Die "alte" Trennung zwischen Stadt und Land ergab sich aus historischen Gründen - die Stadt musste gut mit einer Mauer einzufassen sein, die auch nicht extrem lang und unübersichtlich sein durfte, damit eine Verteidigung im Angriffsfall möglich war.
Dann wurden die "Neustädte" außerhalb mittelalterlicher Stadtmauern, ja ganze Städte ohne Befestigungsanlagen angelegt.
Städte waren aber zu der Zeit alle nicht extrem groß.
Erst mit der industriellen Revolution wuchsen sie exponentiell - und ein Wunsch, ein Bedarf und ein Wille nach Grün in der Stadt entstanden und sowohl Kleingärten für die Arbeiter, die ohne ein schlechteres Auskommen gehabt hätten als auch Stadtparks, Volksparks entstanden.
Die Landflucht, die eigentlich bis heute anhält, je nach Land und Region in unterschiedlichem Ausmaß, und das "in die Landschaft wuchern" der Städte sind schon lange ein großes Thema der Landschaftsarchitektur.
Nach dem 2. Weltkrieg und mit den Wirtschaftswunderjahren fing ein Trend an, wieder aus den Stadtzentren in die Peripherie zu ziehen und Häusschen mit Garten war ein Wunschtraum vieler.
Diese "Speckgürtel verbrauchen viel Land, Stichwort "Zersiedelung der Landschaft".
Deshalb gibt es schon länger Überlegungen ob und wie "Nachverdichtung" der Städte funktionieren könnte und ob das sinnvoll ist, dazu kam dann noch nach dem Mauerfall Schrumpfungen von Städten und wie man damit umgehen kann.
Parallel dazu ist natürlich Grün in der Stadt immer noch ein Hauptthema der Landschaftsarchitektur.
Ob eine klare Trennung zwischen Stadt und Land zeitgemäß ist, ob man einen Gegensatz zwischen Landschaft und Stadtlandschaft wirklich braucht oder ob Siedelung frei sich ausbreiten können sollte, die Landschaft "durchdringen" können sollte sind spannende Fragen.
Wie Städte mit Grün umgehen ist dann wiederum eine andere Frage.
Und die ist noch längst nicht zufriedenstellend gelöst.
Vor allem haperts ja immer am Geld - gebaut wird schnell, begrünt auch noch, aber schon weniger schnell, bei der Pflege wirds dann schwierig