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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)  (Gelesen 2562 mal)

Nemesia Elfensp.

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Hallo zusammen,

dieses Jahr möchte ich in meinem Gemüsegarten für meinen Sandboden (etwa 25 -33 Bodenpunkte) gerne das "4. Stück" (ich habe mich für eine 4 Felderwirtschaft entschieden) mit Ölrettich als Gründünger einsäen.

1. Welche Sorte ist zu empfehlen?
2. und hat jemand eine günstige Bezugsquelle für mich?
Ich benötige pro Jahr Saatgut für ein Teilstück a 100m².
3. wie lange ist wohl die Keimfähigkeit des Ölrettich?

Oder hat jemand eine ganz andere Idee, welche Gündungung mit allen Gemüsearten auch neutral wäre.
Mein Plan ist, grundsätzlich im ersten Jahr nach der Gründüngung die Kartoffeln zu pflanzen und dann erst im darauf folgendem 2. Jahr die Starkzehrer wie Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Chinakohl. Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie, Kürbis und Zucchini.
3. Jahr die Mittelzehrer und
4. Jahr die Schwachzehrer
5.Jahr wieder Gründüngung

Wie groß sollte der zeitliche Abstand zwischen dem Ölrettich und den Kohlpflanzen sein? Reichen da das eine Jahr Kartoffeln aus......?

Oder ist es doch zu empfehlen eine andere Wahl bei der Gründungungspflanze zu treffen?

Über einen Gedankenaustausch und Tips würde ich mich sehr freuen!

Nemesia

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Floris

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #1 am: 10. März 2014, 15:51:33 »

Was erwartest du dir von der Gründüngung?

Der Begriff "Düngung" suggeriert ja, dass eine Anreicherung von Nährstoffen stattfindet. Das erfolgt allerdings nur beim Stickstoff und dem Anbau von Leguminosen.
Bei allen anderen Pflanzenfamilien wird lediglich der Boden beschattet und die Auswaschung der Nährstoffe verhindert, die Nährstoffe sozusagen konserviert aber nicht vermehrt.
Für ordentliche Erträge wirst du also trotz Grün"düngung" anschließend düngen müssen.

Die notwendigen Anbaupausen bei den üblichen Fruchtfolgekrankheiten des Kohls liegen irgendwo zwischen 3 und 7 Jahren, so dass ich für Zwischenfrüchte keine Kreuzblüter verwenden würde.

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Nemesia Elfensp.

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #2 am: 10. März 2014, 21:26:55 »

Hallo Floris,
Danke für Deine Antwort!

Du fragst mich:
Was erwartest du dir von der Gründüngung?
von einer Gründüngung erhoffe ich mir:
1. Schutz für das brachliegende Stück Gemüsegarten, welches ja ruht
2. durch das Gründungungsmaterial erhoffe ich mehr organisches Material, welches ich dann später einarbeite.
3. Schutz und Ergänzung des Kompostes, welchen ich zur Düngung aufbringen werde. (ich habe kompostierten Pferdemist, den ich mit Grasschnitt vermengt, aufgesetzt habe)
4. möchte ich die unteren Bodenschichten mit einem Tiefwurzler "aufschließen" ,
5. ich möchte gerne eine zusätzliche Humusschicht aufbauen und später evtl. nicht mehr umgraben.
6. möchte ich den Boden wieder auflockern, da er vor unserer Nutzung durch schwere landwirtschaftliche Maschinen verdichtet wurde - es war eine Stilllegungsfläche, die zweimal im Jahr geschlegelt/gemäht wurde.
7. Unkrautunterdrückung - weil keine "nackte" Erde.

Zu den Bodenschichten ist noch folgendes anzumerken:
Wir haben festgestellt, daß in etwa 40-50 cm Tiefe unter der feinsandigen Oberschicht, eine gelb/rötlich Bodenschicht liegt. Ich vermute, daß es sich um eine weitere Sandschicht handelt - Lehm ist es nicht.
Ausserdem weiß ich, durch Nachfrage bei der Behörde, daß wir hier einen sehr stark schwankenden Grundwasserspiegel haben. Im Winter steht das Grundwasser bis etwa1,00 - 1,30 unter der Oberfläche, im Sommer fällt der Grundwasserspiegel auf etwa 5m tief ab.
Ich denke mir, daß der Gemüsegarten vorrangig eine feuchtigkeithaltende Humusschicht benötigt, um mit den Wasserverhältnissen im Sommer zurecht zu kommen.

Zitat
Der Begriff "Düngung" suggeriert ja, dass eine Anreicherung von Nährstoffen stattfindet. Das erfolgt allerdings nur beim Stickstoff und dem Anbau von Leguminosen.
Bei allen anderen Pflanzenfamilien wird lediglich der Boden beschattet und die Auswaschung der Nährstoffe verhindert, die Nährstoffe sozusagen konserviert aber nicht vermehrt.

