Ja, Frida, stimme dir bei. Ich verstehe die negativen Bemerkungen hier nicht. Alles was war, bleibt bestehen, eine Neuerung kommt hinzu. Die Einwände erinnern mich etwas an die Einführung der Kartoffel... Unverständliche Angst vor Neuerungen. So lief es bei allen Erfindungen und Veränderungen.
Deine Fotos zeigen eine mögliche Umsetzung durch den Bürger, danke, dass du sie reingestellt hast. Natürlich sind es oft Provisorien, kleine Versuche mal sehr gelungen, mal weniger. Und? Es geht nicht um Gartendesign.
Schaut euch die hässlichen Bauten der Architekten an, sie verschandeln Städte bis sie endlich begreifen, in welchen Bauten sich Menschen wohl fühlen. Aber dann ist es zu spät, dass stehen die hässlichen Wohnblocks längst. Der Bürger und sein Leben interessierten bei der Planung nicht.
Wir Bürger müssen aktiv werden und unseren Lebens- und Wohnraum mitbestimmen. Betonwüsten sind ein unmenschlicher Wohnbereich. Architekten und Bauämter, die so etwas planen und bauen lassen, gehören dazu verdammt, 15 Jahre in diesen Bauten zu leben.
Wir leben zwar in einer Demokratie, lassen es aber zu, wie unmündige Bürger behandelt, verwaltet zu werden. Wenn die Bürgerverwaltung ebenso einfache wie negative Einstellungen hat, wie in diesem Thread zu lesen ist, wird sie nicht auf die Idee von Veränderungen kommen, um das Leben in den Städten menschenwürdig zu gestalten. Spielen auf dem Rasen verboten, wird bleiben. Wozu Rasen, der nicht benutzt werden darf? Warum stehen da nicht Obstbäume?
Irgendwann las ich von einer Siedlung, in der Bewohner ihre Zimmerhortensien nach dem Blühen in den Siedlungsrasen pflanzten. Immer mehr folgten diesem Beispiel. Jetzt steht dort eine herrliche Sammlung von Hortensien. Alle sind begeistert. Irgendwann trauen sie sich mehr zu pflanzen und zu gestalten. Es ist ihr Lebensbereich.
Sicher gehört auch der Schulbereich dazu. Geht auf die Barrikaden und bringt den Kindern bei, dass sie Rechte haben. Protestiert für ein Leben mit Natur.
Hunde haben bei uns mehr Rechte als Kinder, denke ich manchmal. Sollte doch jeder Hundebesitzer erstmal einen Baum pflanzen, bevor er ihn zum Absterben bringt.
Frida, ich freue mich, dass Du an die Anfänge in New York erinnerst. Ich denke auch an eine aktuelle Dokumentation über genutzte Brachen in einem sozialschwachen Stadtteil von New York. Die Gesundheit der Bürger verbesserte sich, weil sie endlich frisches Gemüse kaufen oder anbauen konnten und weil sie Kontakte hatten. Es entwickelte sich Power, Selbstbewusstsein, dass zum Kampf für diese Fläche führte und schließlich zu einer Zustimmung der Verwaltung, dass bei Verkauf Ersatzflächen gestellt würden. Es entstehen Bürgerbewegungen mit neuem Bewusstsein. Sie lassen sich nicht mehr verwalten, sondern werden aktiv und übernehmen Verantwortung.
Versucht mal Schönheitsaspekte wegzulassen. Natur ist nicht designt. Aber jede Pflanze mehr in der Stadt und das Klima bessert sich. Versucht mal einen etwas erweiterten Blick zu wagen. Hängt euch nicht an Begriffe auf. Urban Gardening ist ein wunderbarer klarer Begriff für eine so große Bewegung. Heute lässt sich nicht erahnen, was sich daraus entwickeln wird. Es ist der Anspruch des Bürgers auf menschenwürdiges Leben und auf Erhalt der Natur.