Pflaumen sind genetisch recht vielfältig, die Gliederung aufgrund der Genetik ist gar nicht möglich. Wie ordnest du zwei Arten zueinander ein, die unterschiedlich sind aber beide gleichermassen von Schlehe und Myrobalane abstammen, wie es viele Pflaumenarten tatsächlich tun?

Was Hybride ist und was nicht, ist Ansichtssache, wenn sie sich nicht gerade wieder aufspaltet. Aber dann wären auch Rückzüchtungen möglich und das ist eben manchmal möglich und manchmal eben nicht, die Kreuzung ist stabil.
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citrusgaertner

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Re:Biricoccolo - was ist das?
« Antwort #59 am: 03. Mai 2014, 17:25:25 »

Aber es wird noch schwieriger: Pflaumen sind genetisch recht vielfältig, die Gliederung aufgrund der Genetik ist gar nicht möglich. Wie ordnest du zwei Arten zueinander ein, die unterschiedlich sind aber beide gleichermassen von Schlehe und Myrobalane abstammen, wie es viele Pflaumenarten tatsächlich tun?
Erst einmal sind es keine zwei Arten, sondern in diesem Fall zwei Sorten die sich natürlich gerade aufgrund der genetischen Vielfalt prägnant voneinander unterscheiden. Also maximal zwei Unterarten.

Hmm. Eigentlich will ich ja gar nicht systematisieren - damit habe ich im Gattungstypus Citrus schon genug am Hals.
Da gibt es nämlich den Effekt, dass gerade die Kreuzungen zweier verschiedener Arten "Hybriden" bilden, die Stabil sind aufgrund ihrer danach nicht mehr vorhandenen möglichkeit zygote Samen zu bilden...Absaaten von ihnen sind alle identisch, da die Samen Nucellar sind. Da dann gleich neue Arten heraus zu machen ist etwas viel finde ich.


Ich will die Biricoccolo auch gar nicht groß analysieren - eigentlich möchte ich nur Interesse wecken für diese alte Kreuzungstype. Dass ich nun natürlich in den nächsten Jahren hiermit Rückkreuzungs- und Weiterzüchtungsversuche machen werde steht auf einem anderen Blatt - davon kann ich selten die Finger lassen.... ;D

Ist aber auch einfach zu interessant......
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