Ich fasse den Begriff "Düngung" nicht so, wie im herkömmlichen Sinne.
Beim Begriff der Grün"düngung" habe ich eher den hegenden und pflegenden Charakter einer Gründüngung im Sinn - also Vermeidung von Bodenerosion, Zuführung von Humusmasse, Fütterung der Mikroorganismen.

Zitat
Für ordentliche Erträge wirst du also trotz Grün"düngung" anschließend düngen müssen.

Ja, dafür möchte ich den Pferdedung/Grasschnitt-Kompost nutzen. (Hier wurde noch ein Teil Geflügeldung und eine Kleinigkeit Holzasche hinzugefügt)
Alles mit gut Laub und Strauchschnitt vermengt und locker aufgesetzt, sollte es eigentlich ein guter Dünger sein, oder?


Zitat
Die notwendigen Anbaupausen bei den üblichen Fruchtfolgekrankheiten des Kohls liegen irgendwo zwischen 3 und 7 Jahren, so dass ich für Zwischenfrüchte keine Kreuzblüter verwenden würde.

Tja, da kommt dann wohl der Ölrettich nicht unbedingt so gut in Frage - aber gibt es überhaupt eine Gründüngung, die nicht zur Familie der Kreuzblüter gehört und trotzdem tiefe Wurzeln treibt (also Bodenverdichtungen beseitigt) und den Boden gut bedeckt?


LG
Nemesia


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Floris

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #3 am: 10. März 2014, 21:44:43 »

Du fragst mich:
... weil ich auch schon andere, unrealistische Vorstellungen erlebt habe.

Wenn das eine Stillegungsfläche war, ist der letzte Rapsanbau wohl schon einige Zeit her. Dann könntest du sicher mal mit Ölrettich anfangen ohne gleich Alternaria und Genossen über Gebühr zu vermehren.
Ansonsten magst du dir vielleicht diesen Beitrag mal durchlesen:
http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau.../zwischenfruechte/zf-gruenduengung.htm

Grüße, Floris
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Floris

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Floris

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #5 am: 10. März 2014, 21:49:22 »

Dann geh' eben rechts in der Themenliste auf "Zwischenfrüchte" und dann links auf "Gründüngung und Wasserschutz mit Zwischenfrüchten", den Beitrag incl. Tabelle meine ich.
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Nemesia Elfensp.

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #6 am: 10. März 2014, 21:59:57 »

Oh Floris,
da warst Du aber fix mit Deiner Antwort!
Herzlichen Dank - das ist eine sehr gute Quelle!
Das lese ich mir morgen ausführlich durch!

Die Fläche hat 10 Jahre als Stillegungsfläche "geruht".

Nemesia
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Herr Dingens

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #7 am: 10. März 2014, 22:23:24 »

Phacelia ist z.B. kein Kreuzblütler und sehr tief wurzelnd (ca. 1 m)
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andreasNB

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #8 am: 10. März 2014, 22:50:54 »

Zitat
2. und hat jemand eine günstige Bezugsquelle für mich?

Ob günstiger als andere weiß ich nicht.
Vor Jahren hatte ich hier bestellt und war zufrieden.
http://wildacker.de/
Der Gelbsenf keimte übrigens letzten Herbst noch problemlos.
Hirse,Senf,Rettich und dergleichen möglichst erst ab August säen, damit es zu keiner Samenreife kommt.
Nicht das die Gründüngung zu noch mehr Unkraut führt ;)
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Nemesia Elfensp.

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #9 am: 11. März 2014, 08:55:22 »

Hallo,


Danke für den Link - dort ist man ja sehr gut sortiert und ich glaube, die Preise sind auch manierlich.



Zitat
Nicht das die Gründüngung zu noch mehr Unkraut führt ;)


Ja, das heißt dann wohl oder übel, daß ich die erste im Frühling gesäte Gründüngung im Sommer abmähen muß und etwas nachsäen muß, damit ich dieses Problem nicht habe------------?!?


LG
« Letzte Änderung: 11. März 2014, 19:38:39 von Nemesia Elfensp. »
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heftzwecke

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #10 am: 11. März 2014, 11:47:30 »

Viele Gruenduengungssamen bekommt man guenstig im Supermarkt, im Bioladen oder beim Inder. Beim Inder, weil nirgendwo sonst gibt es so grosse Paeckchen Senfsamen guenstig. Man nimmt auch Getreidekoerner zur Gruenduengung, drum der Bioladen oder Fava Bohnen oder Bucjweizen.
Ansonsten kann man auch Duengepflanzen extra anbauen. Ich habe mit Comfrey und Boretsch gute Erfahrungen gemacht. Mit Boretsch hab ich dieses Jahr Zucchini gemulcht (kann keine mehr sehen!) und Comfrey benuetze ich immer um Tomaten zu mulchen. Anscheinend ist Schafgarbe auch gut.
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Nemesia Elfensp.

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #11 am: 11. März 2014, 20:11:44 »

@ Herr Dingens:
Zitat
Phacelia ist z.B. kein Kreuzblütler und sehr tief wurzelnd (ca. 1 m)
das Phacelia so mächtige Wurzeln treibt, habe ich noch nicht gewust! Dann wäre es ja für mein Unterfangen genau richtig.
Ich werde mich mal nach dem Preis €/kg erkundigen.


Viele Gruenduengungssamen bekommt man guenstig im Supermarkt, im Bioladen oder beim Inder. Beim Inder, weil nirgendwo sonst gibt es so grosse Paeckchen Senfsamen guenstig. Man nimmt auch Getreidekoerner zur Gruenduengung, drum der Bioladen oder Fava Bohnen oder Bucjweizen.
Ansonsten kann man auch Duengepflanzen extra anbauen. Ich habe mit Comfrey und Boretsch gute Erfahrungen gemacht. Mit Boretsch hab ich dieses Jahr Zucchini gemulcht (kann keine mehr sehen!) und Comfrey benuetze ich immer um Tomaten zu mulchen. Anscheinend ist Schafgarbe auch gut.
@heftzwecke:
ja, grundsätzlich würde es mir gut gefallen, wenn ich mein Saatgut für die Gründüngung selber anbauen könnte, aber - wie weiter oben erwähnt - muß man dabei auch achtgeben, daß einem die guten Geister der Gründüngung nicht in Form von unerwünschtem"Gründüngungs - Unkraut" im Folgejahr "auf der Nase herumtanzen".
Nimmst Du vom Borretsch immer Saatgut und säest es gezielt dorthin, wo Du Gründüngungspflanzen haben möchtest?

Ich habe das mal mit Ringelblumen versucht - da ist die Menge der Samen ja ganz beachtlich und sie lassen sich auch gut ernten, weil sie nicht so leicht abfallen.

Das mit dem "Saatgut" vom Inder- oder türkischem Supermarkt ist eine gute Idee - Danke.

LG
Nemesia
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Herr Dingens

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #12 am: 11. März 2014, 20:20:45 »

Ich habe zwar keine Preise im Kopf, aber mir ist so, als wäre Phacelia nicht wirklich billig. Ist halt auch sehr gut als Gründünger.
Wann willst Du säen?
Phacelia ist am besten im Herbst auszubringen, es friert ab -8°C ab und wird dann von den Bodenlebewesen in den Boden eingearbeitet. Also im Frühjahr natürlich, nicht bei winterlichen Minusgraden ;D
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Ludger

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #13 am: 11. März 2014, 20:22:52 »

In den landwirtschaftlichen Genossenschaften (Raifeisen und co) werden die Gramm oder Pfundweise abgewogen und verkauft, ist nicht wirklich teuer da.
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Nemesia Elfensp.

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Re:welche Gründünger? Ölrettich? (günstige Bezugsquelle gesucht)
« Antwort #14 am: 11. März 2014, 20:49:12 »

Ich habe zwar keine Preise im Kopf, aber mir ist so, als wäre Phacelia nicht wirklich billig. Ist halt auch sehr gut als Gründünger.
Wann willst Du säen?
Phacelia ist am besten im Herbst auszubringen, es friert ab -8°C ab und wird dann von den Bodenlebewesen in den Boden eingearbeitet. Also im Frühjahr natürlich, nicht bei winterlichen Minusgraden ;D

Ja, daraus ergiebt sich also eine 1."?" im Frühjahr und eine 2. Spätsommer-Phaselia -Einsaat als Gründungen.

Was nehme ich also als erste Gündungung, wenn ich im Spätsommer
Phaselia als - später abfrierende - Gründüngung zur Bodenbedeckung verwenden will?
Ich könnte auch im 1. Durchgang ebenso Phaselia verwenden, aber müsste es dann unbedingt vor der Samenbildung abmähen und einarbeiten - hätte auch den Vorteil, daß ich sogar zweimal hintereinander Humus (in Form von Gründüngung) und einmal in Form von Pferdemistkompost, aufbringen würde - da freuen sich bestimmt die Regenwürmer.

In den ersten Jahren kann das dem Boden doch nur zuträglich sein, oder?

Derzeit ist der Humusanteil etwa bei 0 - der pH ist bei 5,5 - 6,0.

Ja, Raiffeisen/Genossenschaft gibt es hier auch, da werde ich auch mal nachfragen wie die Preise für die unterschiedlichen Gründüngungen sind.


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